
Straßenbahn entgleist
(c) Feuerwehr Bochum
Gleich zwei größere Zwischenfälle haben am Freitag, 18. September 2026, Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk (THW) im Bochumer Stadtgebiet gefordert. Während die stundenlange, technisch hochanspruchsvolle Bergung einer entgleisten Straßenbahn an einem zentralen Knotenpunkt für erhebliche Behinderungen sorgte, fahndet die Kriminalpolizei nach zwei maskierten Einbrechern, die in den frühen Morgenstunden ein Hotel in Bochum-Riemke heimgesucht haben.
In den frühen Morgenstunden verschafften sich zwei bislang unbekannte Täter gegen 2:00 Uhr gewaltsam Zutritt zum Rezeptionsbereich eines Hotels an der Cruismannstraße 39. Die Einbrecher erbeuteten Bargeld und ergriffen kurz darauf in unbekannte Richtung die Flucht. Nach ersten Ermittlungen trug einer der Flüchtigen einen dunklen Pullover, eine dunkle Hose, eine Cap, Handschuhe und war maskiert. Sein Komplize war ebenfalls maskiert, trug helle Schuhe sowie einen dunklen Pullover mit roter Aufschrift und führte bei der Tat ein Brecheisen mit sich. Die Kriminalpolizei bittet Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich unter den Rufnummern 0234 909-4135 oder 0234 909-4441 (Kriminalwache) zu melden.
Stromabnehmer beschädigt und 38 Passagiere an Bord: Großeinsatz an der Alleestraße
Am Nachmittag kam es im Bereich der Kreuzung Alleestraße und Wattenscheider Straße zu einer folgenschweren Havarie im Schienennetz. Gegen 15:10 Uhr beabsichtigte ein 60-jähriger Straßenbahnfahrer, von der Alleestraße in die Wattenscheider Straße abzubiegen, als die Bahn aus bislang ungeklärter Ursache im Kreuzungsbereich vollständig aus den Schienen sprang. Um 15:33 Uhr ging bei der Leitstelle der Feuerwehr Bochum der Alarm über die Entgleisung mit verletzten Personen ein.
Beim Eintreffen der ersten Retter bot sich eine heikle Ausgangslage: Durch die Entgleisung war der Stromabnehmer der Bahn beschädigt worden und berührte das Fahrzeuggehäuse, weshalb von einer akuten elektrischen Gefährdung für die insgesamt 38 Insassen ausgegangen werden musste. Die Einsatzkräfte sperrten die Kreuzung umgehend weiträumig gegen den fließenden Verkehr ab und führten an mehreren Punkten des Verkehrsknotens umfassende Erdungsmaßnahmen durch, während parallel der Brandschutz sichergestellt und eine technische Rettung vorbereitet wurde.
Nachdem die Stromgefahr gebannt war, sichtete der Rettungsdienst alle 38 betroffenen Personen. Drei von ihnen – der Bahnfahrer sowie zwei Fahrgäste im Alter von 41 und 76 Jahren – erlitten leichte Verletzungen beziehungsweise einen Schock. Sie wurden ambulant an der Einsatzstelle medizinisch erstversorgt; eine Einweisung ins Krankenhaus war nicht erforderlich.
Aufwendige Eingleisung mit Kran, Seilwinden und zweiter Bahn
Die anschließende Bergung und das Wiedereinsetzen der tonnenschweren Straßenbahn in das Gleisbett gestalteten sich technisch äußerst anspruchsvoll. Um ein sicheres Arbeiten bei einsetzender Dämmerung zu gewährleisten, leuchteten 17 Kräfte des THW-Ortsverbandes Bochum (Bergungsgruppe des 1. Technischen Zuges sowie die Fachgruppen Notversorgung und Notinstandsetzung beider Technischer Züge) das Areal großflächig aus.
Für das koordinierte Eingleisen kamen Seilwinden eines Rüstwagens, der Spezialkran der Feuerwehr sowie eine weitere intakte Straßenbahn zum Einsatz. Gegen 20:45 Uhr konnte die Feuerwehr ihren Einsatz beenden, ehe die Bahn gegen 21:30 Uhr durch die BOGESTRA in das nahegelegene Depot geschleppt werden konnte. Insgesamt waren 45 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und THW im Einsatz, darunter Einheiten der Feuer- und Rettungswachen Wattenscheid, Innenstadt und Werne sowie die Sondereinheit Führungsunterstützung und Einsatzstellenverpflegung der Freiwilligen Feuerwehr Bochum. Das Verkehrskommissariat hat die Ermittlungen zur Unfallursache übernommen.
