
Dr. Manfred Keller in der Bochumer Synagoge
(c) Sebastian Sendlak
Ein starkes Zeichen für Verständigung, Erinnerungskultur und lebendiges jüdisches Erbe: Die Veranstalter des 6. Festivals „Musik & Kultur der Synagoge“ haben ein überaus positives Resümee der diesjährigen Veranstaltungsreihe gezogen.
Seit dem feierlichen Auftakt Ende Mai in Bochum erreichten die insgesamt elf Programmpunkte ein großes Publikum quer durch ganz Westfalen. Festivalleiter Dr. Manfred Keller zeigte sich hochzufrieden mit dem Zuspruch und der tiefgehenden Resonanz bei den Gästen.
Im inhaltlichen Fokus der diesjährigen Ausgabe standen die „Schätze jüdischer Chormusik“. Um die reiche Musiktradition erlebbar zu machen, wählten die Initiatoren bewusst geschichtsträchtige Orte: Neben zentralen Spielstätten fanden die Aufführungen unter anderem in acht ehemaligen Landsynagogen statt. Die geographische Spannweite reichte dabei von Petershagen im Norden bis Hagen-Hohenlimburg im Süden sowie von Coesfeld im Westen bis Borgentreich-Borgholz im Osten Westfalens. Das vielschichtige Begleitprogramm aus Konzerten, Führungen und wissenschaftlichen Vorträgen eröffnete wertvolle Räume für Begegnungen und rückte die Vielfalt jüdischen Lebens in Gegenwart und Geschichte ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.
Dokumentation würdigt das Erbe des Bochumer Kantors Erich Mendel
Für den kommenden Herbst kündigte Festivalleiter Keller die Veröffentlichung einer umfassenden Dokumentation in Buchform an. Der Band führt die Ergebnisse des Mendel-Symposions 2024 mit den Vorträgen des Konzertnachmittags 2026 zusammen und zeichnet das Lebenswerk von Erich Mendel (später Eric Mandell, 1902–1988) nach. Der renommierte Bochumer Kantor prägte die deutsch-jüdische liberale Musiktradition maßgeblich, ehe er 1939 vor dem Terror der Nationalsozialisten fliehen musste. Ab 1941 wirkte er in Philadelphia (USA) als einflussreicher Gestalter der modernen amerikanischen Synagogenmusik und hinterließ eine bedeutende Sammlung.
Veranstaltet wurde das bundesweit beachtete Kulturformat von der Evangelischen Stadtakademie Bochum im Verbund mit zahlreichen Kooperationspartnern. Maßgebliche Unterstützung erfuhr das Festival durch die Landesbeauftragte für Antisemitismusbekämpfung, jüdisches Leben und Erinnerungskultur NRW, den Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe, den Förderverein Synagoge Bochum-Herne-Hattingen, das städtische Kulturbüro Bochum sowie die Evangelische Kirche von Westfalen.
