
Uwe Rösler schwört sein Team ein
(c) Sebastian Sendlak
VfL Bochum verliert trotz 25 Torchancen mit 1:2 bei Hannover 96
Viel Ballbesitz, zahlreiche Einschussmöglichkeiten, aber am Ende null Punkte: Der VfL Bochum hat sein Auswärtsspiel bei Hannover 96 mit 1:2 (0:2) verloren. Während die Mannschaft von der Castroper Straße die Partie über weite Strecken dominierte und ein klares Chancenplus von 25:10 sowie 57 Prozent Ballbesitz verzeichnete, fehlte im letzten Drittel die nötige Präzision und Entschlossenheit. Die kriselnden Niedersachsen, die erst in der Vorwoche ihren Trainer freigestellt hatten, nutzten die defensiven Nachlässigkeiten der Gäste eiskalt aus. Für den VfL war es zudem das erste Mal in der laufenden Zweitliga-Spielzeit, dass er mehr als einen Gegentreffer hinnehmen musste.
Die Bochumer starteten druckvoll und verbuchten früh gute Gelegenheiten durch Mathias Rasmussen sowie einen Aluminiumtreffer von Gerrit Holtmann, dessen Versuch in der 15. Minute an den Pfosten abgelenkt wurde. Auf der Gegenseite rettete Michael Steinwender kurz darauf für den geschlagenen Timo Horn auf der Linie. Mitten in die Feldüberlegenheit der Gäste hinein folgte in der 24. Minute die kalte Dusche: Nach einer Ecke von Marcel Hartel fiel der Ball über Umwege vor die Füße von Stefan Teitur Thordarson, der aus kurzer Distanz zum 1:0 für Hannover abstaubte.
Eiskalte Gastgeber bestrafen individuellen Fehler
Der VfL zeigte sich unbeeindruckt und drängte Hannover tief in die eigene Hälfte. Bart Nieuwkoop und Rasmussen scheiterten jedoch am glänzend aufgelegten 96-Schlussmann Leo Weinkauf, der die Führung der Hausherren mehrfach mit Glanzparaden festhielt. Kurz vor dem Pausenpfiff folgte der nächste Nackenschlag für die Bochumer: Nach einem Ausrutscher von Innenverteidiger Karol Mets schaltete Hannover blitzschnell um. Zwar parierte Horn zunächst noch stark gegen Thordarson, doch Kolja Oudenne legte den Abpraller quer auf Hartel, der flach zum 2:0-Halbzeitstand einschob (43.).
Im zweiten Durchgang rannten die Blau-Weißen unermüdlich an, bissen sich an der massiven Defensive der Hausherren jedoch lange Zeit die Zähne aus. Hannover setzte derweil auf gefährliche Nadelstiche; Lars Gindorf verpasste bei einem Pfostentreffer in der 66. Minute die vorzeitige Vorentscheidung.
Premierentreffer von Joker Tom Meyer reicht nicht zur Wende
In der Schlussviertelstunde warf der VfL alles nach vorn. Für den verdienten Anschluss sorgte schließlich ein Nachwuchstalent: Nach einer Ecke von Maximilian Wittek verlängerte der eingewechselte Benedikt Pichler am kurzen Pfosten, ehe der 18-jährige Tom Meyer den Ball in der 77. Minute kurios mit dem Rücken über die Linie bugsierte. Für Meyer war es der erste Treffer im Profibereich.
In der hektischen Schlussphase drängte Bochum auf den Ausgleich. Joker Berkan Taz und Klaiber verfehlten das Gehäuse nur haarscharf. In der Nachspielzeit tauchte Rasmussen nach einem Steckpass von Koji Miyoshi noch einmal frei vor Weinkauf auf, scheiterte jedoch erneut am überragenden Hannover-Keeper. Damit blieb die Schlussoffensive unbelohnt, und der VfL musste die Heimreise trotz drückender Überlegenheit mit leeren Händen antreten.
