
Tag der Tagespflege von Diakonie Ruhr, AWO Ruhr-Mitte, Caritas Ruhr-Mitte und DRK Bochum am 10.09.2026 auf dem Husemannplatz in Bochum Das Organisationsteam (v.l.): Anke Naumtschuk (AWO Ruhr-Mitte), Vera Pallenberg (Diakonie Ruhr), Anette Gröne-Botta (Caritas Ruhr-Mitte) und Valeri Propp (DRK Bochum)
(c) Jens-Martin Gorny
Mit einem Gemeinschaftsprojekt haben die führenden Bochumer Wohlfahrtsverbände die Fußgängerzone in eine temporäre Pflegeoase verwandelt. Die Diakonie Ruhr, die AWO Ruhr-Mitte, die Caritas Ruhr-Mitte und das DRK Bochum präsentierten auf dem Husemannplatz eine begehbare Tagespflegeeinrichtung unter freiem Himmel. Ziel des gemeinsamen Aktionstages war es, Schwellenängste abzubauen und über das breit gefächerte Spektrum dieses Unterstützungs- und Entlastungsangebots aufzuklären.
Das weiße Zeltdach bot den Besucherinnen und Besuchern einen realistischen Einblick in den Alltag moderner Einrichtungen. Während im Inneren bequeme Ruhesessel sowie Gesellschaftsspiele wie Mensch ärgere dich nicht oder Jakkolo zum Verweilen einluden, sorgten im Außenbereich Wurfkörbe, ein überdimensionales Vier-gewinnt-Spiel und Rikscha-Rundfahrten für Bewegung. Die Träger machten deutlich, dass strukturierte Tagesangebote weit über die reine Grundpflege hinausgehen: Sie fördern soziale Interaktionen, aktivieren kognitive wie körperliche Fähigkeiten und leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz vor Einsamkeit und sozialer Isolation im Alter.
Entlastung für Familien und finanzielle Fördermöglichkeiten
Neben den Mitmach-Aktionen stand die persönliche Fachberatung im Fokus. Teams aller vier Verbände führten zahlreiche Informationsgespräche mit Betroffenen und Angehörigen über organisatorische und rechtliche Rahmenbedingungen. Der regelmäßige Besuch einer Tagespflege entlastet das häusliche Umfeld spürbar und ermöglicht Pflegebedürftigen dennoch den dauerhaften Verbleib in den eigenen vier Wänden.
Ein zentraler Aspekt der Aufklärung betraf die Finanzierung. Liegt ein anerkannter Pflegegrad vor, übernimmt die jeweilige Pflegekasse üblicherweise den Großteil der anfallenden Kosten im Rahmen eines eigenen Budgets. Dieses kann zusätzlich beansprucht werden, ohne dass das reguläre Pflegegeld oder die Pflegesachleistungen für die häusliche Betreuung gekürzt werden.
