
Stadtbücherei
Weichenstellung für die liberale Nachwuchspolitik in Bochum und Nordrhein-Westfalen: Auf ihrem programmatischen Kreiskongress haben die Jungen Liberalen (JuLis) Bochum am Sonntag ein umfangreiches Maßnahmenpaket verabschiedet. Die Delegierten diskutierten intensiv über die Weiterentwicklung der lokalen Bildungslandschaft, den Opferschutz im digitalen Raum sowie Reformen im Hochschulwesen.
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf der kommunalen Infrastruktur und der frühkindlichen Förderung. Der FDP-Landtagskandidat für das kommende Wahljahr, Max Brückner, brachte einen Leitantrag zur Modernisierung der Kindertagesstätten ein. Dieser fordert realistischere Betreuungsschlüssel, flexiblere Öffnungszeiten und spürbare Entlastungen für Erzieherinnen und Erzieher, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Chancengerechtigkeit zu verbessern. Auch bei den kommunalen Lerneinrichtungen verlangt der Verband mehr Flexibilität: Die JuLis fordern eine Ausweitung der Öffnungszeiten der Stadtbibliothek und ihrer Zweigstellen und drängen auf eine rasche Prüfung von Sonntagsöffnungen der Bochumer Zentralbibliothek, um Schülerinnen, Schülern, Berufstätigen und Familien bessere Zugangsmöglichkeiten zu bieten.
Mehr Schulautonomie, internationale Semesterzeiten und Kampf gegen Deepfakes
Für die allgemeinbildenden Schulen sprachen sich die Kongressteilnehmenden für größere didaktische und digitale Freiräume aus. Die Schulen sollen eigenständig über Lehrmethoden sowie alternative Prüfungsformate bestimmen dürfen. Zudem müsse die ökonomische und finanzielle Bildung fest im Unterricht verankert werden, um junge Menschen auf eigenverantwortliche Alltagsentscheidungen vorzubereiten. Auf akademischer Ebene plädieren die Jungen Liberalen für eine Anpassung der deutschen Vorlesungs- und Semesterzeiten an internationale Standards, um Auslandssemester und den weltweiten Studierendenaustausch ohne zeitliche Verzögerungen zu ermöglichen.
Im Bereich der Rechts- und Kriminalpolitik beschloss der Kongress Richtlinien gegen digitale Gewaltformen. Die Delegierten fordern, sexualisierte digitale Übergriffe wie Deepfakes im Strafrecht eindeutig zu erfassen, Beratungsangebote für Betroffene massiv auszubauen und den Opferschutz zu priorisieren.
Abgerundet wurde der Kongress durch personelle Beschlüsse: Die Mitglieder wählten Marc Wenker als neuen Beisitzer in den Bochumer Kreisvorstand. Der Kreisverband beabsichtigt, das beschlossene Positionspapier als Anträge auf dem bevorstehenden Landesparteitag der FDP Nordrhein-Westfalen einzubringen.
