Beitrag: Zeche Amalia eröffnet Freizeitbereich im Bochumer Osten
Heiner Rogmann und Dirk Meyer bei der Teileröffnung des Geländes auf Zeche Amalia.

Foto: Jenny Musall

Die ehemalige Zeche Amalia in Werne startet mit Fußball- und Adventure-Golf in die Zukunft. Bis zur großen Golfanlage bleibt das Gelände jedoch noch eine Baustelle.

Auf dem geschichtsträchtigen Areal der früheren Zeche Amalia an der Stadtgrenze zwischen Bochum-Ost und Dortmund wurde der erste Bauabschnitt offiziell eröffnet. Ab sofort stehen den Besucherinnen und Besuchern die neu angelegten Bahnen für Adventure-Golf sowie eine Fußball-Golf-Anlage zur Verfügung. Doch während die ersten Bälle über das Grün rollen, gleicht das weitläufige Gelände zu großen Teilen weiterhin einer Baustelle. Containerbauten, provisorische Toiletten, ein Bierwagen und ein Imbisswagen prägen derzeit das Bild vor Ort, an dessen Rändern die weiteren Ausbaustufen noch deutlich zu sehen sind. Für den Bochumer Osten markiert die Teilfreigabe dennoch einen wichtigen Meilenstein nach jahrzehntelangem Stillstand.

Adventure Golf und Freizeitspaß auf Zeche Amalia Bochum

Heiner Rogmann, Geschäftsführer der Zeche Amalia GmbH, zeigte sich sichtlich erleichtert über die ersten fertigen Abschnitte des Großprojekts. „Wir haben heute die ersten zwei Anlagen fertig“, verkündete Rogmann vor den versammelten Gästen. Dabei blickte der Geschäftsführer auf die Anfänge der Erdarbeiten im Frühjahr 2019 zurück. „Wenn man sich mal überlegt: 2019 im Februar sind wir da unten angefangen und wir waren schneller als Stuttgart 21“, betonte er mit einem Augenzwinkern.

Gleichzeitig nutzte der Betreiber den Anlass, um sich bei der Nachbarschaft für die Belastungen der vergangenen Jahre zu entschuldigen. „Für alle, die Geduld hatten, bedanke ich mich noch mal recht herzlich und entschuldige mich noch mal für die dreckige Straße oder sonst irgendwas, was wir hier verursacht haben“, sagte Rogmann. Für die Modellierung der Freizeitanlage wurden gewaltige Bodenmassen bewegt; laut Rogmann wurden inzwischen 80.000 LKW-Ladungen an Erde angeliefert und verarbeitet, während in früheren Aussagen noch von gut 40.000 Ladungen die Rede war. Nun müsse laut Betreiber kein weiteres Material mehr auf die Fläche geschafft werden, was eine deutliche Entlastung für das direkte Umfeld verspreche.

Industrieflächen im Wandel des Stadtbezirks Bochum Ost

Bezirksbürgermeister Dirk Meyer erinnerte in seiner Ansprache an die lange und wechselhafte Historie der einstigen Schachtanlage, auf der Ende des neunzehnten Jahrhunderts Kohle gefördert wurde und später Kokerei- sowie Chemiebetriebe arbeiteten. „Und das Gelände, und das habe ich politisch dann auch schon mitbekommen, wurde aufwendig saniert und dabei wurden eben auch Abdichtungsfolien hier unten eingezogen, ja, dass die Auswaschung eben und Schadstoffe nicht ins Grundwasser gelangen. Aber warum erwähne ich das? Das bedeutet eben, dass auf Amalia eben nicht alles geht, was man sich so unter einer Nachrüstung vorstellen kann. Das ist nicht alles möglich. Sie können ja nicht beliebig bauen und insofern und umso interessanter war dann eigentlich schon sehr früh die Idee, hier eine Freizeit- und Golfanlage auch entstehen zu lassen“, erklärte Meyer. Erste Überlegungen für den Sportpark reichen bis in die 1990er-Jahre zurück, ehe das Bebauungsplanverfahren 2004 eingeleitet und 2006 planungsrechtlich besiegelt wurde. Nach kontroversen Diskussionen in der Vergangenheit – etwa über eine zwischenzeitlich debattierte Müllverbrennungsanlage – sei die jetzige Nutzung ein entscheidender Schritt nach vorn.

Für Meyer fügt sich die Neugestaltung von Amalia nahtlos in den umfassenden Strukturwandel im Bochumer Osten ein, zu dem auch Flächen wie Mark 51/7 auf dem ehemaligen Opel-Werk in Laer oder das Areal Robert Müser in Werne zählen. Das Projekt sei von der Politik über viele Jahre kritisch, aber stets konstruktiv begleitet worden, um den Weg für die Freizeitanlage endlich freizumachen. „Nach dieser wirklich sehr langen Vorgeschichte, wenn ich das so sagen darf, wünsche ich Ihnen vor allem eines: dass die Golfbälle dann auch deutlich schneller rollen als dieses Projekt und diese Geschichten, die dann im Vorfeld gelaufen sind“, schloss Meyer seine Rede. Nach rund zwanzig Jahren von den planerischen Grundlagen bis zum ersten Abschlag sei nun ein Naherholungsraum auf versiegeltem Altlastenboden Realität geworden.

Neun-Loch-Golfanlage und Clubhaus an der Stadtgrenze

Trotz des Teilerfolgs mit Adventure- und Fußball-Golf müssen sich ambitionierte Sportler bis zum Start der eigentlichen Neun-Loch-Golfanlage noch gedulden. Einen konkreten Eröffnungstermin für den großen Platz will Rogmann weiterhin nicht nennen, auch wenn kein neuer Boden mehr bewegt werden muss. Nach seiner Einschätzung wird das Vorhaben noch einen Zeitraum von rund zwei Jahren in Anspruch nehmen. Fünf oder sieben Jahre werde es aber definitiv nicht mehr dauern. Zudem kündigte der Geschäftsführer an, dass der vordere Bereich des Zechengeländes bis zur Mitte des Jahres 2027 mit einem Clubhaus fertiggestellt sein soll.

Nach den offiziellen Grußworten ging es für Betreiber, Bezirksbürgermeister und geladene Gäste direkt an den Schläger, um die ersten Bahnen auf Herz und Nieren zu testen. Der Betreiber sieht in dem Areal das Potenzial für eine echte Oase mitten im Ballungsraum. „Ich habe hier manchmal das Gefühl, wenn ich hier so rumlaufe, ich bin gar nicht im Ruhrgebiet, ich könnte auch irgendwo in der Eifel sein“, schwärmte Rogmann mit Blick auf die neu modellierte Naturlandschaft. Bis aus dem Baustellencharme ein vollends abgerundeter Sportpark wird, bleibt zwar noch Arbeit, doch der Freizeitbetrieb in Bochum-Werne läuft nun.

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