
Stadttauben
(c) snibi / Picabay
Saubere Straßen, Infektionsschutz und Tierschutz im Einklang: Die Stadt Bochum klärt über den Umgang mit Stadttauben auf, erinnert an das geltende Fütterungsverbot und gibt praktische Ratschläge zur Abwehr an Hausfassaden und Balkonen.
Im innerstädtischen Raum gehören Tauben zum alltäglichen Bild, sorgen jedoch regelmäßig für Diskussionen über Hygiene und Bausubstanz. Um die Population im Gleichgewicht zu halten und Verunreinigungen zu minimieren, appelliert die Stadtverwaltung an alle Bürgerinnen und Bürger, herrenlose Tiere unter keinen Umständen zu füttern. Dieser Grundsatz ist rechtlich klar verankert: Nach Paragraf 20 Nummer 2 der Bochumer Sicherheitsverordnung stellt das Füttern herrenloser Tauben eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem Bußgeld in Höhe von 45 Euro geahndet wird.
Ursprung der Vögel und Unterscheidung zu Brieftauben
Biologisch und rechtlich ist die Differenzierung zwischen Zuchttieren und frei lebenden Vögeln entscheidend. Brieftauben, die auch als Haustauben bezeichnet werden, gelten als Haustiere. Sie werden von Menschen gezielt gehalten, leben in betreuten Schlägen und kommen vorrangig bei sportlichen Wett- und Preisflügen zum Einsatz. Wer ein solches Tier auffindet, erkennt es verlässlich an einem geschlossenen Fußring. Die darauf eingeprägte Ziffernkombination gibt Aufschluss über den Heimatort und den zuständigen Züchterverein. Entsprechende Hilfestellungen zur Identifikation herrenloser Brieftauben stellt der Verband Deutscher Brieftaubenzüchter e. V. bereit.
Stadttauben hingegen sind die verwilderten Nachkommen dieser Haustiere, die ohne menschliche Obhut im urbanen Raum leben. Werden sie regelmäßig gefüttert, stellen sie ihre eigenständige Nahrungssuche nahezu vollständig ein und siedeln sich dauerhaft an den Futterplätzen an. Durch das permanente Überangebot an Nahrung steigt die Vermehrungsrate dramatisch an: Unter günstigen Lebensbedingungen bringt ein einziges Taubenpaar pro Jahr über 20 Nachkommen hervor, die ihrerseits bereits nach zwölf Monaten geschlechtsreif sind. Dies führt zu einem explosionsartigen Anwachsen lokaler Bestände.
Bausubstanz in Gefahr: Zwölf Kilogramm Kot pro Taube
Neben dem unkontrollierten Populationswachstum birgt vor allem der Taubenkot erhebliche Probleme für das Gemeinwesen. Jedes Tier hinterlässt im Schnitt bis zu zwölf Kilogramm Exkremente pro Jahr an seinen Rast- und Nistplätzen. Die darin enthaltenen aggressiven Säuren greifen Mauerwerk, Sandstein und Fassadenverkleidungen an, was langfristig zu massiven Bauschäden führt. Zudem verschmutzen die Ablagerungen Gehwege, Denkmäler und öffentliche Plätze, während aufgewirbelte Partikel zur Übertragung von Krankheitserregern beitragen können.
Bürgerinnen und Bürger können durch einfaches Verhalten dazu beitragen, das Problem an der Wurzel zu packen. Der Verzicht auf Fütterungen zwingt die Vögel dazu, weitere Distanzen bei der Futtersuche zurückzulegen, wodurch die Brutaktivität auf natürliche Weise sinkt. Ebenso wichtig ist die sorgfältige Entsorgung von Essensresten in Abfallbehältern, damit keine leicht zugänglichen Nahrungsquellen im öffentlichen Raum entstehen.
Wirksame Methoden zur Vergrämung an Gebäuden
Um Balkone, Terrassen und Dächer vor dauerhafter Verschmutzung zu bewahren, empfiehlt die Verwaltung verschiedene präventive Abwehrmaßnahmen. Als optische Abschreckung eignen sich Nachbildungen natürlicher Feinde wie Keramikkrähen, aber auch reflektierende Materialien wie Aluminiumstreifen, Glaskugeln oder ausrangierte CDs, deren Lichtreflexe Tauben vertreiben. Bei starkem Befall bieten Schutznetze eine dauerhafte Barriere für Balkone, wobei Fachkräfte der Schädlingsbekämpfung beratend unterstützen. Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer sollten zudem Öffnungen zu Dachböden, Nischen und Schuppen konsequent verschließen, um den Tieren potenzielle Nistplätze zu entziehen und Gebäude nachhaltig vor Verunreinigungen zu schützen.
Bei Fragen oder auch Meldungen, wenden Sie sich ans Ordnungsamt der Stadt Bochum.
