
Symbolbild Rqadtouren
(c) Sebastian Sendlak
Wie fahrradfreundlich ist Bochum wirklich? Der ADFC startet seinen bundesweiten Fahrradklima-Test 2026 und befragt erstmals gezielt Kinder und Jugendliche.
Vom 1. September bis zum 30. November 2026 können Radfahrende in ganz Deutschland und vor allem in Bochum den Zustand der Radverkehrsinfrastruktur bewerten. Die bundesweite Befragung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) geht damit in ihre zwölfte Runde. Ziel der Erhebung ist es, Stärken und Schwächen der städtischen Radwege, der Parksituation und des Sicherheitsgefühls systematisch zu erfassen. Eine Premiere feiert in diesem Durchgang eine eigenständige Umfrage für Kinder und Jugendliche, um deren spezifische Bedürfnisse im Verkehr abzubilden. Die bundesweiten Ranglisten und lokalen Auswertungen werden im Frühjahr 2027 der Öffentlichkeit präsentiert.
ADFC Bochum fordert breite Beteiligung der Bürger
ADFC-Bundesvorsitzender Frank Masurat betont, dass Radfahren fit halte, kostengünstig sowie klimafreundlich sei und zudem Spaß mache. Viele Städte und Gemeinden investieren zwar in Radwege und Abstellanlagen, die Bedingungen vor Ort unterscheiden sich jedoch weiterhin erheblich. Genau an diesem Punkt setzt der Test an, um Fortschritte sichtbar zu machen und konkreten Nachbesserungsbedarf aufzudecken. Aus den Rückmeldungen der Teilnehmenden sollen klare Handlungsempfehlungen für die Politik und Verwaltung abgeleitet werden. Beim letzten Durchlauf beteiligten sich bundesweit rund 213.000 Personen an der Erhebung.
Auch der Bochumer Kreisverband ruft alle Radfahrenden vor Ort zum Mitmachen auf. Marek Nierychlo, Vorsitzender des ADFC Bochum, erklärt, wer regelmäßig in der Stadt unterwegs sei, wisse am besten, was funktioniere, wo Kreuzungen unübersichtlich seien und wo sichere Radwege fehlen. Die Befragung helfe dabei, die täglichen Erfahrungen mit unvermittelt endenden Wegen oder geteilten Fahrradstraßen schonungslos sichtbar zu machen. Die Ergebnisse sollen der Stadtspitze verdeutlichen, wo Bochum verkehrspolitisch steht und an welchen Stellen dringender Handlungsbedarf besteht. Eine hohe Beteiligung sorge für aussagekräftige Daten.
Eigene Umfrage für Kinder und Jugendliche gestartet
Erstmals richtet der Verband eine eigene Erhebung speziell an junge Generationen, da diese für Schul- und Freizeitwege auf besonders sichere Straßen angewiesen sind. Nierychlo führt aus, dass Kinder und Jugendliche den Straßenverkehr völlig anders als Erwachsene wahrnehmen. Ihre Rückmeldungen können präzise aufzeigen, welche Hindernisse ihnen im Alltag begegnen und was sich verändern müsse. Er unterstreicht, dass Straßen, auf denen sich jüngere Generationen sicher bewegen können, letztlich für alle Verkehrsteilnehmenden sicherer seien. Neben den Bürgern werden zudem die Stadtverwaltungen selbst im Rahmen einer Kommunalbefragung zu ihren Fördermaßnahmen befragt.
Die digitale Umfrage umfasst insgesamt 27 Fragen und nimmt rund zehn Minuten Zeit in Anspruch. Interessierte können bis Ende November online unter https://fkt.adfc.de/befragung teilnehmen. Das Bundesministerium für Verkehr fördert die Untersuchung aus Mitteln des Nationalen Radverkehrsplans. Der ADFC Bochum vertritt rund 1.150 Mitglieder und setzt sich für eine fahrradfreundliche Stadtentwicklung sowie eine nachhaltige Verkehrswende ein. Die Beteiligten hoffen auf rege Resonanz aus Vereinen, Betrieben und Familien, um ein klares Bild des Bochumer Fahrradklimas zu zeichnen.
