Beitrag: VfL-Niederlage: Rösler: „Wir haben uns selber bestraft“
Glücklos: Koji Miyoshi dominiert die Zweikämpfe, hadert aber bei den Flanken

(c) Sebastian Sendlak

VfL Bochum verliert zweites Heimspiel – VfL Osnabrück siegt 0:1 im Ruhrstadion

Ein bitterer Abend für die Fans des VfL Bochum. Das Heimspiel gegen den VfL Osnabrück ging vor 25.498 Zuschauern im Ruhrstadion mit 0:1 verloren. Das „Tor des Tages“ erzielte der Osnabrücker Ismael Badjie bereits in der 4. Minute. Trotz Ballhoheit und Kampf schaffte es das Team von Coach Uwe Rösler nicht, gegen den Aufsteiger ein Tor zu erzielen. Das quittierten die Heimfans mit Pfiffen. Die 2.800 mitgereisten Gästefans freuten sich stattdessen, dass der VfL Osnabrück nach dem Auswärts-Dreier die „rote Laterne“ abgab. Bochum tritt bei drei Punkten aus drei Spielen auf der Stelle. Der guten Abwehrquote von zwei Gegentoren steht allerdings nur ein eigener Bochumer Treffer gegenüber. Am nächsten Spieltag geht es nun am 5. September zu Dynamo Dresden.

Chefcoach Uwe Rösler setzte in der Startelf auf den wieder genesenen Gerrit Holtmann und verschaffte dem jungen Tom Meyer sein Startelf-Debüt. Rösler hatte in der Prematch-Pressekonferenz auf einen frühen Treffer gehofft. Der fiel auch, allerdings anders als erwartet. Denn die zahlreichen Gästefans des anderen VfL aus Osnabrück konnten bereits in der vierten Minute das 0:1 von Ismail Badjiie bejubeln.

Der VfL Bochum übernahm zwar anschließend das Spiel und erkämpfte sich erste Chancen (11./16. Minute), hatte aber später gleich doppelt Glück bei einem Pfostenschuss (24. Minute) und der Aberkennung eines Abseitstors (41. Minute) von Osnabrück. So blieb es zur Halbzeit beim 0:1 und die blau-weißen Fans reagierten daher mit ersten Pfiffen. Der VfL ließ in den ersten 45 Minuten viel von dem vermissen, was zum Sieg in den letzten beiden Pflichtspielen in Braunschweig und Fürth geführt hatte.

Halbzeitrückstand für Bochum – Doppelpech für Osnabrück

Zu Beginn der zweiten Halbzeit erhöhte Bochum den Druck und beinahe wäre Startelf-Debütant Tom Meyer der Ausgleich geglückt. Aber sein Ball landete in den Armen von Osnabrücks Torwart Jonas Krumrey (54. Minute). Kurz danach wechselte Bochum doppelt (Taz und Meyer raus, Rasmussen und Isbruch rein). Das sollte sich auszahlen. Bochum erarbeitete sich Chancen, wie in der 61. Minute, als Koji Myoshi das Außennetz traf. Aber trotz Ballhoheit wurde deutlich, dass Bochum Probleme in der Offensive hat. Anders als in Halbzeit 1 zeigte sich die VfL-Abwehr stabil und ließ wenig zu. Nur in der 75. Minute entwischte Osnabrücks Daniel Kyereh und verpasste knapp das 0:2.

In der 79. Minute wechselte Uwe Rösler erneut: Oliver Olsen ging runter, Yigit Karademir rein und kurz danach kam Neuverpflichtung Mansour Oura-Tagba für Gerrit Holtmann auf den Platz. Bochum war alles rein und kam laut Aussagen von VfL – Coach Uwe Rösler nach dem Spiel auf 20 Situationen im Torraum. Aber es kam – wie schon in den letzten Spielen – zu wenig „Zählbares“ heraus. Auch Stürmer Philipp Hofmann blieb in der 85. Minute sein erstes Heimspieltor versagt, da die Latte im Weg war. Der Frust war den Bochumer Spielern, die sich in der zweiten Halbzeit steigerten, aber dennoch hinter den eigenen Möglichkeiten zurückblieben, in der Endphase des Spiels anzusehen. Und so lief dem VfL am Ende – wie im ersten Heimspiel gegen Hertha BSC – die Zeit davon, um noch – zum mittlerweile nicht unverdienten – Ausgleich zu kommen. Es blieb beim 0:1.

Fazit: Bochum hat mehr Ballbesitz als in der letzten Saison und viele Szenen vor dem Tor. Aber die Effizienz, die in Braunschweig und in Fürth deutlich wurden, fehlte bisher bei beiden Heimspielen komplett. Die Fans an der Castroper Straße reagierten heute erstmals mit Pfiffen, aber es gab auch Anerkennung dafür, dass die Mannschaft von Uwe Rösler bis zum Ende kämpfte und alles versucht hat. Mit etwas mehr Zielstrebigkeit und Unterstützung durch Glücksgöttin Fortuna wäre der Ausgleich möglich und durchaus verdient gewesen. Im Punkto Cleverness war allerdings der VfL Osnabrück, der erstmals in neun Versuchen überhaupt in Bochum gewinnen konnte, aber heute klar im Vorteil.

Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Der VfL Bochum steht nun nach drei Ligaspielen mit drei Punkten da. Dabei ließ die Abwehr um Torwart und Spielführer Timo Horn nur zwei Gegentreffer zu. Der Angriff um Philipp Hofmann erzielte aber nur ein Tor. Ist das Glas also nun halb voll oder halb leer?

Die Antwort werden die kommenden Spiele bis zur Länderspielpause im September zeigen. Bisher wurde deutlich, dass viel an der Gesundheit und an der Tagesform der offensiven Schlüsselspieler wie Gerrit Holtmann, Philipp Hofmann, Koji Myoshi und Berkan Taz liegt. Ausfälle wie Enis Cokay fallen direkt auf. Mut macht heute – trotz der Niederlage – das Startelf-Debüt von Tom Meyer, 18 Jahre (der ein Sonderlob von Chefcoach Uwe Rösler erhielt), und die Einwechslung von Lasse Isbruch, 18 Jahre. Bochum war und bleibt einer der besten Zweitliga-Vereine im Bereich Nachwuchsförderung.

Rösler: „Ohrfeige für uns“

In der Prematch-Pressekonferenz fand VfL – Coach deutliche Worte nach der zweiten Heimpleite: „Wir haben uns selber bestraft. Wir haben in der ersten Halbzeit zwei bis drei Mal Probleme in der Endzonenverteidigung gehabt, was auch zum Gegentreffer geführt hat. (…) Uns hat danach der Mut gefehlt, von hinten raus das Spiel zu machen. In der zweiten Halbzeit haben wir alles versucht, mit dem, was wir haben. Ein Unentschieden wäre verdient gewesen. So aber war es eine Ohrfeige für uns.“

Vor dem Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden (5. September, 20:30 Uhr) blickt Uwe Rösler aber bereits nach vorn: „Wir sind der VfL Bochum. Wir kennen solche Situationen und werden noch unsere Punkte sammeln. Daher heißt es jetzt: Mund abputzen.“

Steinwender: „Wir müssen alle an einem Strang ziehen“

Ähnlich äußerte sich Abwehrspieler Michael Steinwender nach dem Spiel in der Mix-Zone. „Wir müssen die Null halten“, brachte Steinwender die Schlüsselszene des Spiels auf den Punkt. Gleichzeitig blickte auch er bereits nach vorn: „Natürlich sind die Köpfe jetzt unten. Aber wir dürfen jetzt nicht aufgeben und nächste Woche neu angreifen. Wir müssen dazu alle an einem Strang ziehen.“

Stürmer Philipp Hofmann ergänzte: „Wir müssen den Kopf jetzt wieder hochnehmen. Wir haben 3 Punkte aus 3 Spielen und sind im Pokal weiter. Jetzt müssen wir neu schauen, wie es in der Saison weitergeht.“

Wie agiert der VfL noch bis zum Deadline-Day am 01. September?

Wenn es nach dem Wunsch von VfL – Coach Uwe Rösler geht, werden noch ein bis zwei Neuzugänge den Kader des VfL verstärken. Die Transferphase geht nur noch wenige Tage bis zum Abend des 01. September. Aktuell gesucht werden wohl ein Abwehrspieler und ein Stürmer. Rösler wollte sich – wie bereits zuvor seine Linie war – nicht zu Zwischenständen äußern. Nun sind auch Simon Zoller und Ilja Kaenzig gefragt, allerdings sind die finanziellen Möglichkeiten begrenzt. Daher sind wohl Leihen das bevorzugte Mittel.

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