Beitrag: Ausstellung „Im Treibsand“ lässt Bochumer Kult-Ort im Café Tante Yurgan’s aufleben
Café Treibsand

(c) Stadt Bochum, Bildarchiv

Ein bedeutendes Stück queerer und subkultureller Stadtgeschichte kehrt an seinen historischen Ursprungsort zurück.

Mit der einmonatigen Ausstellung „Im Treibsand“ machen die Theaterwissenschaft-Studierenden Puck Knäb und Malte Jacob ihre wissenschaftliche Forschungsarbeit zur queer-feministischen Vergangenheit Bochums für die Öffentlichkeit erlebbar. Die Schau wird am Samstag, den 12. September 2026, um 19:00 Uhr im heutigen Café Tante Yurgan’s an der Castroper Straße 79 feierlich eröffnet.

Im Zentrum der Ausstellung steht das ehemalige Café Treibsand, das im Jahr 1978 von einer Studierendengruppe ins Leben gerufen wurde und sich über Jahrzehnte hinweg zu einem zentralen Schutzraum und Treffpunkt für die queere Community sowie insbesondere für trans Personen entwickelte. Neben ausschweifenden Feiern, Lesungen und Kulturveranstaltungen war das Lokal ein lebendiger Treffpunkt, an dem auch Dragqueens und Theaterschaffende regelmäßig verkehrten. Anhand von zeithistorischen Fotografien, Zeitungsberichten und Original-Flyern zeichnet die Ausstellung den gesellschaftlichen Einfluss und die offene Atmosphäre des damaligen Lokals detailliert nach.

Queer-feministische Stadtgeschichte

Unterstützt wird das Vorhaben maßgeblich von Jürgen Sippel, dem heutigen Inhaber von Tante Yurgan’s. Sippel begann bereits im Alter von 17 Jahren als Mitarbeiter im legendären Café Treibsand, übernahm den Betrieb später und führt ihn seither mit viel Gespür für die Historie fort. Für ihn ist die Rückschau ein echtes Herzensprojekt, zu dem er eigene Erinnerungen und Erfahrungen beisteuert; der Eintritt zur Ausstellung ist für alle Besucherinnen und Besucher kostenfrei.

Finanziell gefördert wird das Kulturprojekt über den Bochum-Fonds, ein Kerninstrument der Bochum-Strategie, das von der Bochum Marketing GmbH im Auftrag der Stadt verwaltet wird. Das Förderprogramm unterstützt bürgerschaftliche, gemeinwohlorientierte Initiativen in den Stadtteilen mit Zuschüssen von bis zu 25.000 Euro bei einem Eigenanteil von 20 Prozent, der auch durch ehrenamtliche Arbeit erbracht werden kann. Interessierte, die eigene Projektideen für ihr Viertel umsetzen möchten, können ihre Vorschläge jederzeit online über die Plattform bochum-fonds.de einreichen.

Auf Social Media teilen