
Volles Haus an zwei Tagen Deutsche Meisterschaft in der Lohrheide
(c) Sebastian Sendlak
Ein denkwürdiges Leichtathletik-Wochenende im sanierten Lohrheidestadion geht zu Ende: Nach den historischen Erfolgen im Sprint krönten die Hammerwerfer Merlin Hummel und Sören Klose am Sonntag ein rundum gelungenes Sportfest vor ausverkaufter Kulisse.
Die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 2026 in Bochum-Wattenscheid haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass das Ruhrgebiet große Sportveranstaltungen auf Top-Niveau ausrichten kann. Der modernisierte Umbau des Lohrheidestadions erwies sich als meisterschaftswürdige Kulisse für historische Rekorde, dramatische Comebacks und emotionale Gänsehautmomente. Vor 14.000 begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern bot der Finalsonntag trotz einsetzenden Regens einen hochklassigen Abschluss der nationalen Titelkämpfe.
Frankfurter Doppelsieg im Regen: Hummel siegt, Klose feiert Traum-Comeback
Ausgerechnet der einsetzende Regen im Hammerwurf-Finale der Männer bescherte den Fans ein packendes Duell an der Spitze: Sowohl Titelverteidiger Merlin Hummel als auch seinem Vereinskollegen Sören Klose (beide Eintracht Frankfurt) kamen die nassen Bedingungen im Ring entgegen. Klose, Deutscher Meister von 2023 und 2024, verpasste aufgrund eines Bandscheibenvorfalls sowie eines Außenbandrisses die gesamte Saison 2025 und kämpfte sich in den letzten Monaten eindrucksvoll zurück.
Nach einem starken Einstieg Kloses übernahm Hummel im dritten Versuch mit 77,99 Metern die Führung und steigerte sich auf 79,18 Meter. Im fünften Durchgang explodierte Klose schließlich auf seine neue persönliche Bestleistung von 78,18 Metern, womit er nicht nur DM-Silber gewann, sondern auch die Direktnorm für die Europameisterschaften in Birmingham abhakt.
„Ich wusste, dass ich gut in Form bin. Aber mit 78 Metern habe ich nicht gerechnet. Seit vier Monaten bin ich wieder dabei und enorm glücklich. Bei meinem letzten DM-Titel hatten wir auch Starkregen – die Bedingungen liegen mir“, jubelte ein überwältigter Sören Klose nach dem Wettkampf.
Auch Sieger Merlin Hummel, der trotz einer Fußumknickung vor einer Woche zu seinem dritten DM-Titel warf, zeigte sich begeistert: „Meine Wünsche wurden erhört: Sören wirft die EM-Norm und es regnet! Ich freue mich, dass wir zu zweit zur EM fahren und möchte dort um die Medaillen kämpfen.“ Das Podium komplettierte Lukas Winkler (LAC Erdgas Chemnitz) mit 70,54 Metern auf Rang drei.
Das Wattenscheider DM-Wochenende im Rückblick
Der Finalsonntag reiht sich nahtlos in ein historisches Meisterschaftswochenende im Lohrheidestadion ein:
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Sensation über 100 Meter: Am Eröffnungstag sorgte U23-Sprinterin Jolina Ernst vom heimischen TV Wattenscheid 01 für das erste große Ausrufezeichen. In 11,26 Sekunden holte sie hauchdünn mit drei Tausendstel Sekunden Vorsprung vor Gina Lückenkemper Gold über die 100-Meter-Distanz.
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Rekord-Lauf im Hürdensprint: Am Samstagabend egalisierte Franziska Schuster (TSV Bayer 04 Leverkusen) in phänomenalen 12,69 Sekunden den Meisterschaftsrekord von Pamela Dutkiewicz aus dem Jahr 2018 und stellte den Anschluss an die europäische Weltklasse her.
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U20-Staffel knapp am Podest vorbei: Ein kleiner Wermutstropfen für die Gastgeber folgte am Sonntag bei den Nachwuchs-Entscheidungen. Die U20-Damen des TV Wattenscheid 01 lagen zwischenzeitlich auf Silber-Kurs, mussten sich nach einer etwas verpatzten Übergabe vor heimischem Publikum am Ende jedoch mit dem vierten Platz zufriedengeben.
Die zwei Wettkampftage in Bochum-Wattenscheid haben gezeigt, dass das Lohrheidestadion nach seiner Modernisierung die perfekte Bühne für internationale und nationale Spitzensport-Events bietet.
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