Beitrag: Inklusion beim Sommerfest der Lebenshilfe in Bochum Kornharpen
Straßenfest mit der Lebenshilfe in Kornharpen

(c) Sebastian Sendlak

Die Lebenshilfe Bochum feiert gemeinsam mit den Anwohnern der Wischermühlenstraße in Kornharpen ihr 22. Sommerfest. Do wird Inklusion  seit über zwei Jahrzehnten gelebt.

In der Straße Zu den Kämpen in Kornharpen herrscht eine besondere Stimmung, wenn die Lebenshilfe Bochum zum gemeinsamen Sommerfest einlädt. Seit 22 Jahren treffen sich dort Bewohner, Mitarbeiter und die umliegende Nachbarschaft, um zu feiern und den Alltag zu teilen. Was einst als vorsichtige Kontaktaufnahme begann, ist heute eine tiefe, gewachsene Verbindung. Martina Zabel, Bereichsleiterin der Einrichtung, erklärt, dass dieses Miteinander längst keine Selbstverständlichkeit darstellt.

Nachbarschaft und Inklusion an der Wieschermühlenstraße leben

Seit 22 Jahren planen Straße und Einrichtung die Feste gemeinsam, treffe sich mehrfach im Jahr und packe beim Aufbau sowie beim Aufräumen tatkräftig mit an. „Das ist wirklich eine gewachsene Beziehung. Da freuen wir uns drüber, weil das nicht üblich ist“, sagt Martina Zabel. Mittlerweile kämen sogar die Kinder der Nachbarn, die vor über zwei Jahrzehnten noch im Kinderwagen bei den ersten Festen dabei gewesen sind, zum Fest.

Mitgestaltung und Selbstbestimmung im Zentrum des Wohnens

Selbstbestimmung ist in der Wohnstätte ein zentrales Element, bei dem die 32 Bewohner aktiv in die Planung des täglichen Lebens einbezogen werden. Ein Bewohnerbeirat vertritt hierbei die Interessen der Männer und Frauen, die in einer familiären Gruppengröße zwischen sieben und acht Personen leben. „Selbstbestimmung und Mitgestaltung sind hier im Haus ganz großgeschrieben“, unterstreicht Zabel die Philosophie der Einrichtung. Diese Struktur ermöglicht es den Bewohnern, ihren Alltag aktiv mitzubestimmen und eigene Entscheidungen zu treffen.

Die Vernetzung mit dem Umfeld zeige sich zudem in vielfältigen Alltagskontakten, die weit über das jährliche Sommerfest hinausgingen. Ob es um kreative Angebote durch Unterstützung aus der Kirchengemeinde gehe oder um gegenseitige Nachbarschaftshilfe im kleinen Rahmen, der Austausch sei allgegenwärtig. „Das ist nicht so, wie in anderen Wohneinrichtungen“, sagt Bewohner Uli, der seit 26 Jahren in der Einrichtung wohnt und auch das Sommerfest mitplant. Ihm gefällt an dem Sommerfest alles, weshalb er auch nach dem Gespräch, genau wie alle anderen, gemeinsam den Tag draußen ausklingen lässt.

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