Beitrag: Neues Graffiti ehrt die Bochumer Maischützen
Kunstwerk in Harpen zum Maiabendfest

(c) Sebastian Sendlak

An der Grenze zum Stadtteil Harpen erstrahlt eine ehemals beschmierte Wand in neuem Glanz und erzählt ein wichtiges Kapitel der Bochumer Stadtgeschichte.

Der Harpener Hellweg hat ein neues, optisches Highlight erhalten, das tief in der lokalen Tradition verwurzelt ist. In Höhe der Bushaltestelle „Laurentiusstraße“ hat der bekannte Bochumer Graffiti-Künstler Patrick Sziedat, in der Szene besser bekannt als „Lackycolor“, eine graue Betonwand in ein echtes Kunstwerk verwandelt. Nach dem vorangegangenen Umbau des Harpener Hellwegs war die Fläche leider des Öfteren durch illegale Schmierereien verunstaltet worden. Das neue, großflächige Wandbild setzt dem Vandalismus nun ein kreatives und geschichtsträchtiges Denkmal entgegen, das bei den Passanten für viel Aufmerksamkeit sorgt.

Die Legende des Maiabendfestes in Blau und Fotorealismus

Das komplett in harmonischen Blautönen gehaltene Graffiti erzählt auf kunstvolle Weise die traditionsreiche Entstehungsgeschichte des Bochumer Maiabendfestes. Die Bildkomposition schlägt eine Brücke zwischen verschiedenen Kunststilen: Neben cartoon-ähnlichen Passagen, die die historische Erzählung auflockern, stechen besonders die beeindruckenden, fotorealistischen Szenen ins Auge. Zu sehen ist die gesamte historische Kette der Ereignisse – angefangen vom dreisten Viehdiebstahl durch die Dortmunder Fehdehelfer auf den Feldern des Grafen Engelbert von der Mark bis hin zur mutigen Rückholung der gestohlenen Rinder durch die legendären Bochumer „Maikerls“.

Ein klares Bekenntnis zum ältesten Brauchtum der Stadt

Das monumentale Werk an der Stadtteilgrenze zu Harpen besitzt einen hohen symbolischen Wert für die lokale Identität. Es dokumentiert die historisch gewachsene, starke Zugehörigkeit und die herausragende Bedeutung Harpens für das alljährliche Maiabendfest. Die Harpener Maischützen spielen seit jeher eine tragende Rolle bei diesem Fest, das zu den ältesten und traditionsreichsten Brauchtumsfeiern in ganz Deutschland gehört. Mit diesem farbenprächtigen Hingucker im öffentlichen Raum wird die Erinnerung an die Rettung der gräflichen Herde im Alltag der Bürgerinnen und Bürger lebendig gehalten.

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