Beitrag: Bochums Feuerwehr rüstet digital und nachhaltig auf
Neue Technik für die feuerwehr – Präsentiert vor der Jahrhunderthalle

(c) Sebastian Sendlak

Die Feuerwehr Bochum modernisiert ihre Einsatzleitung mit neuen E-Fahrzeugen, Drohnen und einem Container. Das zukunftsweisende Großprojekt spart viel Geld.

Mit einer Neuaufstellung der technischen Einsatzleitung geht die Feuerwehr Bochum einen Schritt in Richtung Zukunft. Wo früher ein umgebauter Reisebus an Einsatzorten als Zentrale diente, gibt es jetzt moderne Container sowie zwei neue Einsatzleitwagen und Dienstfahrzeuge. Stadtdirektor Sebastian Kopietz und Feuerwehrchef Simon Heußen haben die neuen Komponenten an der Jahrhunderthalle vorgestellt. Die Anschaffung macht die Retter im Ruhrgebiet flexibler und schont aufgrund emissionsfreier Antriebe die Umwelt.

Moderne Technik für die Feuerwehr Bochum im Einsatz

Das Highlight der neuen Flotte ist der Abrollbehälter Einsatzleitung auf einem flexiblen Wechsellader-Lkw. Dieser Container lässt sich an der Einsatzstelle in zehn bis fünfzehn Minuten auseinanderfahren. Im Inneren steuern die Einsatzleiter alles über eine App, während Bildschirme außen die Lage zeigen. „Die Feuerwehr wird digitaler, die Feuerwehr wird nachhaltiger und die Feuerwehr wird flexibler“, verdeutlicht Stadtdirektor Sebastian Kopietz das Technik-Upgrade bei der Vorstellung der Fahrzeuge.

Ergänzt wird das System durch zwei baugleiche Einsatzleitwagen (ELW) und zwei elektrische Kommandofahrzeuge. Diese redundant aufgestellte Technik sorgt dafür, dass die Retter auch bei parallelen Großlagen immer handlungsfähig bleiben. Bereits im Alltag haben sich die neuen E-Autos bewährt und ermöglichen ausreichende Reichweiten. „Bei dem, was wir hier so selbst auch in größeren Lagen in der Stadt fahren oder an Reichweite und Kapazität brauchen, ist das völlig ausreichend“, erklärt Kopietz zufrieden.

Millionenprojekt spart der Stadt Bochum viel Steuergeld

Rund zwei Millionen Euro hat das gesamte Paket gekostet. Das ist im Vergleich zu Spezialbussen ein Schnäppchen für die Stadtkasse. Ein neuer Bus allein hätte in der Anschaffung rund 1,4 Millionen Euro verschlungen. „Hätten wir den Bus gekauft, lägen wir jetzt hier bei drei Millionen“, rechnet Amtsleiter Simon Heußen vor.

Trotz aller Digitalisierung vertrauen die Retter nicht blind auf die moderne Technik. Für den Fall eines Stromausfalls gibt es weiterhin Magnettafeln und Papier als analoges Backup. Im Ernstfall muss jeder Handgriff sitzen, egal ob die Internetverbindung steht. „Unser Einsatz muss ja immer funktionieren“, stellt Feuerwehrchef Simon Heußen klar.

Ihre erste große Bewährungsprobe hat die neue Einsatzzentrale bereits bei Bochum Total bestanden. Dort haben die Einsatzkräfte das Geschehen erstmals komplett digital koordiniert. Von der Konzeptionierung bis zur Auslieferung vergingen insgesamt fast vier Jahre. „Der Bus hatte jetzt wirklich 30 Jahre auf dem Buckel, und dann darf es auch mal was Neues sein“, schmunzelt Heußen mit Blick auf den umgebauten Reisebus, der Baujahr 1996 ist und seit etwa 2003 im Dienst der Feuerwehr gewesen ist.

Neue Technik live erleben: Beim Tag der offenen Tür

Anlässlich des großen 125-jährigen Jubiläums der Berufsfeuerwehr Bochum lädt die Wache in Werne zu einem ereignisreichen Tag der offenen Tür für die ganze Familie ein.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick:

  • Datum: Samstag, 5. September 2026  10:00 Uhr bis ca. 18:00 Uhr

  • Ort: Hauptfeuer- und Rettungswache III (Bochum-Werne) Brandwacht 1, 44894 Bochum

  • Eintritt: Frei

Das erwartet Sie vor Ort:

  • Fahrzeug- & Technikschau: Erleben Sie die modernen Einsatzfahrzeuge und die spezialisierte Ausrüstung der Feuerwehr und des Rettungsdienstes aus nächster Nähe.

  • Spannende Einblicke: Erfahren Sie aus erster Hand, wie der anspruchsvolle Alltag auf einer der modernsten Hauptfeuer- und Rettungswachen der Region abläuft.

  • Mitmachaktionen: Ein abwechslungsreiches Programm mit interaktiven Stationen bietet Spaß und spielerisches Lernen für Groß und Klein.

  • Persönlicher Austausch: Nutzen Sie die Gelegenheit, um direkt vor Ort mit den Einsatzkräften der Bochumer Feuerwehr ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen.

Die Tore stehen am Veranstaltungstag ab 10:00 Uhr für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger offen. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

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