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ICE (DB)
Harter Schlag für den Bochumer Hauptbahnhof: Ab dem kommenden Samstag streicht die Deutsche Bahn die zweistündliche ICE-Direktverbindung nach München. Während der Konzern von einer notwendigen Netz-Entlastung spricht, formiert sich in Bochum massiver politischer Widerstand gegen die drohende „Herabstufung“ der Großstadt.
Die Hiobsbotschaft für Bochumer Bahnreisende kam kurzfristig: Um die chronischen Verspätungen und den Sanierungsstau im dichtbefahrenen Schienennetz von Nordrhein-Westfalen in den Griff zu bekommen, dünnt die Deutsche Bahn das Angebot im Fernverkehr aus. Ab Samstag (11. Juli 2026) wird der im Zweistundentakt verkehrende ICE von Dortmund nach München den Bochumer Hauptbahnhof ohne Halt passieren. Bochumer Fahrgäste, die in Richtung Süden reisen möchten, werden vom Konzern auf den Regionalverkehr verwiesen, mit dem sie zunächst zum Hauptbahnhof nach Essen fahren müssen, um dort in den ICE zuzusteigen. Diese Regelung soll im Rahmen einer „Notmaßnahme“ vorerst bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2026 gelten.
CDA läuft Sturm: „Falsches Signal für Arbeitnehmer, Studierende und den Standort“
In der Bochumer Lokalpolitik stößt die Entscheidung der Bahn auf ungeteilte Empörung. Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) Bochum kritisierte die Streichung als verkehrspolitisch schwerwiegenden Fehler. „Mobilität ist keine Nebensache. Sie entscheidet darüber, ob Menschen zuverlässig zur Arbeit kommen, ob Studierende und Auszubildende gut angebunden sind und ob ein Wirtschaftsstandort attraktiv bleibt“, findet Christian Herker, Vorsitzender der CDA Bochum. Wer eine Großstadt im Herzen des Ruhrgebiets zugunsten von wenigen Minuten Fahrzeit schlechter anwende, setze ein sozial unausgewogenes Zeichen, das Arbeitnehmer, Betriebe, Hochschulen und auch die hiesigen Einrichtungen im Gesundheitswesen empfindlich treffe.
Bochum sei kein unbedeutender Provinzbahnhof, den man einfach links liegen lassen dürfe, sondern ein zentraler Wissenschafts-, Gesundheits- und Wirtschaftsschwerpunkt in einer der größten Metropolregionen Europas. Wenn der Bund und die Bahn die Verkehrswende ernst meinen und mehr Menschen auf die Schiene locken wollen, dürfe man florierende Direktverbindungen nicht einfach abbauen und die Fahrgäste auf ohnehin permanent überlastete Regionalbahnen abschieben.
CDU-Chef Bracke fordert Überprüfung: „Bochum darf nicht zum Durchfahrtsbahnhof werden“
Rückendeckung erhält die CDA vom Kreisvorsitzenden der Bochumer CDU, Andreas Bracke. Dieser fordert von den Verantwortlichen in den Bahn-Zentralen ein sofortiges Umdenken und lückenlose Transparenz: „Bochum braucht keine schleichende Herabstufung im Fernverkehr, sondern eine verlässliche Anbindung, die der Bedeutung unserer Stadt gerecht wird. Die Deutsche Bahn muss diese Entscheidung überprüfen und transparent erklären, warum ausgerechnet Bochum von wichtigen Direktverbindungen abgekoppelt werden soll“. Es dürfe nicht sein, dass die strukturellen Probleme des Staatskonzerns dadurch gelöst werden, dass die Großstädte im Ruhrgebiet gegeneinander ausgespielt werden.
Die christlich-demokratischen Arbeitnehmervertreter formulieren angesichts des drohenden Verlusts klare Kernforderungen an die Bahn und die Politik:
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Die Streichung der ICE-Halte in Bochum muss unverzüglich auf den Prüfstand gestellt und zeitlich strikt begrenzt werden.
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Der Bund steht in der Pflicht, gemeinsam mit der Bahn den schleppenden Ausbau der Schieneninfrastruktur im Ruhrgebiet massiv zu beschleunigen.
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Bochum muss als bedeutender Hochschulstandort und wichtiger Arbeitsplatzschwerpunkt dauerhaft stark und ohne Einschränkungen im Fernverkehrsnetz verankert bleiben.
„Gerade Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer brauchen verlässliche, direkte und bezahlbare Mobilität. Bochum darf nicht zum Durchfahrtsbahnhof degradiert werden“, warnt Herker abschließend.
