Beitrag: Flaggentag der „Mayors for Peace“: Bochum hisst Flagge gegen nukleares Wettrüsten
Mayors for Peace Flagge – 08-07-2025

(c) Stadt Bochum

30 Jahre nach dem historischen Gutachten des Internationalen Gerichtshofs setzen hunderte Städte in Deutschland – darunter auch Bochum – am 8. Juli ein unübersehbares Zeichen für den globalen Frieden.

Am Mittwoch, 8. Juli 2026, jährt sich ein Meilenstein der internationalen Rechtsprechung zum 30. Mal: Am 8. Juli 1996 stellte der Internationale Gerichtshof (IGH) in Den Haag in einem wegweisenden Rechtsgutachten fest, dass sowohl die Androhung als auch der eigentliche Einsatz von Atomwaffen grundsätzlich gegen das geltende Völkerrecht verstoßen. Darüber hinaus betonte das Gericht die völkerrechtliche Pflicht aller Staaten, Verhandlungen zur vollständigen nuklearen Abrüstung unter internationaler Kontrolle in redlicher Absicht zum Abschluss zu bringen. Um an dieses historische Gutachten zu erinnern und ein unmissverständliches Zeichen gegen die neue Dynamik des atomaren Wettrüstens zu setzen, beteiligen sich Städte weltweit am jährlichen Flaggentag der Organisation „Mayors for Peace“.

Bochum positioniert sich klar gegen atomare Aufrüstung

Auch vor dem Bochumer Rathaus weht am Aktionstag die offizielle Flagge des internationalen Netzwerkes. Die Stadt unterstützt die friedenspolitischen Ziele der Organisation seit Langem und greift den Appell zur atomaren Abrüstung in Zeiten wachsender geopolitischer Spannungen aktiv auf.

„Am Flaggentag der ‚Mayors for Peace‘ fühlen wir uns dem Vermächtnis der Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki besonders verpflichtet. Ihr Appell, dass sich ein solches Leid niemals wiederholen darf, ist aktueller denn je. Deshalb setzt Bochum heute mit dem Hissen der ‚Mayors for Peace‘-Flagge ein sichtbares Zeichen gegen atomare Aufrüstung und für eine friedlichere Welt“, erklärt Oberbürgermeister Jörg Lukat.

SIPRI-Experten warnen vor globalem Kurswechsel

Die Aktion der Kommunen findet vor einem ernsten weltpolitischen Hintergrund statt: Atomwaffen nehmen in der internationalen Sicherheitspolitik gegenwärtig wieder eine weitaus prominentere und bedrohlichere Rolle ein. Nach aktuellen Schätzungen des renommierten Stockholmer Friedensforschungsinstitutes SIPRI befinden sich im Besitz der weltweit neun Atommächte immer noch insgesamt 12.187 Atomsprengköpfe. Die Friedensforscherinnen und -forscher warnen eindringlich davor, dass die Atommächte ihre Arsenale nicht nur modernisieren, sondern ein neues, gefährliches Wettrüsten bereits in vollem Gange ist.

Ein weltweites Netzwerk für den Frieden: Die Fakten

Das Bündnis „Mayors for Peace“ (Bürgermeister für den Frieden) blickt auf eine jahrzehntelange Geschichte zurück und hat sich zu einer starken Stimme der Zivilgesellschaft entwickelt:

  • Gründung: Die Organisation wurde im Jahr 1982 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters von Hiroshima ins Leben gerufen.

  • Führung: Bis heute steht das internationale Städtenetzwerk unter der festen Präsidentschaft der japanischen Stadt Hiroshima.

  • Mitglieder global: Dem Netzwerk gehören aktuell 8.579 Städte in insgesamt 166 Ländern auf der ganzen Welt an.

  • Präsenz in Deutschland: In Deutschland bekennen sich 931 Städte zu den Zielen des Verbundes. Rund 600 von ihnen beteiligen sich in diesem Jahr aktiv mit dem Hissen der Flagge am gemeinsamen Aktionstag am 8. Juli.

Neben dem primären Ziel, der vollständigen Abschaffung von Nuklearwaffen, greift die Organisation regelmäßig aktuelle globale Krisen auf, um kommunale Wege für ein friedvolles und solidarisches Miteinander zu diskutieren.

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