Beitrag: Debatte um Verkehrsversuch in Linden
Pressegespräch zum Verkehrsversuch in Linden

(c) Sebastian Sendlak

Werbegemeinschaft schafft Transparenz und startet Umfrage

Rund um das Reallabor „Linden bewegt“ kursieren im Stadtteil Missverständnisse über die Rolle der lokalen Händlervereinigung. Der Vorstand distanziert sich von Gerüchten und fordert eine sachliche Analyse.

Der Verkehrsversuch im Bochumer Stadtteil Linden sorgt weiterhin für reichlich Gesprächsstoff und teils emotionale Diskussionen in der Bevölkerung. Zuletzt kam es im Stadtteil vermehrt zu Falschinformationen und Gerüchten, die direkt der Werbegemeinschaft Bochum-Linden e. V. zugeschrieben wurden. Von der Platzierung von Blumenkübeln über die Einrichtung neuer Verweilsitzplätze bis hin zur verordneten Temporeduzierung auf $20\text{ km/h}$ reichten die Maßnahmen, für die fälschlicherweise die Händlervereinigung verantwortlich gemacht wurde.

Um diesen verkürzten oder missverständlichen Darstellungen entgegenzuwirken, hat sich der Vorstand nun mit einer offiziellen und transparenten Stellungnahme an seine Mitglieder sowie an die Lindener Bürger gewandt.

Die historische Rolle: Begleiter, nicht Beschließer

In ihrer Chronik stellt die Werbegemeinschaft klar, dass sie das Reallabor weder initiiert, geplant noch politisch beschlossen hat. Die Beteiligung an dem städtischen Projekt „Verkehrsflächen neu verteilen, aktive Mobilität fördern“ begann am 15. Mai 2025, als Vertreter der Gemeinschaft auf Einladung von Bezirksbürgermeister Marc Gräf an einem ersten Workshop in der Timmerschule teilnahmen. Dort wurden erste Bedenken und Fragen geäußert.

Am 28. Oktober 2025 folgte ein vertiefendes Gespräch im kleineren Kreis, bei dem die Interessen der lokalen Wirtschaft eingebracht wurden. Positiv vermerkt der Vorstand hierbei, dass die Stadtverwaltung bei der Terminierung des Versuchs Rücksicht auf die beiden Lindener Großveranstaltungen „Hüftgold“ und „Lindener Meile“ genommen hat. Seitdem befindet sich das Projekt in seiner Hauptphase, über die der Verein fortlaufend informiert wird.

Sorgen des Einzelhandels und Zweifel an der Aussagekraft

Obwohl die Werbegemeinschaft eine Erprobung von urbanen Veränderungen vor einer dauerhaften Umsetzung prinzipiell für sinnvoll erachtet, blickt sie mit Sorge auf die aktuellen Entwicklungen. Insbesondere der Wegfall von Parkraum entlang der Hattinger Straße wird von vielen ansässigen Einzelhändlern und Dienstleistern kritisch gesehen. Es bestehen akute Befürchtungen vor sinkenden Kundenströmen und einer verschlechterten Erreichbarkeit der Geschäfte.

Zudem stehen in der Bürgerschaft folgende Kernbereiche im Zentrum der teils hitzigen Diskussionen:

  • Der Wegfall von Parkplätzen an der Hattinger Straße,

  • die Verlegung des Fahrradverkehrs direkt auf die Kfz-Fahrbahn,

  • die neuen Aufenthaltsbereiche sowie die Geschwindigkeitsbegrenzung auf $20\text{ km/h}$.

Darüber hinaus äußert die Werbegemeinschaft sachliche Zweifel an der unvoreingenommenen Aussagekraft des aktuellen Versuchs. Die zeitgleich stattfindende Sperrung der Hasenwinkeler Straße sowie die bislang unzureichende Verfügbarkeit von alternativen, umliegenden Parkflächen würden die Verkehrsströme bereits massiv verfälschen, ganz unabhängig vom eigentlichen Reallabor. Ob die Ergebnisse unter diesen veränderten Rahmenbedingungen am Ende überhaupt eine verlässliche Aussagekraft besitzen, bleibe abzuwarten. Eine finale Bewertung des Projekts lehnt der Vorstand zum jetzigen Zeitpunkt daher in beide Richtungen explizit ab.

Anonyme Befragung soll verlässliches Meinungsbild liefern

Da die Debatten in den sozialen Medien oft sehr einseitig geführt werden und nur einen Bruchteil der tatsächlichen Perspektiven widerspiegeln, geht die Werbegemeinschaft nun in die Offensive. Sie möchte allen Stimmen im Stadtteil Gehör verschaffen und hat eine ergebnisoffene, vollkommen anonyme Befragung ins Leben gerufen.

Die gesammelten Erfahrungen und Daten sollen nach Abschluss der Aktion ausgewertet und der Stadtverwaltung, der lokalen Politik, der beteiligten Universität sowie allen interessierten Kreisen uneingeschränkt zur Verfügung gestellt werden. Zudem sind zeitnah persönliche Gesprächstermine im Stadtteilbüro geplant, um einen sachlichen Austausch auf Augenhöhe zu fördern. Die Umfrage ist ab sofort digital unter der Microsoft-Forms-Adresse https://forms.office.com/r/nQtEPTrQKy abrufbar.

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