Beitrag: Nachhaltiger Weinbau wird im Weingut Peter Eckes gelebt
Weingut Peter Eckes auf der „Weine vor Freude“

(c) Sebastian Sendlak

Ein bewusster Umgang mit den Ressourcen der Natur gewinnt im modernen Weinanbau immer mehr an Bedeutung. Das Weingut Peter Eckes setzt auf ganzheitlichen Naturschutz abseits starrer Bio-Regeln.

Auf der Bochumer Weinmesse „Weine vor Freude“ in der Rotunde präsentierte der Familienbetrieb nun seine Philosophie den Genießern aus dem Revier. Durch den gezielten Einsatz von umweltschonenden Maßnahmen im Weinberg und im Keller zeigt der Betrieb, wie echter Naturschutz in der Praxis funktioniert. Kürzlich wurde das Engagement der Weinbaufamilie zudem von offizieller Stelle als Partnerbetrieb Naturschutz feierlich gewürdigt. Dieser Erfolg basiert auf jahrelanger harter Arbeit und dem Mut, neue, nachhaltige Wege beim Anbau zu gehen.

Auszeichnung als Partnerbetrieb Naturschutz bei der Messe in Bochum

„Da zählt das ganzheitliche Bild schon mit dazu“, erklärt Wolfgang Eckes im Hinblick auf das ökologische Konzept. Diese offizielle Auszeichnung bedeutet zwar nicht automatisch, dass es sich um einen zertifizierten Bio-Betrieb handelt. Allerdings werden in allen Bereichen viele Facetten des nachhaltigen Arbeitens vertreten. Zum Programm gehören unter anderem spezielle Vorgaben für brachliegende Flächen und ein extrem naturnahes Handling direkt in den Reben. So verfügt das Gut über Ausgleichsflächen im Steilhang, um der heimischen Flora und Fauna einen intakten Lebensraum zu bieten. Zudem fördert das Team die Artenvielfalt aktiv durch das Aufstellen von Nistkästen sowie den gezielten Bau von Bienenhotels. Im Keller wird vollständig auf tierische Produkte verzichtet, sodass die gesamte Verarbeitung vegan erfolgt.

Beim Verkauf setzt das Weingut auf ein konsequentes Mehrwegprinzip, indem es die leeren Flaschen von den Kunden zurücknimmt, wäscht und wieder befüllt. Dadurch wird der CO₂‑Ausstoß gesenkt. „Unsere Kartons nehmen wir so lange, wie es nur geht, wieder“, fügt Wolfgang Eckes hinzu. Dank spezieller Faltkartons kann der Betrieb beim Verpacken komplett auf umweltschädliche Klebebänder verzichten. Draußen in den Weinbergen bleiben die begrünten Graszeilen so lange wie möglich unberührt stehen und werden erst nach der allgemeinen Heuernte gemulcht. Dadurch kann sich das Wild dorthin zurückziehen. Um den Boden zu schonen und Diesel einzusparen, werden die Durchfahrten mit dem Traktor auf ein Minimum reduziert. Ein echter Meilenstein war zudem die Pflanzung der pilzwiderstandsfähigen Rebsorte „Sorbitage“ vor zwei Jahren, da diese PIWI-Reben robuster gegen Krankheiten sind und nur den halben Pflanzenschutzaufwand erfordern.

Bochumer Winzerin bringt modernen Umweltschutz in die Heimat

Für die Zukunft des Weinguts steht bereits die nächste Generation in den Startlöchern. Die Quereinsteigerin Yara Kühnemann ist gebürtige Bochumerin. 2018 begann sie ihre Winzerausbildung und schloss als staatlich geprüfte Wirtschaftlerin für Weinbau und Önologie ab. Aktuell steht die Rückkehrerin kurz vor ihrer letzten Winzermeister-Prüfung und sie freut sich besonders über das Heimspiel in der Rotunde. Sie nutzt die Arbeitskreise des Partnernetzwerks intensiv, um durch den Austausch mit anderen Landwirten, Schäfern oder Tierhaltern immer up to date zu bleiben. „Das ist wie so eine lebendige Zeit“, beschreibt Yara Kühnemann die praxisnahen Weiterbildungen auf den verschiedenen Höfen voller Begeisterung. Entsprechend freut sie sich, die Weine weiterentwickeln zu können.

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