
Phoebe Schmitz vom Box Sport Club 21 Wattenscheid e.V. hat bei den Deutschen Meisterschaften der U19 in Warnemünde Bronze geholt.
(c) Sebastian Sendlak
Phoebe Schmitz vom Box Sport Club 21 Wattenscheid e.V. holt Bronze bei der Deutschen Meisterschaft der U19. Die 17-jährige Schülerin boxt sich mit Willen in die nationale Spitze.
Wenn Phoebe Schmitz den Ring betritt, schaltet die 17-jährige Wattenscheiderin in den Tunnelmodus. Erst vor etwas mehr als einem Jahr hat die Elftklässlerin, die ihr Abitur fest im Blick hat, mit dem klassischen Boxen begonnen. Zuvor machte sie jahrelang Kickboxen, doch die wahre Leidenschaft lag immer schon im reinen Faustkampf. „Mit dem Boxen habe ich erst vor etwas länger als einem Jahr angefangen.“ Nach nur drei Kämpfen stand sie bereits in Warnemünde bei den Deutschen Meisterschaften im Ring und hat sich in der Gewichtsklasse bis 51 kg die Bronzemedaille geholt.
Großer Erfolg für den Boxsport in Wattenscheid

(c) Sebastian Sendlak
Der Wechsel vom Kickboxen zum Boxen ist für die junge Athletin ein folgerichtiger Schritt gewesen, den auch ihr Umfeld längst kommen sah. „Meine Eltern haben eigentlich von Anfang an schon gewusst, dass ich eher Boxen machen wollte als Kickboxen.“ Im Sparring habe sie instinktiv fast ausschließlich die Fäuste fliegen lassen und das Treten vernachlässigt. Beim Box Sport Club 21 Wattenscheid e.V. hat sie schließlich ihre sportliche Heimat und ihren Trainer Ali Akkus gefunden. Dass der Erfolg so rasant eingetreten ist, ist erfreulich, da Phoebe kurz zuvor einen schweren gesundheitlichen Rückschlag verkraften musste. „Es hat mich einfach unendlich glücklich gemacht, weil ich vor nicht mal einem Jahr einen Kreuzbandriss hatte.“
Ihr Kreuzband wurde im vergangenen Jahr operiert, doch Aufgeben ist für das Nachwuchstalent aus dem Ruhrgebiet niemals eine Option. Nach dem Sieg bei der NRW-Meisterschaft ist am späten Abend der Anruf des Trainers gekommen. „Ali hat mir die Nachricht überbracht: ‚Du kannst für die Deutsche kämpfen.‘ Da habe ich mich gefreut, wirklich, weil, wie gesagt, das war dann erst mein dritter Kampf.“ Im Halbfinale von Warnemünde ist sie auf Josefine Rovira Rifaterra getroffen, die amtierende Deutsche Meisterin und EM-Teilnehmerin. Trotz der Niederlage nach Punkten erntete Phoebe viel Lob von den offiziellen Vertretern des Deutschen Boxsport-Verbandes für ihren großen Kampfgeist.
Vorbilder und Pläne für die Zukunft
Für die Deutschen Meisterschaften ist die Schülerin von ihrer Schule, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, dass Phoebe boxt, freigestellt worden. Zurück im Alltag ist die Bronzemedaillengewinnerin an ihrer Schule mit Fragen empfangen worden. „Am Montag, als ich in die Schule gegangen bin, haben meine Lehrer direkt gefragt: ‚Phoebe, wie ist es gewesen?‘“ Ihre Mitschüler und Lehrer forderten sie auf, den Pokal und die Medaille mitzubringen. Auch abseits der Schule dreht sich in Phoebes Leben fast alles um den Sport. „Also, ehrlich gesagt, wenn ich nicht in der Schule bin oder beim Boxen, dann schaue ich mir sehr gerne Boxkämpfe an.“
Zusammen mit ihrem Vater und Onkel studiert sie die Stile der großen Legenden wie Mike Tyson oder Muhammad Ali, aber auch moderne Vorbilder. Aktuell faszinieren sie der japanische Boxer Naoya Inoue und Dimitri Bivol, dessen Distanzarbeit sie für ihre eigenen Kämpfe adaptieren möchte. Für die Zukunft hat die zielstrebige Schülerin klare Pläne, die sowohl den Sport als auch eine akademische Laufbahn umfassen. „Ich möchte auf jeden Fall mein Abitur schaffen. Und ich möchte etwas mit Sport machen.“ Ob Sportjournalismus oder ein anderes Studium, das Boxen wird sie so schnell definitiv nicht mehr loslassen.
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