
Wohlfühloase statt Parkplatz
(c) Sebastian Sendlak
Modulare Wohlfühloasen statt Parkplätze: Bochum testet im Westend ein innovatives Konzept für mehr Aufenthaltsqualität, besseren Radverkehr und urbanen Klimaschutz.
Die Rottstraße im Bochumer Westend steht vor einer tiefgreifenden städtebaulichen Veränderung. Um den unterschiedlichen zukünftigen Nutzungsansprüchen an einen modernen urbanen Raum gerecht zu werden, plant die Stadt Bochum eine umfassende Umgestaltung des Straßenraums. Das ambitionierte Ziel der Planer beinhaltet eine deutliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität für Fußgänger, eine optimierte Berücksichtigung des Radverkehrs sowie eine konsequente Stärkung der Klimaanpassung durch den gezielten Umbau zu einer sogenannten „Schwammstadt“. Bevor die Bagger anrollen, setzt die Stadtverwaltung auf ein innovatives Beteiligungsformat, das die geplanten Veränderungen für die Menschen vor Ort schon jetzt direkt erlebbar macht.
Modulare Stadtmöbel machen den Wandel im Westend erlebbar
Um den Bürgerinnen und Bürgern ein plastisches Bild der zukünftigen Straßenaufteilung zu vermitteln, werden vom 22. Juni bis zum 24. Juli 2026 an zwei ausgewählten Standorten in der Rottstraße sogenannte „Stadt-Terrassen“ aufgebaut. Dabei handelt es sich um modulare, teilweise üppig begrünte Holz- und Sitzelemente, die als temporäre Straßenmöblierung dienen. Sie nehmen testweise den Raum von herkömmlichen Parkstreifen ein und zeigen anschaulich, wie aus reinen Verkehrsflächen lebendige Begegnungsorte für die Nachbarschaft werden können.
Bei den „Stadt-Terrassen“ handelt es sich um ein exklusives Leihangebot des Zukunftsnetz Mobilität NRW, in dem die Stadt Bochum seit langem aktives Mitglied ist. Anwohner, Geschäftsleute und Passanten sind während des vierwöchigen Aktionszeitraums ausdrücklich dazu eingeladen, die neuen Sitzgelegenheiten im Alltag auszuprobieren, zu verweilen und den neu gewonnenen Freiraum mitten im Quartier zu genießen.
Dialog auf Augenhöhe: Bürger gestalten die „Schwammstadt“ mit
Die Installationen dienen jedoch nicht nur der Entspannung, sondern fungieren als zentrale Anlaufstelle für den demokratischen Dialog. Interessierte Bürgerinnen und Bürger haben vor Ort die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die detaillierten Pläne der Stadtverwaltung zu informieren und ihre ganz persönlichen Anregungen, Wünsche oder auch Kritikpunkte direkt einzubringen.
Im gesamten Aktionszeitraum werden Mitarbeitende der zuständigen Ämter der Stadt Bochum regelmäßig an den „Stadt-Terrassen“ präsent sein, um mit der Bevölkerung in den gezielten Austausch zu treten. Die Gespräche drehen sich dabei um drei zentrale Kernbereiche:
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Städtebauliche Neuordnung: Wie lassen sich Gehwege, Verweilflächen und Gastro-Bereiche harmonisch aufteilen?
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Radverkehrsanlagen: Welche Routenführungen und Schutzstreifen garantieren maximale Sicherheit für Radler?
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Schwammstadt-Konzept: Wie können Beete und Untergründe so umgebaut werden, dass sie Starkregen wie ein Schwamm aufsaugen und bei Hitze zur Kühlung des Viertels beitragen?
Flankiert wird die Aktion von einem bunten, begleitenden Rahmenprogramm, das von engagierten Akteurinnen und Akteuren direkt aus dem Westend organisiert wird. Die genauen Präsenzzeiten der städtischen Experten sowie alle weiteren Informationen rund um das Projekt und die Veranstaltungen sind online auf der städtischen Informationsseite unter www.bochum.de/rottstrasse abrufbar.
