Beitrag: „Wir sind das Stadtbild“: Schauspielhaus Bochum feiert Festival für Vielfalt und Zusammenhalt
NoL-21

Schauspielhaus Bochum

Drei Tage lang Rap, Politik-Talks und Urban Gardening: Das Theater setzt vom 26. bis 28. Juni ein kreatives Zeichen gegen verhärtete Fronten.

Das Schauspielhaus Bochum setzt kurz vor dem Ende der Spielzeit ein unüberhörbares und unübersehbares Zeichen für ein offenes Miteinander. Unter dem treffenden Titel „Wir sind das Stadtbild“ lädt das Theater vom 26. bis 28. Juni 2026 zu einem spartenübergreifenden, dreitägigen Festival ein. Das erklärte Ziel der Macher um Sprecher Alexander Kruse ist es, in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung Brücken zu bauen und ein starkes Signal für Diversität, Solidarität und den demokratischen Dialog zu senden. Drei Tage lang werden dafür nicht nur die klassischen Bühnen im Innenraum geöffnet, sondern auch der gesamte Theater-Vorplatz in eine lebendige Aktionsfläche verwandelt. Das Programm reicht von feministischem Deutschrap und ausgelassenen Clubnächten über Stand-up-Comedy und preisgekröntes Theater bis hin zu hochkarätig besetzten politischen Diskussionsrunden.

Festival-Auftakt: Ebow und die Nacht im Oval Office

Der Startschuss für das Festivalwochenende fällt am Freitag, 26. Juni, im Großen Haus. Pünktlich um 20:30 Uhr steht hier die Rapperin Ebow auf der Bühne. Die Musikerin gilt in der Popkultur seit Jahren als eine der prägendsten, schärfsten und wichtigsten Stimmen der deutschsprachigen Hip-Hop-Szene. In ihren Texten vereint sie politische Haltung mit eingängigen Beats und steht wie kaum eine zweite Künstlerin für weibliches Empowerment, queere Sichtbarkeit und gelebte Vielfalt.

Direkt im Anschluss an das Konzert wandert die Festivalgemeinde tiefer in die Katakomben des Theaters. Ab 22:00 Uhr übernimmt der Cute Community Club das Oval Office. Bei einer ausgelassenen Party sorgen die bekannten DJs ente</3caliente, Mariasol, Malía und Holy Mami an den Decks für die passenden elektronischen und urbanen Rhythmen, um tanzend in das Wochenende zu starten.

Samstag: Urban Gardening, Stand-Up und großes Theater

Der Samstag, 27. Juni, verbindet nachmittägliche Nachbarschaftsaktionen mit scharfzüngiger Abendunterhaltung:

  • Ab 15:00 Uhr | Gemeinsames Gärtnern: Das Festival zieht nach draußen. An den frisch und neu angelegten Beeten auf dem Vorplatz des Schauspielhauses sind alle Bochumer eingeladen, gemeinsam zu gärtnern, zu buddeln und den öffentlichen Raum grüner zu gestalten.

  • Ab 18:00 Uhr | Stand-Up-Show im Oval Office: Die israelische Schauspielerin und Autorin Orit Nahmias präsentiert ihr Solo-Programm „Make Love Not War“. Mit viel schwarzem Humor, radikaler Ehrlichkeit und politischer Schärfe nimmt sie die Absurditäten menschlicher Konflikte aufs Korn.

  • Ab 19:30 Uhr | Theater-Highlight: Im Großen Haus steht das international gefeierte Stück „Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten“ auf dem Spielplan (wird auch am Sonntag zur gleichen Zeit wiederholt).

  • Ab 20:00 Uhr | Club-Abend: Der Verein Kosmopolis öffnet die Oval Office Bar für das musikalische und kulturelle Crossover-Format „ANTI First meets Common Frequencies“*.

Sonntag: Hochkarätige Talks über Meinungsfreiheit und Skandale

Der finale Festivaltag, Sonntag, 28. Juni, steht ganz im Zeichen des gesellschaftspolitischen Diskurses und bringt namhafte Denker und Journalisten im Theater zusammen:

Podiumsdiskussion „Spielräume“ (17:00 Uhr, Schauspielhaus)

Wie steht es um unsere Debattenkultur, wo verläuft die Grenze des Sagbaren und wie gelingt aktiver Widerstand? Darüber diskutieren die renommierte Politologin und Extremismusforscherin Saba-Nur Cheema und der bekannte Investigativjournalist und Jurist Ronen Steinke. Die Moderation des Abends übernimmt die erfahrene Kulturjournalistin Thembi Wolf.

„What a Crime“ mit Şeyda Kurt (19:00 Uhr, Kammerspiele)

In den intimeren Kammerspielen lädt die gefeierte Bochumer Autorin Şeyda Kurt („Radikale Zärtlichkeit“) zur letzten Ausgabe ihrer erfolgreichen Talk-Reihe „What a Crime“ in dieser Spielzeit ein. Als hochkarätigen Gast begrüßt sie dieses Mal die bekannte Journalistin, Autorin und Podcasterin Anna Dushime. Gemeinsam sezieren die beiden Frauen die vielfältigen Formen des modernen Widerstands, blicken auf die Mechanismen hinter alltäglichen, normalisierten Skandalen unserer Gegenwart und fragen, was heute überhaupt noch als echtes Verbrechen wahrgenommen wird.

Interessierte Kulturbegeisterte und Bürger finden das vollständige, detaillierte Programm sowie den direkten Ticket-Verkauf für alle kostenpflichtigen Programmpunkte online auf der offiziellen Festivalseite des Theaters unter www.schauspielhausbochum.de/de/festival/32801/wir-sind-das-stadtbild.

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