
Festival der Kulturen: Ruhr International
(c) Sebastian Sendlak
Kulturszene setzt starkes Zeichen: Das zweitägige interkulturelle Festival lockte bei freiem Eintritt mit globalen Sounds, rund 80 Ständen und neuen Aktionsflächen.
Das Festival „Ruhr International – Das Fest der Kulturen“ hat am Wochenende des 13. und 14. Juni 2026 bei seiner mittlerweile achten Auflage die Jahrhunderthalle Bochum in einen pulsierenden Schauplatz globaler Vielfalt verwandelt. Bei bestem Sommerwetter und komplett freiem Eintritt nutzten Tausende Besucherinnen und Besucher aus dem gesamten Ruhrgebiet die Gelegenheit, um die vitale und interkulturelle freie Szene der Region hautnah zu erleben. Getragen von einer starken Veranstaltergemeinschaft – bestehend aus der Stadt Bochum, der Bochumer Veranstaltungs-GmbH und dem Kulturzentrum Bahnhof Langendreer – bot das Event ein dichtes Programm, das weit über reine Unterhaltung hinausging. Musik, Kunst und gesellschaftspolitisches Engagement verschmolzen zwei Tage lang zu einer harmonischen Einheit.
Neue Spielorte im Grünen und kreative Freiräume
Eine gelungene Neuerung im Festkonzept stellte in diesem Jahr die Ausweitung des Festivalgeländes auf neu erschlossene, atmosphärische Standorte dar. Gefördert durch Interkultur Ruhr / Regionalverband Ruhr, bespielten sechs regionale Gruppen, Vereine und Künstler-Kollektive die Bereiche „Am Wasserturm“, „Im Pappelwald“ sowie den zentralen Marktplatz. Diese Freiräume wurden kreativ für Kunst, Kultur und interaktive Teilhabe genutzt. Die beteiligten Organisationen (darunter IFAK e.V., Cypher44 e.V., DESLOCAR, das Dersimer Kultur- und Geschichtszentrum Bochum, die Falken Bochum und das Transnationales Ensemble Labsa) schufen Oasen der Begegnung. Sie luden zum Zuhören, Diskutieren, Vernetzen, aber auch zum Entspannen und Verweilen im Schatten der Industriekulisse ein.
Besonders im Fokus standen die jüngsten Festgäste: Die IFAK e.V. verwandelte den Marktplatz an beiden Tagen ab dem Mittag in das bunte, interaktive Mitmachprogramm „Fantastico“, bei dem Kinder spielerisch Kulturen entdecken konnten. Kulturbegeisterte kamen zudem voll auf ihre Kosten, als am Samstag das Kollektiv Cypher44 e.V. „Am Wasserturm“ mit dem Projekt „Culture Clash“ eine packende Fusion aus Malerei, Tanz und Performance inszenierte. Am Sonntag lud die Initiative DESLOCAR zu einem unkonventionellen, vielbeachteten Audiowalk unter dem Titel „The new silicon valley – Durchleitung“ durch die industriellen Landschaften des Bio-Minings ein.
Globale Rhythmen von Reggae-Party bis Psychedelic-Vibes
Das musikalische Herzstück schlug auf den beiden Hauptbühnen (Indoor und Outdoor), die von Moderator Danko Rabrenović präsentiert wurden. Am Samstag reichte das musikalische Spektrum von kurdischem Volkstanz (Ronak e.V.) über deutsch-koreanischen Disco-Punk von MINOH bis hin zu levantinischem Elektro-Folk von Mama Fattoush. Ein erstes großes Highlight im Außenbereich markierte der Auftritt der brasilianischen Multiinstrumentalistin Bia Ferreira, bevor die Formation Banda Senderos den Samstagabend in der Indoor-Bühne mit einer massiven, schweißtreibenden Reggae-HipHop-Latin-Party beschloss.
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Auszug aus dem vielseitigen Sonntags-Line-Up:
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A’JE: Spannende musikalische Begegnung zwischen Argentinien, dem Senegal und den USA.
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Sonor: Einzigartiges deutsch-mongolisches Tor mitten in NRW.
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Kontrast: Faszinierende Fusion: Anatolische Volksmusik trifft auf moderne, elektronische Beats.
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ENGIN: Treibende anatolische Psychedelic-Vibes kombiniert mit deutschsprachigem Indie-Rock.
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FARAVAZ: Ein kraftvoller, politisch und emotional berührender Auftritt auf der Indoor-Bühne.
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Den fulminanten Festival-Abschluss am Sonntagabend feierten die Besucher vor der Outdoor-Bühne, wo das lateinamerikanische DJ-Duo ATAQUE TROPICAL b2b MALFEITONA die Menge noch einmal zum Tanzen brachte.
Kulinarische Weltreise und gelebtes Ehrenamt
Abseits der Konzertbühnen erwies sich der weitläufige Marktplatz mit seinen rund 80 liebevoll gestalteten Ständen als das pulsierende Kommunikationszentrum des Wochenendes. Hier präsentierte sich die beeindruckende Bandbreite des ehrenamtlichen Engagements in Bochum. Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich intensiv über lokale Initiativen, soziale Projekte und bürgerschaftliche Vereine zu informieren, gute Gespräche zu führen und persönliche Geschichten auszutauschen.
„Das Festival bietet sowohl etablierten Artists als auch lokalen Gruppen eine Bühne, um ihre künstlerische Arbeit sowie ihre politischen und sozialen Botschaften sichtbar zu machen.“ — Auszug aus dem Festivalkonzept
Ergänzt wurde die lebendige Marktatmosphäre durch ein außergewöhnliches kulinarisches Angebot. Zahlreiche Stände boten landestypische, frisch zubereitete Köstlichkeiten aus den verschiedensten Ländern der Welt an. Die Düfte von Gewürzen aus aller Welt machten die sprichwörtliche Weltreise durch den Westpark auch zu einem kulinarischen Erlebnis. Am Sonntagabend blickte die Veranstaltergemeinschaft hochzufrieden auf ein friedliches, inspirierendes und perfekt organisiertes Festivalwochenende zurück, das die kulturelle Vielfalt und den sozialen Zusammenhalt im Ruhrgebiet nachhaltig gestärkt hat.
