Beitrag: Flag-Football-Auswahl testet Nachwuchs im Lohrheidesportpark
GM Flag U17 Combine

(c) Gudrun Bogman / sidelinepix (AFCV NRW)

Der Lohrheidesportpark in Wattenscheid wurde am Sonntag, den 14. Juni 2026, zum Schauplatz eines echten Meilensteins für den boomenden Flag-Football-Sport in Nordrhein-Westfalen.

Der American Football und Cheerleading Verband NRW (AFCV NRW) rief, und rund 100 ambitionierte Athletinnen und Athleten der Jahrgänge 2010 bis 2013 folgten der Einladung zum allerersten großen Combine der „GreenMachine“-Flagauswahlen. AFCV NRW-Präsident Peter Springwald und der Leiter des NRW-Landesstützpunkts, Sammy Schmale, zogen am Abend ein durchweg positives Fazit dieser geschichtsträchtigen Premiere auf dem Nebenplatz des Lohrheide-Stadions.

Spitzentechnologie am Olympiastützpunkt

Dass Flag Football – die kontaktlose Variante des American Footballs, die 2028 in Los Angeles olympisch wird – den Schritt in den professionellen Leistungssport vollzogen hat, wurde in Wattenscheid an jeder Ecke deutlich. Durch die direkte Anbindung an den Olympiastützpunkt Bochum ging es bei den Sichtungen der Altersklassen U15 und U17 (Jungs) sowie der neu ins Leben gerufenen U17-Mädchen-Auswahl nicht bloß um den rein subjektiven Eindruck der Trainer.

Unterstützt durch das hochmoderne VALD-System durchliefen die Jugendlichen eine professionelle Leistungsdiagnostik. Gemessen wurden exakte Werte bei linearen Sprints über 5, 10 und 20 Yards, Backpedal-Tests (Rückwärtslaufen) sowie verschiedenen Agility- und Richtungswechsel-Sprints. „Wichtig ist, dass das Ganze durch diese Olympiastützpunkt-Geschichte auf klaren Analysen durch moderne Technik beruht“, betont Stützpunktleiter Sammy Schmale im Interview. „Wir setzen sehr starke technische Möglichkeiten ein, um datenbasierte Ergebnisse zu bekommen, auf denen wir im weiteren Sichtungsprozess nachhaltig aufbauen können.“

Homogene Mädchen, starke Einzelkönner bei den Jungs

Im Gespräch analysierte Schmale die sportlichen Eindrücke des Tages differenziert. Besonders auffällig war das homogene Niveau der neu formierten U17-Mädchen-Auswahl: „Die Mädchen waren sehr homogen. Es gab kaum Ausreißerinnen nach oben oder nach unten, was für den Aufbau eines Teamsports natürlich extrem praktisch ist.“ Bei den Jungs der U15 und U17 bot sich den Scouts ein etwas anderes Bild: Hier war das Feld in der Breite zwar weniger homogen, dafür stachen jedoch einige herausragende Einzelkandidaten mit enormem athletischem Potenzial ins Auge.

Parallel zum Combine fand zudem ein vollbesetztes Quarterback-Camp für die 10- bis 15-jährigen Spielmacher statt. Hier ging es um die Vermittlung und Festigung der komplexen Basistechniken, wovon auch zahlreiche anwesende „Walk-on-Coaches“ profitierten, die wertvolle Impulse für die tägliche Vereinsarbeit in ihren Heimatklubs mitnehmen konnten.

Der Fahrplan zum Jugendländerturnier

Das Combine markierte den Pflichtauftakt für das Auswahljahr 2026/27, dessen großes Ziel das Jugendländerturnier 2027 ist. Für die rund 100 Teilnehmenden geht der harte Weg in die „GreenMachine“ nun im Juli in die nächste Runde. Dann stehen die positions- und teamspezifischen Tryouts an – allerdings an einer anderen Bochumer Wirkungsstätte: Am 5. Juli testen die U15-Jungs und U17-Mädchen, gefolgt von den U17-Jungs am 12. Juli. Beide Termine finden auf der Sportanlage „Die Dicke Bank“ statt. Nach dem Sommer folgen im Herbst zwei weitere Leistungstests, um die athletische Entwicklung der Jugendlichen lückenlos zu dokumentieren.

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