Beitrag: Bochumer Schiedsrichter leitet das große WM Finale in Zürich
DEL-7

Andre Schrader (DEL-Schiedsrichter)

Ein Trio des Deutschen Eishockey-Bundes glänzt auf internationalem Parkett. André Schrader krönt seine starke Turnierleistung mit dem Endspiel.

Erfolgreicher Auftritt der deutschen Schiedsrichter auf der großen Bühne des internationalen Eishockeys: Bei der IIHF Weltmeisterschaft 2026 waren mit André Schrader und Lukas Kohlmüller (beide Hauptschiedsrichter) sowie Patrick Laguzov (Linienschiedsrichter) gleich drei Unparteiische des Deutschen Eishockey-Bundes e.V. (DEB) im Einsatz. Den krönenden Abschluss setzte André Schrader, der am vergangenen Sonntag das WM-Finale in der ausverkauften Swiss Life Arena in Zürich souverän leitete. Das spannende Endspiel zwischen WM-Gastgeber Schweiz und Finnland war ein würdiger Abschluss des Turniers. Dass die IIHF für dieses Spiel auf einen deutschen Hauptschiedsrichter setzte, ist eine Auszeichnung und Beleg für das internationale Standing, das sich die DEB-Referees in den vergangenen Jahren erarbeitet haben.

Eishockey Weltmeisterschaft 2026 bringt DEB Referees großen Erfolg

Für André Schrader war es der Höhepunkt des Turniers. Mit insgesamt zehn Einsätzen ging der erfahrene Hauptschiedsrichter, der bereits beim olympischen Eishockeyturnier in Mailand im Februar 2026 auf dem Eis stand, voran. Auch Lukas Kohlmüller überzeugte bei seiner Premiere: Für ihn war es die erste Berufung als Hauptschiedsrichter bei einer Männer-Weltmeisterschaft der Top-Division. Mit sechs Einsätzen in der Gruppenphase nutzte er die Bühne, um sich auf internationalem Parkett zu etablieren.

Linienschiedsrichter Patrick Laguzov ist im deutschen Profi-Eishockey mit langjähriger Erfahrung in der PENNY DEL bestens vertraut. Bei seiner zweiten A-WM kam er auf insgesamt sieben Einsätze und bestätigte damit seinen festen Platz im Kreis der international nominierten DEB-Unparteiischen. Stefan Velkoski, Director Officiating des DEB ordnet die Leistungen ein: „Wir freuen uns sehr über die Leistungen unserer drei Schiedsrichter bei dieser Weltmeisterschaft. Dass André Schrader das Finale leiten durfte und alle drei durchweg positive Rückmeldungen erhalten haben, bestätigt ihre hervorragende Arbeit. Eine Finalberufung ist alles andere als selbstverständlich: Sie setzt voraus, über das gesamte Turnier hinweg konstant auf hohem Niveau zu agieren – nur wenige Schiedsrichter erfüllen diese Anforderungen. Genau das hat André Schrader mit seiner fachlichen Kompetenz, seiner Souveränität auf dem Eis und seiner Professionalität getan. Solche Berufungen kommen nicht von ungefähr; sie sind das Ergebnis kontinuierlicher Entwicklung und großen persönlichen Einsatzes. Darauf blicken wir als Verband mit Freude und Stolz.“

Einblicke im exklusiven Interview mit Hauptschiedsrichter André Schrader

Im Gespräch blickt der Finalschiedsrichter auf die emotionalen Momente in der Schweiz zurück. Auf die Frage, wie das Erlebnis war, das WM-Finale zu leiten, antwortet er glücklich. „Das war immer das große Ziel und dieses Jahr hat es geklappt. Es war unbeschreiblich. Es waren zudem besondere Voraussetzungen, dass die Schweiz in der Schweiz vor ausverkauftem Haus um Gold gespielt hat. Auch die Rahmenbedingungen waren sensationell.“ Die Nominierung für das geschichtsträchtige Match kam für den Unparteiischen schrittweise und überraschend in der Nacht.

Auf die Frage, wann er davon erfahren hat, erinnert sich Schrader an den genauen Ablauf. „Wir haben am Tag vor dem Finale gegen halb zwölf in der Nacht Bescheid bekommen. Ich hatte aber vorher mein Handy ausgemacht und mich zur Ruhe gelegt. Ich habe mich einfach so vorbereitet, als würde ich am nächsten Tag arbeiten. Morgens um 8:18 Uhr habe ich mein Handy wieder angemacht und dann habe ich es gesehen.“ Das Niveau bei einer Weltmeisterschaft unterscheidet sich spürbar vom Alltag in den heimischen Hallen des Ruhrgebiets.

Höhere Intensität als in der heimischen PENNY DEL Liga

Bezüglich der Unterschiede zu den Partien in der PENNY DEL hat der Unparteiische eine klare Meinung. „In erster Linie ist die Qualität nochmal eine ganz andere. Man hat auf internationalem Niveau vier Reihen, die mehr oder weniger auf dem gleichen Level spielen. Dementsprechend sind die Intensität und das Tempo noch höher.“ Das Finale war sehr spannend, es ging permanent hin und her. Schrader schildert seine Wahrnehmung der packenden Atmosphäre auf dem Eis sachlich.

„Es ist halt nur dieses eine Spiel und keine Serie – man versucht einfach, im Moment zu bleiben und sich von Pfiff zu Pfiff zu arbeiten. Man versucht, die bestmögliche Entscheidung im Hier und Jetzt zu treffen. Deshalb auch die Entscheidung, mich am Abend davor gar nicht damit zu belasten.“ Auch das Erreichen der Overtime brachte eine ganz neue Dynamik in das Spiel. Nach der besonderen Herausforderung der Verlängerung gefragt, findet der Referee deutliche Worte für die psychologische Komponente.

Persönliche Goldmedaille für das deutsche Schiedsrichterwesen im Sport

Die Schlussphase verlangte dem gesamten Gespann auf dem Zürcher Eis noch einmal alles ab. „Schon in den 60 Minuten vorher weiß man, welchen Einfluss jede Entscheidung haben kann. In der Verlängerung wird das noch auf die Spitze getrieben. Das ist eine Extrembelastung, der man standhalten muss. Ich glaube, dass uns das gut gelungen ist. Wir hatten nichts mit dem Ausgang des Spiels zu tun.“ Zum Abschluss äußert er sich darüber, was es ihm persönlich bedeutet, so ein geschichtsträchtiges Spiel zu leiten.

„Am Ende des Tages ist das unsere Goldmedaille. Wir gehören zu einem kleinen Personenkreis, der das geschafft hat. Es war eine Auszeichnung, für die man jahrelang gearbeitet hat. Es gab ganz viele Unterstützer. Meine Frau und meine Familie müssen oft und lange auf mich verzichten. Das sind Momente, die einen schon sentimental werden lassen.“

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