Beitrag: Jüdische Chormusik im Kunstmuseum Bochum erleben
Leipziger Synagogalchor

© Nikolai Schmidt

Ein landesweites Festival startet am kommenden Wochenende im Ruhrgebiet. Der Leipziger Synagogalchor bringt am Sonntag hochkarätige liturgische Gesänge auf die Bühne.

Am kommenden Sonntag, dem 24. Mai, eröffnet der renommierte Leipziger Synagogalchor das 6. Festival „Musik & Kultur der Synagoge“. In Bochum gegründet, bringt die renommierte Veranstaltungsreihe mit mittlerweile landesweiter Ausbreitung und Ausstrahlung in den kommenden Monaten die verborgenen Schätze jüdischer Chormusik zum Klingen. Das ambitionierte Projekt will somit aktiv für Verständigung und Dialog mit unseren jüdischen Nachbarn im gesamten Bundesgebiet beitragen. Bis zum 6. September stehen zahlreiche Konzerte, fachkundige Führungen und ein wissenschaftliches Symposium auf dem dichten Programm. Veranstalter des ambitionierten Kulturfestivals ist die Evangelische Stadtakademie Bochum gemeinsam mit mehreren regionalen Partnern.

Evangelische Stadtakademie Bochum präsentiert jüdische Kultur

Zum mit Spannung erwarteten Festival-Auftakt am Sonntag um 17 Uhr führt der Leipziger Synagogalchor hochkarätige liturgische Chorwerke des 19. und 20. Jahrhunderts sowie meisterhafte Vertonungen von Psalmen und Gebeten auf. Der zweite Teil des Konzerts ist traditionellen jiddischen und hebräischen Liedern gewidmet. Insgesamt umfasst das Festival „Musik & Kultur der Synagoge“ zwölf hochkarätige Veranstaltungen in Bochum und an geschichtsträchtigen Orten mit alten Landsynagogen quer durch ganz Westfalen. Sie bieten den Besuchern in den kommenden Monaten ein faszinierendes Kaleidoskop jüdischer Musik und Kultur.

Die Macher hinter den Kulissen wollen damit vor allem Freude wecken und ausdrücklich nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daherkommen, sagt Festival-Leiter Dr. Manfred Keller im Gespräch. Das solle den Weg ebnen für Verständigung und Dialog mit unseren jüdischen Nachbarn. Neben drei großen Konzerten in Bochum ist in ausgewählten westfälischen Landgemeinden zwischen Mai und Juli ein sonntägliches Nachmittagsprogramm mit jeweils drei festen Bausteinen geplant, erläutert Keller die Schwerpunkte der Reihe. Dazu gehören eine literarische Veranstaltung, eine geführte Ortsbegehung auf jüdischen Spuren und ein Konzert mit jüdischer Musik, von traditionell bis modern.

Freier Eintritt bei Konzerten im Kunstmuseum am Stadtpark

Das 6. Festival „Musik & Kultur der Synagoge“ wird von der Evangelischen Stadtakademie Bochum gemeinsam mit treuen Partnern aus der Region organisiert. Gefördert wird das Projekt von der Beauftragten des Landes Nordrhein-Westfalen für die Bekämpfung des Antisemitismus, für jüdisches Leben und Erinnerungskultur. Zudem unterstützen der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe, der Förderverein Synagoge Bochum-Herne-Hattingen und das Kulturbüro der Stadt Bochum das Vorhaben. Auch die Evangelische Kirche von Westfalen und weitere Partner engagieren sich in diesem Jahr wieder stark für die Realisierung.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen im Programm ist für die Besucher komplett frei. Die ehrenamtlichen Veranstalter bitten aber wegen allgemein steigender Kosten und rückläufiger Fördermittel um einen angemessenen Beitrag zum Festival. Das vollständige Festival-Programm ist für alle Interessierten im Internet unter www.stadtakademie.de abrufbar. Kulturbegeisterte aus dem gesamten Revier sind herzlich eingeladen, an den abwechslungsreichen Terminen im Kunstmuseum teilzunehmen. Gerade die bunte Mischung aus Musik, Geschichte und direkter Begegnung macht die Reihe seit Jahren zu einem wichtigen Pfeiler der lokalen Erinnerungskultur.

Auf Social Media teilen