Beitrag: Feuerwehr rettet drei Frauen über Drehleiter bei Wohnungsbrand
571_BOCSTR20220430_-28

Feuerwehr Bochum (c) Sebastian Sendlak

In der Bochumer Innenstadt schlagen am späten Abend Flammen aus einem Mehrfamilienhaus. Vier Personen erleiden Rauchvergiftungen, das gesamte Gebäude ist vorerst unbewohnbar.

Ein schwerer Wohnungsbrand hat in der Nacht zu Freitag die Feuerwehr in der Bochumer Innenstadt in Atem gehalten. Gegen 23:20 Uhr wurden die Retter zu einem Mehrfamilienhaus an der Fahrendeller Straße alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte der Innenstadtwache bot sich den Feuerwehrleuten ein dramatisches Bild: Aus einer Wohnung im ersten Obergeschoss schlugen bereits auf der Vorder- und Rückseite des Gebäudes meterhohe Flammen.

Fluchtweg abgeschnitten: Rettung in letzter Sekunde

Während sich die Bewohnerin der betroffenen Brandwohnung glücklicherweise noch eigenständig ins Freie retten konnte, saßen andere Mieter in der Falle. Aufgrund einer enormen Rauchentwicklung war der Treppenraum komplett verqualmt und als Fluchtweg abgeschnitten. Mehrere Personen machten sich deshalb in der ersten Etage sowie im Dachgeschoss an den Fenstern lautstark bemerkbar.

Die Feuerwehr leitete unverzüglich eine Menschenrettung ein: Über eine Drehleiter brachten die Einsatzkräfte zwei Frauen aus dem ersten Obergeschoss sowie eine weitere Frau aus dem Dachgeschoss sicher auf die Straße. Der Rettungsdienst übernahm sofort die medizinische Erstversorgung aller Hausbewohner. Insgesamt erlitten vier Personen teils schwere Rauchgasvergiftungen und mussten nach der Stabilisierung vor Ort zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser transportiert werden.

50 Einsatzkräfte im Atemschutzeinsatz – Gebäude ohne Strom

Zur massiven Brandbekämpfung gingen die Wehrleute zweigleisig vor: Ein Trupp kämpfte sich unter schwerem Atemschutz mit einem Strahlrohr ins Innere des Gebäudes vor, während zeitgleich ein weiteres Strahlrohr von außen eingesetzt wurde. Nach rund 40 Minuten intensiven Löscheinsatzes war das Feuer unter Kontrolle. Die anschließenden, sehr zeitintensiven Nachlöscharbeiten und die Suche nach versteckten Glutnestern zogen sich jedoch noch bis nach 02:00 Uhr am frühen Freitagmorgen hin.

Die Bilanz des Feuers ist verheerend: Die betroffene Wohnung ist durch die erheblichen Brand- und Rauchschäden komplett zerstört. Da das gesamte Gebäude aus Sicherheitsgründen durch die Stadtwerke vom Stromnetz getrennt werden musste, ist das Haus bis auf Weiteres für alle Parteien unbewohnbar. Die Feuerwehr Bochum war mit rund 50 Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr sowie den Löscheinheiten Bochum-Mitte, Altenbochum und Wattenscheid-Mitte der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort. Zur Ermittlung der genauen Brandursache hat das zuständige Kriminalkommissariat der Polizei noch in der Nacht die Arbeit aufgenommen.

Auf Social Media teilen