
Jörg Lukat und Künstler Andrei Dureika aus Düsseldorf päsentieren den „neuen“ Fridolin an der Froschbrücke im Bochumer Stadtpark.
Foto: Sebastian Sendlak
Nach dreijähriger Abwesenheit und einer Reise durch die Stadt hat der Stadtpark sein charmantes Wahrzeichen wieder: Frosch Fridolin thront nun, neu interpretiert, auf der Froschbrücke.
Am heutigen Mittwoch feierte die Stadt Bochum die feierliche Enthüllung der neuen Bronzefigur auf der historischen Froschbrücke. Oberbürgermeister Jörg Lukat übergab die Skulptur offiziell der Öffentlichkeit. Die Rückkehr des etwa 45 Zentimeter hohen Frosches markiert das Ende einer langen Wartezeit für die Bürgerinnen und Bürger. Künstler Andrei Dureika schuf das Werk als zeitgemäße Neuinterpretation, die sich dennoch sensibel an die ursprünglichen Vorbilder anlehnt. Damit erhält der Stadtpark pünktlich zur laufenden Sanierung ein wichtiges Stück Identität zurück.
Historie und Diebstahl der Skulpturen im Stadtpark Bochum
Die Geschichte der Froschfiguren am Wasserfall im Stadtpark reicht bis in das Jahr 1936 zurück, als das erste Original aufgestellt wurde. Nachdem diese Figur Mitte der 1990er Jahre gestohlen wurde, stiftete der Rotary Club Bochum im Jahr 2005 einen Nachfolger, den Kinder auf den Namen Fridolin tauften. Im Jahr 2023 ereilte auch diesen Frosch ein erneuter Diebstahl, was die Stadt zur Neubeauftragung veranlasste. Oberbürgermeister Jörg Lukat ordnete das Ereignis historisch ein: „Ein fürchterlicher Raubakt im Gedächtnis der Menschen hier in Bochum.“
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Der in Düsseldorf ansässige Künstler Andrei Dureika erklärte bei der Enthüllung die emotionale Ebene seiner Arbeit und die allgegenwärtige Flüchtigkeit von Dingen. Er reflektierte über den Verlust und seine Herangehensweise an die neue Skulptur. Dureika findet: „Es ist immer traurig, wie die Dinge verschwinden. Gewalt ist heute überall“. Er habe versucht, das Ursprüngliche zu erkennen und lebendige, lustige Figuren zu schaffen, die zum Charakter des Ortes passen. Der Künstler zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis: „Lebendige, lustige Figuren. Das freut mich, weil es zum Park passt.“
Die Reise des Frosches durch das Bochumer Stadtgebiet
Bevor Fridolin seinen endgültigen Platz einnahm, war er auf einer symbolischen Reise an verschiedenen kulturellen und öffentlichen Orten in Bochum zu Gast. Er besuchte unter anderem das Stadtarchiv, die Dachterrasse des Kunstmuseums und zuletzt den Eingangsbereich des Tierparks. Auch bei offiziellen Terminen wie der Anlieferung der Weihnachtsbäume beim Technischen Betrieb war die Figur präsent. Lukat unterstrich die Bedeutung dieser Vorab-Präsentationen: „Wir haben Fridolin ein Stück weit auch in die Reise geschickt. Durch Bochum, damit Menschen ihn schon kennenlernen und letztendlich auch wissen, was hier auf dieser Brücke passiert ist.“
Die Installation des Frosches ist eingebettet in die umfassende Modernisierung des Stadtparks für die Internationale Garten-Ausstellung (IGA) im Jahr 2027. Laut Lukat werde der Park immer schöner, was sich bereits an der reaktivierten Hochfontäne und dem Wasserfall am Gondelteich zeige. Der Oberbürgermeister verband die Enthüllung mit einer klaren Zukunftshoffnung: „Fridolin soll nicht nur seine Ruhe hier finden, sondern er soll insbesondere auch für Menschen ein kleiner Ort sein, wo man einfach nur Spaß hat, vorbeizugehen.“ Ein weiteres Highlight steht bereits fest: Bis Ende Juni 2026 soll im Dahliengarten ein ebenfalls von Dureika neu interpretierter steinerner Schwan folgen.
