
Polizeipräsidium Bochum
Das Polizeipräsidium Bochum hat die Statistik zur Politisch motivierten Kriminalität (PMK) für das Jahr 2025 veröffentlicht. Sie umfasst die Städte Bochum, Herne und Witten und zeigt insgesamt einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen – bei gleichzeitig rückläufigen Gewaltdelikten.
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 674 politisch motivierte Straftaten registriert, ein Plus von 47,5 Prozent im Vergleich zu 2024 (457 Fälle). Gleichzeitig sank die Zahl der Gewaltdelikte um 33,3 Prozent auf 16 Fälle. Dabei handelt es sich ausschließlich um Körperverletzungsdelikte.
Die Polizei führt den Anstieg der Gesamtzahlen vor allem auf Wahlereignisse wie Bundestags- und Kommunalwahl zurück, die zu einer Zunahme von Sachbeschädigungen und Propagandadelikten geführt haben.
Die Aufklärungsquote lag insgesamt bei 36,9 Prozent, bei Gewaltdelikten bei 56,3 Prozent.
Rechtsextreme Straftaten weiterhin größter Anteil
Der größte Anteil der politisch motivierten Straftaten entfiel erneut auf den Bereich PMK Rechts mit 344 Fällen (51,04 Prozent aller Delikte). Das entspricht einem Anstieg von 27,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Schwerpunkt lag laut Polizei vor allem auf Propaganda- und Sachbeschädigungsdelikten, während die Zahl der Gewalttaten in diesem Bereich leicht zurückging.
Die Polizei betont, dass sich im Raum Bochum, Herne und Witten weiterhin keine strukturierte rechtsextreme Szene etabliert habe.
Deutlicher Anstieg im linken Spektrum
Besonders auffällig ist der Anstieg im Bereich PMK Links. Hier stiegen die Fallzahlen von 41 auf 125 Fälle (+204,9 Prozent). Auch dieser Zuwachs steht laut Polizei im Zusammenhang mit Wahlkämpfen, insbesondere durch Sachbeschädigungen wie beschädigte Wahlplakate.
Die Zahl der Gewalttaten in diesem Bereich sank hingegen leicht.
Sonstige und ungeklärte Zuordnung stark gestiegen
Ebenfalls deutlich zugenommen haben Delikte im Bereich „sonstige Zuordnung“ (168 Fälle, +95,3 Prozent). Hier werden Straftaten erfasst, die keiner klaren politischen Kategorie zugeordnet werden können, etwa im Zusammenhang mit Energiepolitik oder Tierschutz. Auch hier spielten Wahlkampfeinflüsse eine Rolle.
Rückgänge bei ausländischer und religiöser Ideologie
Im Bereich PMK ausländische Ideologie wurden 25 Fälle registriert, ein Rückgang um 47,9 Prozent. Die politisch-religiös motivierten Straftaten blieben mit 12 Fällen nahezu konstant.
Die Polizei Bochum betont, weiterhin konsequent gegen alle Formen politisch motivierter Kriminalität vorzugehen. Neben repressiven Maßnahmen soll insbesondere die Präventionsarbeit in Zusammenarbeit mit Städten und Partnerorganisationen gestärkt werden, um frühzeitig gegen mögliche Entwicklungen krimineller Szenen vorzugehen.
