
Hochschule Bochum – Jahresempfang 2026
(c) Sebastian Sendlak
Beim Jahresempfang der Hochschule Bochum wurde deutlich: Eineinhalb Jahre nach dem Zusammenschluss präsentiert sich die Institution nicht nur stabil, sondern in vielen Bereichen dynamisch wachsend. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand neben einem Rückblick vor allem das Schwerpunktthema „Transfer“ – also der Weg von wissenschaftlichen Ideen in die praktische Anwendung in Wirtschaft und Gesellschaft.
Hochschulpräsident Andreas Wytzisk-Arens zog in seiner Ansprache eine insgesamt sehr positive Bilanz. Trotz erheblicher organisatorischer Herausforderungen sei es gelungen, die Qualität in Lehre, Forschung und Transfer nicht nur zu sichern, sondern weiter auszubauen. Besonders auffällig: steigende Studierendenzahlen. Am Gesundheitscampus etwa stiegen die Einschreibungen im Wintersemester 2026 um über 40 Prozent, hochschulweit lag das Plus im Sommersemester sogar bei über 50 Prozent.
Neue Studiengänge wie Gesundheitswissenschaften oder gesundheitsbezogene soziale Arbeit zeigen, wie stark die Hochschule auf aktuelle gesellschaftliche Bedarfe reagiert. Gleichzeitig unterstreichen Spitzenplatzierungen – etwa Rang zwei in bundesweiten Rankings für wirtschaftsnahe Studiengänge – die hohe Qualität der Ausbildung.
Auch in der Forschung setzt die Hochschule Maßstäbe. Mit über elf Millionen Euro eingeworbenen Drittmitteln im vergangenen Jahr und einer steigenden Zahl an Promotionsprojekten wächst die wissenschaftliche Bedeutung weiter. Projekte wie „Tales Ruhr“ verdeutlichen, wie interdisziplinäre Forschung konkrete Lösungen für Herausforderungen in der Region entwickeln kann – etwa im Bereich Klimaanpassung oder gesellschaftliche Resilienz.
Bochums Bürgermeisterin Schnell betont Rolle der Hochschule für die Stadt
Bochums Bürgermeisterin Martina Schnell betonte in ihrem Grußwort die zentrale Rolle der Hochschule für die Stadtentwicklung. Mit rund 10.000 Studierenden sei die Hochschule ein „Kraftzentrum der akademischen Ausbildung“ und ein unverzichtbarer Partner für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft. Besonders der Transfergedanke sei entscheidend: Forschung dürfe kein Selbstzweck sein, sondern müsse bei den Menschen ankommen.
Neben den Erfolgen wurden auch die Herausforderungen klar benannt. Der Zusammenschluss ist noch nicht vollständig abgeschlossen, insbesondere in der Verwaltung bestehen weiterhin Anpassungsbedarfe. Zudem stehen Hochschulen allgemein unter wachsendem Druck – durch Digitalisierung, künstliche Intelligenz, demografische Veränderungen und steigende Erwartungen aus der Gesellschaft.
Die Hochschule reagiert darauf unter anderem mit einer eigenen KI-Strategie sowie neuen internationalen Studienangeboten. Auch die Öffnung für neue Zielgruppen – etwa Berufstätige oder internationale Studierende – wird künftig eine zentrale Rolle spielen.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft über die Zukunft des Transfers. Dabei wurde deutlich: Die enge Zusammenarbeit zwischen Hochschule, Unternehmen und öffentlichen Institutionen ist ein entscheidender Schlüssel für Innovation und nachhaltige Entwicklung in der Region.
Der Jahresempfang machte damit nicht nur die bisherigen Erfolge sichtbar, sondern auch die Richtung für die kommenden Jahre: mehr Vernetzung, mehr Praxisbezug – und eine Hochschule, die aktiv an der Zukunft Bochums und des Ruhrgebiets mitarbeitet.
