
Torjubel nach dem 1:0 durch Philipp Hofmann
(c) Sebastian Sendlak
Drei Spiele bleiben dem VfL Bochum noch, um den Abstiegskampf in der 2. Bundesliga erfolgreich zu beenden – und schon am kommenden Wochenende könnte eine wichtige Vorentscheidung fallen. Doch ausgerechnet beim Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld wartet eine unangenehme Aufgabe auf die Mannschaft von Trainer Uwe Rösler.
Die Ausgangslage wirkt auf den ersten Blick günstig: Bielefeld rangiert aktuell hinter dem VfL, die Bochumer könnten mit einem Erfolg einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen. Doch die Realität ist komplizierter. Die eigene Auswärtsschwäche und die solide Heimbilanz der Ostwestfalen machen die Partie zu einer echten Herausforderung.
Schlechte Erinnerungen an die Alm
Ein Blick in die Statistik unterstreicht die Schwierigkeit: Zwar spricht die Gesamtbilanz mit 25 Siegen aus 63 Pflichtspielen leicht für den VfL, doch der letzte Auswärtssieg in Bielefeld liegt mehr als zwölf Jahre zurück. In der Saison 2013/14 gewannen die Bochumer zuletzt auf der Alm – seitdem gab es dort nichts mehr zu holen.
Dabei reisen die Bochumer Fans in großer Zahl an. Der Gästeblock ist mit 2.842 Tickets komplett ausverkauft – ein klares Zeichen, wie groß die Unterstützung im Saisonendspurt ist.
Rösler: „Minimum das zeigen, was wir gegen Fürth gezeigt haben“
Trainer Rösler zeigte sich auf der Pressekonferenz zwar zufrieden mit dem jüngsten Heimsieg gegen Greuther Fürth, warnte aber gleichzeitig vor falscher Sicherheit. „Wir müssen im Minimum das zeigen, was wir gegen Fürth gezeigt haben – vielleicht sogar noch mehr“, sagte der Coach.
Vor allem die Intensität werde entscheidend sein: „In Bielefeld geht es um zweite Bälle, um Zweikämpfe, um körperliche Präsenz.“ Die Gastgeber seien dafür bekannt, über 90 Minuten Druck auszuüben und mit hohem Aufwand Chancen zu erzwingen.
Auswärtsschwäche bleibt Thema
Die Auswärtsbilanz des VfL bleibt ein Problem. Zwar konnte das Team unter Rösler Fortschritte erzielen, doch für die eigenen Ansprüche reicht das noch nicht. „Wir müssen jetzt im Auswärtsspiel eine super Leistung zeigen“, stellte der Trainer klar. Die Mannschaft sei sich der Bedeutung der Partie bewusst.
Um die nötige Frische zu gewährleisten, setzte Rösler in dieser Woche bewusst auf Regeneration. Nach dem intensiven Spiel gegen Fürth bekamen die Spieler zwei Tage frei – nicht nur zur körperlichen, sondern auch zur mentalen Erholung.
Kaum Veränderungen in der Startelf
Große personelle Umstellungen sind derzeit nicht geplant. Die Startelf könnte weitgehend unverändert bleiben, nachdem die Mannschaft zuletzt unter Druck überzeugte. Ein Spieler dürfte jedoch sicher beginnen: Geithan Lenz, der gegen Fürth mit seiner aggressiven Spielweise überzeugte, hat laut Rösler eine „absolute Pitbull-Mentalität“ gezeigt und sich damit für einen weiteren Einsatz empfohlen.
Verzichten muss der VfL weiterhin auf Mikkel Roggenberg, der nach einer Operation ausfällt. Auch Marcel Sobotka steht noch nicht zur Verfügung. Ansonsten kann Rösler weitgehend aus dem Vollen schöpfen.
Bielefeld mit Heimstärke und Laufintensität
Der Gegner kommt mit Selbstvertrauen. Bielefeld gehört zu den laufstärksten Teams der Liga und setzt besonders zu Hause auf aggressives Pressing und viele Hereingaben in den Strafraum. „Sie versuchen, Chaos zu stiften und daraus Kapital zu schlagen“, analysierte Rösler.
Für den VfL bedeutet das: Stabilität in der Defensive und gleichzeitig Mut nach vorne. „Wir müssen sie dazu bringen, selbst zu verteidigen“, so der Trainer.
Vorentscheidung möglich – aber kein Selbstläufer
Mit nur noch drei ausstehenden Spielen könnte der VfL Bochum den Abstiegskampf am Wochenende entscheidend beeinflussen. Ein Sieg würde nicht nur Punkte bringen, sondern auch ein wichtiges Signal an die Konkurrenz senden.
Doch klar ist auch: Auf der Bielefelder Alm wird nichts verschenkt – zumal der Gegner zusätzlich mit einem besonderen Anlass im Rücken spielt. Die Arena feiert ihr 100-jähriges Bestehen, entsprechend emotional dürfte die Atmosphäre werden.
Für den VfL Bochum gilt daher mehr denn je: Auswärts bestehen – oder weiter zittern.
