Beitrag: Stadt will fahrradfreundliche Arbeitgeberin werden
ADFC Bochum vor dem Rathaus mit OB Jörg Lukat

(c) Sebastian Sendlalk

Bochum treibt die Mobilitätswende voran und strebt eine Zertifizierung für fahrradfreundliche Arbeitsbedingungen an. Gemeinsam mit dem ADFC soll die Verwaltung neue Standards setzen.

Die Stadt Bochum will ihre Rolle als Arbeitgeberin neu ausrichten und stärker auf nachhaltige Mobilität setzen. Ziel ist eine Zertifizierung als „fahrradfreundliche Arbeitgeberin“. Grundlage ist ein EU-weites Verfahren, das konkrete Maßnahmen für bessere Bedingungen im Radverkehr vorsieht. Der Prozess läuft in mehreren Stufen. Erste Voraussetzungen sieht die Stadt bereits erfüllt. Die Umsetzung soll schrittweise erfolgen.

Zertifizierung in mehreren Stufen

Die Initiative wird vom ADFC Bochum begleitet. Nach Angaben aus dem Projekt umfasst die Zertifizierung drei Stufen: Bronze, Silber und Gold. Bereits einfache Maßnahmen wie sichere Fahrradabstellplätze gehören zu den Einstiegskriterien. Weitere Punkte sind Angebote wie Diensträder, Leasingmodelle für E-Bikes und Infrastruktur für Beschäftigte.

„Das Ziel ist, eine fahrradfreundliche Arbeitsumgebung zu schaffen und nachhaltige Mobilität sichtbar zu machen“, erklärt Burkhard Klein vom ADFC Bochum. Neben Infrastruktur spielen auch Serviceangebote eine Rolle. Dazu zählen etwa regelmäßige Fahrradchecks oder unterstützende Maßnahmen im Arbeitsalltag.

Fokus auf Mobilitätswende

Die Stadtverwaltung sieht das Projekt als Teil einer umfassenderen Verkehrswende. Der Radverkehr soll stärker gefördert werden. Gleichzeitig geht es um eine Verlagerung vom motorisierten Individualverkehr hin zu alternativen Angeboten. Dazu gehören auch bessere Verknüpfungen mit dem öffentlichen Nahverkehr.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Ausstattung von Arbeitsplätzen. Für höhere Zertifizierungsstufen sind etwa Umkleiden, Duschmöglichkeiten und zusätzliche Serviceangebote vorgesehen. Diese Maßnahmen sollen den Umstieg auf das Fahrrad erleichtern.

Signalwirkung für Unternehmen

Die Initiative richtet sich nicht nur an die Verwaltung selbst. Auch lokale Unternehmen sollen angesprochen werden. Ziel ist es, die Zertifizierung als Standard in der Stadtgesellschaft zu etablieren. Dabei sind sowohl große Betriebe als auch kleinere Unternehmen angesprochen.

„Es geht darum, ein Bewusstsein zu schaffen und andere Arbeitgeber mitzunehmen“, heißt es aus dem Projektumfeld. Die Zertifizierung könne individuell angepasst werden und sei nicht auf große Belegschaften beschränkt.

Zeitplan noch offen

Der Zertifizierungsprozess hat begonnen. In den kommenden Wochen sollen konkrete Maßnahmen abgestimmt werden. Ein Abschluss mit der Stadt Bochum noch vor den Sommerferien gilt als möglich, ist aber nicht sicher. Bereits jetzt wird davon ausgegangen, dass ein Großteil der Anforderungen erfüllt ist.

Parallel soll das Thema weiter öffentlich sichtbar gemacht werden. Aktionen wie das Stadtradeln sollen zusätzliche Impulse setzen. Die Stadt setzt dabei auf eine Vorbildfunktion als Arbeitgeberin.

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