Beitrag: Fußball-Talk in Bochum: Erinnerungen an DDR-Zeiten und Blick auf den VfL
Dariusz Wosz und Uwe Rösler im Metropolis Kino

(c) Sebastian Sendlak

Eine besondere Fußballgeschichte stand im Mittelpunkt eines Abends im Metropolis-Kino. Zeitzeugen berichteten von einem historischen Länderspiel und ihren Wegen in den Profifußball.

Die Veranstaltungsreihe „Dein Fußball-Wochenende in Bochum“ hat erneut zahlreiche Besucher angezogen. Im ausverkauften Metropolis-Kino sprachen Dariusz Wosz und Uwe Rösler über ihre gemeinsame Vergangenheit. Beide standen beim letzten Länderspiel der DDR in Belgien gemeinsam auf dem Platz.

Persönliche Erinnerungen an ein historisches Spiel

Im Mittelpunkt des Abends standen die unterschiedlichen Perspektiven auf dieses Spiel. Während Wosz die Partie als ernst und bedeutend beschrieb, sah Rösler vor allem die Chance, sich zu präsentieren. Mehrere Spieler hatten ihre Teilnahme damals abgesagt.

Wosz betonte, dass ein Verzicht für ihn nicht infrage gekommen sei. Er habe das Spiel als sportliche Verpflichtung verstanden und sich entsprechend präsentieren wollen.

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Einblicke in das Leben im DDR-Leistungssport

Darüber hinaus berichteten beide von ihren Erfahrungen im DDR-Sportsystem. Leistungssportler hätten einerseits privilegiert gelebt, zugleich aber gewusst, dass sie überwacht wurden.

Wosz erinnerte daran, dass junge Sportler früh politisch eingebunden werden sollten. Auch Versuche, sie zur Mitarbeit als Informanten zu bewegen, seien Teil des Systems gewesen. In seiner Stasi-Akte sei er unter anderem als „Naturtalent“ bezeichnet worden.

Zeit des Umbruchs und erste Kontakte in den Westen

Die Zeit rund um den Mauerfall spielte ebenfalls eine Rolle. Rösler schilderte, wie während eines Aufenthalts in Leipzig westliche Scouts das Team beobachteten. Für viele Spieler eröffnete sich in dieser Phase erstmals die Möglichkeit, den Wechsel in den westdeutschen Profifußball zu wagen.

VfL Bochum im Fokus des Abends

Neben den historischen Themen ging es auch um die Gegenwart. Beide Gäste sprachen über ihre Verbindung zum VfL Bochum und ihre Einschätzung zur sportlichen Entwicklung.

Wosz äußerte die Hoffnung, dass sein ehemaliger Verein in den kommenden Jahren wieder in die Bundesliga zurückkehrt. Rösler zeigte sich zurückhaltender und verwies zunächst auf die aktuelle sportliche Situation: Vorrang habe der Klassenerhalt.

Große Resonanz auf die Veranstaltungsreihe

Rund 200 Besucherinnen und Besucher verfolgten die Diskussion. Damit verzeichnete die Reihe einen neuen Höchstwert. Der Umzug vom Stadtarchiv ins größere Metropolis-Kino erwies sich als notwendig.

Im Anschluss nutzten zahlreiche Fans die Gelegenheit für Gespräche und Autogramme. Eine weitere Ausgabe der Reihe ist bereits vor dem Heimspiel gegen Hannover geplant.

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