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Ruhr Universität Bochum
Eine bundesweite Auswertung zeigt deutliche Unterschiede bei der Geschlechterverteilung an Hochschulen. Frauen sind unter Professoren weiterhin klar in der Minderheit.
Beim wissenschaftlichen Nachwuchs fällt die Bilanz anders aus. Auch für Hochschulstandorte wie Bochum sind die Ergebnisse relevant. Die Diskussion um Gleichstellung im Wissenschaftsbetrieb hält an.
Eine Untersuchung der Lernplattform Jurafuchs unter 57 Hochschulen zeigt: Der Frauenanteil unter Professorinnen und Professoren liegt bundesweit im Schnitt bei 30 Prozent. Von einer ausgeglichenen Besetzung kann damit weiterhin nicht gesprochen werden.
Deutlich höher ist der Anteil bei den Juniorprofessuren. Hier sind Frauen mit durchschnittlich 52,5 Prozent sogar in der Mehrheit. Die Daten deuten auf Veränderungen im wissenschaftlichen Nachwuchs hin, die sich jedoch noch nicht in den höheren Positionen widerspiegeln.
Führungspositionen weiter männlich geprägt
Mit zunehmender Karrierestufe sinkt der Frauenanteil. Nur 22,2 Prozent der Dekaninnen und Dekane sind weiblich. Gleichzeitig zeigt sich bei den Hochschulleitungen ein differenzierteres Bild: 47,4 Prozent der untersuchten Universitäten werden von Frauen geführt.
„Auf dem Weg zur Geschlechterparität im Wissenschaftsbetrieb ist noch einiges zu tun“, sagt Carl-Wendelin Neubert. Der vergleichsweise hohe Anteil bei Juniorprofessuren mache jedoch deutlich, dass sich Strukturen langsam verändern.
Während Frauen im Lehrkörper unterrepräsentiert sind, stellen sie unter den Studierenden die Mehrheit. Im Durchschnitt sind 51,8 Prozent der Eingeschriebenen weiblich. An einzelnen Hochschulen liegt der Anteil deutlich höher.
Gleichzeitig bestehen teils große Unterschiede zwischen Studierenden und Lehrenden. Im Schnitt beträgt die Differenz zwischen Frauenanteil bei Studierenden und Professoren 21,8 Prozent.
Bedeutung für den Hochschulstandort Bochum
Für den Hochschulstandort Bochum lassen sich die Ergebnisse in einen größeren Kontext einordnen. Mit der Ruhr-Universität Bochum verfügt die Stadt über eine der großen Universitäten in Nordrhein-Westfalen. Konkrete Einzelwerte zur Geschlechterverteilung wurden in der Studie nicht für alle Standorte veröffentlicht.
Die bundesweiten Trends gelten jedoch auch für viele Hochschulen im Ruhrgebiet: Während der Anteil weiblicher Studierender hoch ist, bleibt die Repräsentanz in Professuren und Leitungsfunktionen geringer. Programme zur Förderung von Gleichstellung und Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karriere spielen daher weiterhin eine zentrale Rolle.
Die Studie verweist auf mögliche Ursachen für die Unterschiede. Dazu zählen strukturelle Hürden im Karriereverlauf sowie Herausforderungen bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gleichzeitig wird der Hochschulbereich als zentraler Ort gesehen, um langfristige Veränderungen anzustoßen.
Die Entwicklung bei Juniorprofessuren gilt dabei als Indikator für künftige Veränderungen. Ob sich dieser Trend in den kommenden Jahren auch in höheren Positionen niederschlägt, bleibt abzuwarten.
