
Jörg Lukat im Gespräch mit den Bürgern
(c) Sebastian Sendlak
Mit 10.000 Saatgutpaketen und einem offenen Ohr für die Anliegen der Menschen fördert Oberbürgermeister Jörg Lukat die Biodiversität und den direkten Austausch in Bochum.
Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat nutzt eine aktuelle Verteilaktion von Saatgutpaketen, um mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen. In der Innenstadt verteilt das Stadtoberhaupt die Mischung „Bochum blüht und summt“, um die biologische Vielfalt auf privaten Flächen zu stärken. Dabei betont er, dass diese öffentlichen Formate ein zentrales Versprechen seines Wahlkampfs einlösen: jederzeit erreichbar zu sein. Die Aktion stößt auf reges Interesse und wird durch ein System von Wunschkarten ergänzt, auf denen die Bochumer ihre Anliegen direkt formulieren können. Lukat sieht darin eine wichtige Möglichkeit, „Volkes Willen“ ungefiltert zu erfahren und Impulse für die Stadtgestaltung aufzunehmen.
Saatgut für die Insektenwelt und das ökologische Bewusstsein
Im Zentrum der Aktion steht die Förderung heimischer Insekten, die wiederum als Nahrungsgrundlage für die lokale Vogelwelt dienen. Lukat erklärt, dass der klassische, kurz geschnittene Rasen oft nicht hilfreich sei, wenn es um den Erhalt der Artenvielfalt gehe. Er führt aus, dass gerade Pflanzenmischungen wie „Bochum blüht und summt“ Bienen und andere Fluginsekten anlocken würden, welche den Samen anschließend weitertragen. Auf die Frage nach seinem eigenen gärtnerischen Geschick räumt der Oberbürgermeister schmunzelnd ein, er habe den grünen Daumen eher für das Unkraut. Dennoch sei er überzeugt, dass das einfache Ausstreuen dieser Samen jedem gelinge und einen Beitrag zur Bewahrung der Umwelt leiste.
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Für den Oberbürgermeister ist die Erreichbarkeit als Lokalpolitiker ein hohes Gut, das nicht nur vor Wahlen Bedeutung haben soll. Er setzt auf den direkten Kontakt und die im Ruhrgebiet üblichen „schnörkellosen Diskussionen“, um herauszufinden, wo den Menschen aktuell der Schuh drückt. Falls Fragen nicht sofort beantwortet werden können, erfolge eine Rückmeldung zeitnah über hinterlegte Kontaktdaten. Lukat berichtet von ähnlichen Formaten an Werkstoffhöfen, bei denen bereits konkrete Anregungen zur Optimierung städtischer Abläufe aufgenommen worden seien. Das Ziel sei es, dass die Bürgerinnen und Bürger spürten, dass ihre individuellen Anliegen ernst genommen und einer schnellen Lösung zugeführt würden.
Sauberkeit und Infrastruktur als Kernthemen der Bürger
Bei den Gesprächen kristallisieren sich laut Lukat immer wieder ähnliche Schwerpunkte heraus, die das tägliche Leben in der Stadt beeinflussen. Häufig werde er auf die Themen Vermüllung, den Zustand der Straßen oder die aktuelle Baustellensituation angesprochen. In Bezug auf Baustellen wirbt er um Verständnis und ordnet diese als Zeichen einer positiven Stadtentwicklung ein, etwa beim barrierefreien Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. Er weist zudem darauf hin, dass Schandflecken oder Mängel unkompliziert über den Mängelmelder der Stadt gemeldet werden könnten. Hier arbeite die Verwaltung eng mit dem USB zusammen, um entsprechende Problemstellen zügig zu beseitigen.
Über die rein infrastrukturellen Fragen hinaus liegen Jörg Lukat soziale Themen wie die Quartiersempathie und der Kampf gegen Einsamkeit am Herzen. Er wünsche sich ein verstärktes Füreinander und eine gesteigerte Achtsamkeit innerhalb der Stadtgesellschaft. Wenn es gelinge, diese Werte zu festigen, erlebe man Bochum ganz persönlich als eine wirklich liebende und lebenswerte Stadt. Da er erst seit viereinhalb Monaten im Amt sei, habe er bisher noch keine dramatischen Negativerlebnisse im Bürgerkontakt verzeichnet. Die meisten Anliegen ließen sich im schnellen Kontakt oder durch eine Prüfung der Sachlage unproblematisch bearbeiten.
