Beitrag: Fachtagung in Bochum: Jugendhilfe diskutiert Wege zu mehr Teilhabe
zur Erziehung“ mit einem Fachvortrag von Prof. Dr. Stefan Schache in Bochum am 18.03.2026

Fachtagung "Hilfen Foto: Lutz Leitmann/Stadt Bochum

Rund 140 Fachkräfte haben in Bochum über bessere Unterstützung für junge Menschen mit Behinderung beraten. Im Fokus standen Übergänge, Zusammenarbeit und flexible Hilfesysteme.

Im Veranstaltungszentrum der Ruhr-Universität Bochum hat die Fachtagung „Teilhabe gestalten – Barrieren abbauen“ stattgefunden. Rund 140 Fachkräfte der Jugendhilfe nahmen teil. Vertreten waren Mitarbeitende des Jugendamts sowie zahlreiche freie Träger. Diskutiert wurden Ansätze zur Weiterentwicklung von Unterstützungsangeboten für Kinder, Jugendliche und Familien in komplexen Lebenslagen. Die Ergebnisse sollen in die Praxis vor Ort einfließen.

In vier Workshops tauschten sich die Teilnehmenden zu unterschiedlichen Bereichen der Jugendhilfe aus. Themen waren unter anderem stationäre Hilfen, Verselbstständigung junger Menschen sowie Familienunterstützung.

Auch spezialisierte Fragestellungen wurden behandelt. Dazu zählten etwa die Rolle von Verfahrenslotsen und der Umgang mit Schulabsentismus.

Vier zentrale Erkenntnisse

Aus den Diskussionen wurden mehrere Handlungsfelder abgeleitet. Ein Schwerpunkt liegt auf Übergängen zwischen verschiedenen Unterstützungssystemen. Insbesondere beim Wechsel ins junge Erwachsenenalter bestehe Bedarf an klaren Absprachen und kontinuierlicher Begleitung.

Zudem wurde die Zusammenarbeit zwischen freien Trägern und dem Jugendamt als entscheidend hervorgehoben. Ziel ist eine bessere Abstimmung der Hilfen, um Brüche in Unterstützungsverläufen zu vermeiden.

Ein weiterer Punkt betrifft die Arbeitsbedingungen der Fachkräfte. Diese benötigen Zeit und Flexibilität, um auf individuelle Situationen eingehen zu können und tragfähige Beziehungen aufzubauen.

Forderung nach stärkerer Vernetzung

Die beteiligten Organisationen betonten die Notwendigkeit einer intensiveren Zusammenarbeit. Nur durch abgestimmte Strukturen könnten stabile und verlässliche Hilfsangebote entstehen.

Die Ergebnisse der Workshops wurden zum Abschluss in einer Podiumsrunde zusammengeführt. Sie sollen nun weiter beraten und in bestehende Prozesse integriert werden.

Den inhaltlichen Auftakt gestaltete Stefan Schache von der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe. Er beschrieb die Herausforderungen im pädagogischen Alltag.

„Hilfen gelingen dort, wo wir Situationen ganzheitlich wahrnehmen, Beziehungen gestalten und die notwendige Zeit für Verständigung und Entwicklung geben“, sagte Schache.

Fachkräfte bewegten sich häufig zwischen organisatorischen Vorgaben und individuellen Bedürfnissen junger Menschen. Dies erfordere ein hohes Maß an Professionalität und Anpassungsfähigkeit.

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