
AfA Bogestra TV-N
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Im Zuge der Tarifrunde im Nahverkehr kommt es auch in Bochum zu Streiks. Die AfA Bochum äußert sich zur Situation und sieht strukturelle Probleme.
Im Rahmen der aktuellen Tarifrunde im Nahverkehr (TV-N) kommt es in mehreren Bundesländern zu Arbeitsniederlegungen. Auch in Bochum ist der öffentliche Nahverkehr betroffen. Hintergrund sind schwierige Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern. Während in Schleswig-Holstein bereits eine Einigung erzielt wurde, dauern die Gespräche in Nordrhein-Westfalen an. Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeit Bochum (AfA) bezieht nun Stellung zu den Entwicklungen.
Kritik an öffentlicher Debatte
Die AfA Bochum sieht Teile der öffentlichen Diskussion kritisch. Einige Aussagen würden dem Charakter des Nahverkehrs als Teil der Daseinsvorsorge nicht gerecht werden.
„Natürlich hat ein Streik Auswirkungen auf den Betrieb – sonst wäre es ja kein Streik“, sagt der Vorsitzende Jens Matheuszik. Die aktuellen Konflikte seien auch auf strukturelle Besonderheiten im Tarifsystem zurückzuführen.
Unterschiede zwischen Bundesländern
Ein Problem sieht die AfA in der Organisation des Tarifvertrags TV-N. Dieser ist auf einzelne Bundesländer aufgeteilt.
Dadurch müssten Beschäftigte in Nordrhein-Westfalen für Verbesserungen kämpfen, die in anderen Regionen bereits umgesetzt seien. Das führe zu unterschiedlichen Arbeitsbedingungen innerhalb Deutschlands.
Mit Blick auf die BOGESTRA betont die AfA die besondere Rolle des öffentlichen Nahverkehrs. Wirtschaftliche Maßstäbe aus der Privatwirtschaft seien nur bedingt übertragbar.
Der Nahverkehr erfülle grundlegende Aufgaben für die Gesellschaft. Eine rein betriebswirtschaftliche Betrachtung greife daher zu kurz.
Arbeitsbedingungen und Auswirkungen auf Fahrgäste
Nach Einschätzung der AfA wirken sich gute Arbeitsbedingungen auch auf die Qualität des Angebots aus. Weniger Überlastung und geringere Ausfälle könnten zu stabileren Fahrplänen führen.
Damit sei die Situation nicht nur für Beschäftigte, sondern auch für Fahrgäste relevant.
Grundsätzlich sieht die AfA ein strukturelles Finanzierungsproblem im Nahverkehr. Politische Maßnahmen wie das Deutschlandticket müssten ausreichend gegenfinanziert werden.
Gefordert wird eine stärkere Beteiligung von Bund und Ländern, um Einnahmeverluste auszugleichen und den Betrieb langfristig zu sichern.
