Beitrag: Bochumer Start-up entwickelt Starkregen-Frühwarnsystem für den Märkischen Kreis
Das interkommunale Starkregen-Frühwarnsystem soll Feuerwehren und Rettungskräften genauere Informationen zu betroffenen Gebieten liefern und präzisere Alarmierungen herausgeben

Foto: Michael Kling / Märkischer Kreis

Ein digitales Frühwarnsystem gegen Starkregen steht im Märkischen Kreis kurz vor der Umsetzung. Die eingesetzte KI-Technologie stammt von einem Start-up aus Bochum.

Im Märkischer Kreis steht der Aufbau eines interkommunalen Starkregen-Frühwarnsystems kurz vor dem Start. Ziel ist es, Feuerwehren und Rettungsdienste frühzeitig über steigende Pegelstände und mögliche Überschwemmungen zu informieren. Die technische Lösung stammt von einem Start-up aus Bochum, das auf KI-gestützte Analyse von Umwelt- und Wetterdaten spezialisiert ist. Das Projekt wurde im Ausschuss für Abfallwirtschaft, Umwelt und Planung im Kreishaus in Lüdenscheid vorgestellt. Perspektivisch sollen auch Bürgerinnen und Bürger Zugriff auf ausgewählte Daten erhalten.

Der Kreistag hatte die Verwaltung im März 2024 beauftragt, gemeinsam mit Städten und Gemeinden ein flächendeckendes Pegel- und Alarmierungssystem aufzubauen. Das System soll bei Starkregen oder Hochwasser genaue Informationen über Wasserstände liefern und damit präzisere Warnungen ermöglichen.

Alle Kommunen im Märkischen Kreis unterzeichneten Ende August 2024 eine entsprechende Rahmenvereinbarung. Während die Städte und Gemeinden die Gewässerpegel finanzieren, übernimmt der Kreis die Kosten für die KI-Software.

Bochumer Start-up liefert KI-Technologie

Für die technische Umsetzung wurde ein Anbieter gewählt, der bereits in mehreren Kommunen der Region aktiv ist. Das Unternehmen aus Bochum setzt auf ein System, das Gewässerpegel, Bodenfeuchte-Sensoren und aktuelle Wetterdaten miteinander kombiniert.

Die Daten werden durch eine lernende künstliche Intelligenz ausgewertet. Nach einer Anlernphase von bis zu zwölf Monaten soll das System zuverlässige Prognosen zu möglichen Überflutungen liefern.

Durch diesen Ansatz bleiben die Kosten laut Kreisverwaltung deutlich unter den ursprünglich kalkulierten Ausgaben. Dadurch kann das Projekt ohne zusätzliche Landesfördermittel umgesetzt werden.

Langfristig sollen die erfassten Pegeldaten nicht nur den Einsatzkräften zur Verfügung stehen. Geplant ist ein öffentlich zugängliches Internet-Portal, über das auch außerhalb akuter Starkregenereignisse Informationen abrufbar sind.

Die Verantwortlichen erwarten, dass das System die Einsatzplanung der Feuerwehren deutlich verbessert und schnelleres Handeln bei extremen Wetterlagen ermöglicht.

Infrastrukturprogramm ebenfalls Thema im Ausschuss

Neben dem Frühwarnsystem wurde im Ausschuss auch das Sanierungsprogramm „Straßeninfrastruktur Südwestfalen“ vorgestellt. Nach Angaben von Straßen.NRW sollen in den kommenden zehn Jahren rund 100 Millionen Euro in Bundes- und Landesstraßen der Region investiert werden.

Der Sanierungsbedarf ist unter anderem eine Folge der Sperrung der Rahmedetalbrücke auf der Autobahn 45 im Dezember 2021. Seitdem wurde ein großer Teil des Verkehrs auf regionale Straßen verlagert, was zu deutlich höherer Belastung führte.

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