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Haus Kemnade
Das Kulturhistorische Museum Haus Kemnade lädt am Sonntag, 15. März, zu einer Matinee des „Duo kẑrme“ ein, die dem Schicksal eines im Holocaust ermordeten Kindes gewidmet ist.
Am kommenden Sonntagvormittag bildet das Haus Kemnade in Hattingen den Rahmen für ein besonderes Gedenkkonzert. Ab 11:00 Uhr gastiert das „Duo kẑrme“ im Kulturhistorischen Museum, um an George Zając zu erinnern. Das Duo, bestehend aus dem Klarinettisten Markus Emanuel Zaja und dem Akkordeonisten Ralf Kaupenjohann, ist für seine improvisationsreiche und erzählende Musik bekannt. Ihr künstlerisches Schaffen wurde bereits mehrfach für den renommierten Preis der Deutschen Schallplattenkritik nominiert. Die Veranstaltung bietet den Gästen bei freiem Eintritt die Gelegenheit, sich auf eine klangliche Auseinandersetzung mit der Geschichte einzulassen.
Eine Hommage an ein vergessenes Schicksal
Das Konzert steht ganz im Zeichen des Gedenkens an George Zając, der am 16. März 1938 in Wien geboren wurde. Nur vier Jahre nach seiner Geburt wurde das jüdische Kind im April 1942 in das Durchgangsghetto Izbica deportiert, das als Zwischenstation zur Vernichtung diente. Die Familie wurde durch die Verfolgung der Nationalsozialisten auseinandergerissen: Während dem Vater Abram die Flucht nach England gelang, blieben seine Frau Feiga und der kleine George zurück. Beide verloren im Zuge des Holocaust ihr Leben.
Das Duo wählt für dieses Gedenken eine Musikform, die stark auf Improvisation setzt. Die Künstler fordern ihr Publikum aktiv dazu auf, sich auf diese spezielle Art des „musikalischen Erzählens“ einzulassen. Durch das Zusammenspiel von Klarinette und Akkordeon entstehen Klangwelten, die den tragischen Lebensweg von George Zając reflektieren sollen. Das Datum des Konzerts liegt dabei unmittelbar vor dem 88. Geburtstag, den George Zając an diesem Montag gefeiert hätte.
Kulturhistorischer Rahmen in Hattingen
Haus Kemnade, gelegen an der Kemnade 10, bietet mit seiner historischen Atmosphäre den passenden Ort für diese reflektive Matinee. Das Museum nutzt seine Räumlichkeiten regelmäßig für Veranstaltungen, die eine Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart schlagen. Die Kombination aus preisgekrönter Musik und dem Gedenken an ein Einzelschicksal der Schoa soll die Erinnerungskultur in der Region stärken. Die Veranstalter betonen, dass die Musik des „Duo kẑrme“ dabei helfen könne, das Unaussprechliche der Geschichte fühlbar zu machen.
Interessierte Besucherinnen und Besucher können das Konzert ohne vorherige Anmeldung besuchen. Da der Eintritt frei ist, rechnet das Museum mit einer entsprechenden Resonanz für diesen kulturellen Beitrag zum Gedenken an die Opfer terroristischer und rassistischer Gewalt. Nach dem Konzert besteht zudem die Möglichkeit, die weiteren Ausstellungen des Hauses zu besichtigen und die Eindrücke der Matinee nachwirken zu lassen. Die Veranstaltung unterstreicht die Bedeutung lokaler Gedenkorte für die Aufarbeitung der Vergangenheit.
