
Polizeipräsidentin Christine Frücht
(c) Sebastian Sendlak
Die Zahl der registrierten Straftaten in Bochum ist 2025 minimal gesunken. Während Einbrüche und Gewaltkriminalität zurückgehen, steigen einzelne Deliktfelder wie Taschendiebstahl. Die Aufklärungsquote bleibt stabil.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 weist für Bochum 30.671 Straftaten aus. Das sind 59 Fälle weniger als im Vorjahr. Prozentual entspricht das einem Rückgang von 0,19 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt bei 54,02 Prozent. Mehr als jede zweite Tat konnte damit aufgeklärt werden.
Mit über 30.000 registrierten Delikten bleibt Bochum die größte Stadt im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Bochum. Die sogenannte Häufigkeitszahl – also die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner – liegt bei 8.551. Die Gesamtentwicklung bewegt sich damit auf einem vergleichbaren Niveau wie in den vergangenen Jahren.
Die Polizei bewertet den leichten Rückgang als Ausdruck kontinuierlicher Ermittlungsarbeit. Gleichzeitig verweist sie auf gesellschaftliche Entwicklungen, die sich in einzelnen Deliktfeldern widerspiegeln.
Rückgang bei Einbruch und Gewaltkriminalität
Positiv entwickelt sich der Wohnungseinbruchdiebstahl. 860 Fälle wurden registriert. Das entspricht einem Minus von 1,15 Prozent. Die Zahlen liegen weiterhin deutlich unter den Höchstständen früherer Jahre.
Auch die Gewaltkriminalität ist leicht gesunken. 1.124 Fälle bedeuten ein Minus von 23 Delikten beziehungsweise 2,01 Prozent. Die Aufklärungsquote liegt in diesem Bereich bei rund 74 Prozent. Dazu zählen unter anderem schwere Körperverletzungen, Raubdelikte und Straftaten gegen das Leben.
Zunahme bei Taschendiebstahl und Straßenkriminalität
Einen Anstieg verzeichnet die Statistik beim Taschendiebstahl. 749 Fälle bedeuten ein Plus von 7,46 Prozent. Diese Delikte ereignen sich häufig in belebten Innenstadtbereichen oder im öffentlichen Nahverkehr.
Auch Teile der Straßenkriminalität zeigen Schwankungen. Dazu gehören etwa Raubüberfälle im öffentlichen Raum oder Sachbeschädigungen. Die Polizei führt diese Entwicklung unter anderem auf eine erhöhte Präsenz im öffentlichen Raum sowie auf Anzeigeverhalten zurück.
Betrugsdelikte: Weniger Fälle, höhere Schäden
Im Bereich Betrug ist die Zahl der Fälle insgesamt zurückgegangen. Dennoch ist die Schadenssumme deutlich gestiegen. Sie beläuft sich auf 24,9 Millionen Euro. Ein wesentlicher Faktor ist der Online-Anlagebetrug, bei dem hohe Einzelbeträge verloren gehen.
Internetbasierte Straftaten gewinnen insgesamt weiter an Bedeutung. Neben Anlagebetrug spielen auch Phishing, Identitätsdiebstahl und Warenbetrug eine Rolle.
Tatverdächtige und Drogenkriminalität
Im gesamten Präsidialbereich wurden 12.262 Tatverdächtige ermittelt. Rund ein Drittel besitzt keine deutsche Staatsangehörigkeit. Mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen war polizeilich bereits zuvor in Erscheinung getreten.
Bei den Rauschgiftdelikten zeigt sich ein differenziertes Bild. Während die Zahl der Cannabis-Delikte deutlich zurückging, nahmen Verfahren im Zusammenhang mit synthetischen Drogen sowie Kokain zu. Die Entwicklungen stehen im Kontext gesetzlicher Änderungen und veränderter Konsummuster.
Die Kriminalstatistik 2025 zeigt für Bochum eine insgesamt stabile Sicherheitslage. Rückgänge bei Einbruch und Gewalt stehen moderaten Zuwächsen in anderen Bereichen gegenüber. Die Aufklärungsquote bleibt auf konstantem Niveau. Einzelne Deliktfelder, insbesondere im digitalen Raum, gewinnen weiter an Bedeutung.
