Beitrag: „Unter dem Obstbaum“ als Teil einer neuen Bestattungsform in Langendreer
Neue Urnengräber „Unter dem Obstbaum“ entstehen in Bochum-Langendreer

(Foto: Sebastian Sendlak)

Auf dem Friedhof Langendreer entstehen rund 340 neue Urnenplätze. Neben Urnengemeinschaftsgräbern gibt es nun auch Bestattungen „Unter dem Obstbaum“.

Der Friedhof Langendreer im Bochumer Osten erweitert sein Angebot um zwei neue Bestattungsformen. Künftig stehen dort Urnengemeinschaftsgräber sowie Beisetzungen „Unter dem Obstbaum“ zur Verfügung. Rund 340 neue Plätze für die letzte Ruhe entstehen. Dirk Meyer, Bezirksbürgermeister im Bochumer Osten, betrachtet dies als bedeutenden Fortschritt für eine moderne und umweltfreundliche Friedhofsgestaltung.

Friedhöfe im Wandel

Dirk Meyer erklärt: „Unsere Friedhöfe befinden sich im Wandel – nicht aus Zufall, sondern weil sich auch die Wünsche der Menschen verändert haben“. Neben der klassischen Erdbestattung entscheiden sich immer mehr Bürger für Feuerbestattungen sowie neue, individuellere Formen des Abschieds. Hierdurch entstehen Areale, deren Neugestaltung einer bewussten Planung unterliegt.

Es entstehen naturnahe Bereiche und Beisetzungen unter Bäumen – wie beispielsweise unter Obstbäumen – als Orte, an denen Erinnerung, Ruhe und Spiritualität zusammenfinden. Es geht darum, „Teil eines natürlichen Kreislaufs zu sein, aus dem neues Leben wächst“, so Meyer. Gleichzeitig entwickelten sich Friedhöfe zu ökologisch hochwertigen Grünräumen mit mehr Biodiversität und Aufenthaltsqualität – „ohne ihren würdevollen Charakter zu verlieren“.

340 neue Urnenplätze in Langendreer

Auf dem Friedhof Langendreer entstehen insgesamt rund 340 neue Urnenplätze. Bei den Urnengemeinschaftsgräbern handelt es sich um Reihengräber für Urnen, wahlweise mit Namensnennung. Die Pflege übernehme die Friedhofsverwaltung. Fünf neue Anlagen mit jeweils 48 Urnenstellen sind geschaffen worden – insgesamt 240 Plätze.

Für Bestattungen „Unter dem Obstbaum“ stehen Reihen- und Familiengrabstätten zur Verfügung. In Langendreer sind die Flächen von neu gepflanzten Birnbäumen umgeben. Jede Grabstätte verfügt über einen Kissenstein mit Name sowie Geburts- und Sterbedatum. Mit dem „Apfelhain“ am Hauptfriedhof gibt es bereits eine vergleichbare Anlage.

Rund angelegt, ökologisch gedacht

Es wurden sechs Grabanlagen für Familiengräber mit jeweils 16 Urnenstellen und 96 Plätzen sowie fünf Grabanlagen für Reihengräber mit acht Urnenstellen – insgesamt 40 Plätze – ausgebaut. Die Anlagen seien in runder Form gestaltet worden, ergänzt durch neue Wege und einen Bankplatz.

Der Ausbau sei vollständig durch die Ausbildungsjahrgänge im Garten- und Landschaftsbau des Technischen Betriebs erfolgt. Die Kosten beliefen sich auf rund 83.000 Euro. Meyer erklärt abschließend, dieser Weg verbinde „Respekt vor den Verstorbenen mit Verantwortung für die Lebenden und kommende Generationen“.

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