
„Narr Wars“ bei den Heiligen Halunken
(c) Sebastian Sendlak
Unter dem Motto „Narr Wars“ feiern die Heiligen Halunken in Werne eine karnevalistische Reise durch Galaxien, Generationen und Musikwelten. Zwischen Lichtschwertern, Jugendsprache und Partyklassikern bleibt kein Tanzbein ruhig.
„Narr Wars“ lautet das Motto des Abends beim Karnevals- und Musikverein Bochum-Werne. Entsprechend bevölkern nicht nur Funkenmariechen und Garden die Bühne, sondern auch Lichtschwerter, galaktische Kostüme – und sogar ein Ewok. Durch das Programm führt Torsten Dahlhaus, der in seiner Ansprache Humor mit einem Augenzwinkern verbindet.
Prinzessin eröffnet mit Gesang
Stadtteilprinzessin Anne Katrin I. eröffnet die Feier musikalisch. „Ich kann es nicht, mache es aber trotzdem“, sagt sie schmunzelnd, bevor sie zum Mikrofon greift. Spätestens bei den Funkenmariechen füllt sich die Tanzfläche vor der Bühne.
Tänzerisch geht es Schlag auf Schlag weiter. Die Tanzsportgarde Eppendorf betritt mit neun Tänzerinnen im Alter zwischen zwölf und 36 Jahren die Bühne. Dass sie zweimal pro Woche trainieren, sei deutlich zu sehen: Choreografie und Positionen sitzen präzise. Beim zweiten Auftritt zeigen vier Tänzerinnen ein Mariechen-Solo und werden erneut gefeiert.
Zwischen „Slay“ und „weise du bist“
Torsten Dahlhaus verknüpft in seiner Büttenrede Jugendsprache mit Zitaten aus „Star Wars“. Sie heißt nicht umsonst „Ein 55-jähriger Padawan im Sprachdschungel“. So werden moderne Wörter wie „slay“, für die es einen Duden benötigt, mit Aussagen aus der Kult-Saga verknüpft. „Weise du bist“ kennen die Gäste zumindest. Dahlhaus verbindet in seiner Ansprache bewusst moderne Sprache mit Zitaten aus der Sternensaga.
Das Publikum lacht – und merkt schnell, dass sich der Abend zwischen Generationen bewegt. Die Mitwirkenden greifen das Motto konsequent auf: Glitzer-Capes, Laserschwerter und fantasievolle Kostüme bestimmen das Bild.
Auch die Halunken-Funken greifen das Motto auf. Mit glitzernden Capes und Lichtschwertern marschieren sie zur bekannten „Star Wars“-Melodie ein. Am Ende ihrer Show wird sogar eine Darth-Vader-Puppe von der Bühne getragen. Das Banner mit der Aufschrift „Narr Wars“ hänge während des gesamten Abends sichtbar im Hintergrund.
Männerballett und Tabasco-Ansage
Um den Damen des Abends gerecht zu werden, kündigt Anne Katrin augenzwinkernd das Männerballett an. „Jetzt kommt das Erotischste, was der Bochumer Osten zu bieten hat. Mädels, kippt euch Tabasco in die Augen! Hier kommt unser Männerballett, die Halunken Unken“, ruft sie.
Die Herren marschieren ganz in Weiß, mit schwarzem Umhang und Darth-Vader-Masken, ein. Nach ersten „Zugabe“-Rufen wird rasch umgebaut. Zwei Stühle stehen bereit, dann erklingt „Superperforator“ aus „Der Schuh des Manitu“ – inklusive passender Choreografie. Der Saal tobt.
Michael Wurst bringt den Saal zum Beben
Höhepunkt des Abends ist der Auftritt von Michael Wurst. „Kommt mal etwas nach vorne“, fordert er das Publikum auf. In seiner rund 30-minütigen Show heizt er dem ausverkauften Saal ein. „Wen lieben wir?“, ruft er. Die Antwort kommt prompt: „VfL!“
Neben „Country Roads“ – im Original von John Denver – stimmt er zum Schluss „Bochum“ von Herbert Grönemeyer an. „Im Osten stehen sie auf, wenn eine Hymne gespielt wird“, sagt Wurst. Und tatsächlich: Die Werner stehen auf, singen mit und feiern.
Nach dem Auftritt klingt der Abend langsam aus. Zurück bleibt ein humorvoller, bunter und galaktisch angehauchter Karnevalsabend, der einmal mehr zeigt, wie lebendig das Vereinsleben in Werne ist.
