Beitrag: CDU-Debatte um Teilzeit: CDA Bochum widerspricht Bundeslinie

Christian Herker Bildrecht: Christian Herker

Aussagen aus der Bundes-CDU zur sogenannten „Lifestyle-Teilzeit“ stoßen in Bochum auf Widerspruch aus den eigenen Reihen. Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) Bochum positioniert sich deutlich gegen eine pauschale Kritik an Teilzeitarbeit.

Aus Sicht der Arbeitnehmervertretung geht die Debatte an der Realität vieler Beschäftigter vorbei. Teilzeit sei in vielen Fällen keine freie Wahl, sondern notwendig. Die CDA fordert eine sachliche Diskussion über Arbeitszeitmodelle.

Teilzeitarbeit steht bundesweit erneut in der politischen Kritik. Auch Teile der CDU beteiligen sich an der Debatte. In Bochum distanziert sich die CDA klar von vereinfachenden Zuschreibungen. Sie verweist auf Zahlen aus dem lokalen Arbeitsmarkt. Teilzeit sei dort längst Alltag.

Nach Angaben der CDA ist Teilzeitarbeit ein fester Bestandteil des deutschen Arbeitsmarktes. Bundesweit arbeiten rund 40 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit. Viele davon mit weniger als 20 Wochenstunden, häufig aus familiären, pflegerischen oder gesundheitlichen Gründen.

Auch in Bochum zeigt sich dieser Trend. Laut aktuellem Arbeitsmarktreport lag der Anteil der Teilzeitbeschäftigten im Dezember 2025 bei rund 33 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Damit arbeitet etwa jede dritte erwerbstätige Person in der Stadt in Teilzeit. Gleichzeitig liegt die Arbeitslosenquote weiterhin über dem Bundesdurchschnitt.

CDA: Teilzeit ist Ausdruck von Verantwortung

Der Bochumer CDA-Kreisvorsitzende Christian Herker widerspricht der Darstellung, Teilzeit sei ein Ausdruck von Bequemlichkeit. „Teilzeitarbeit ist für viele Menschen in Bochum keine Lifestyle-Entscheidung, sondern eine wirtschaftliche und familiäre Notwendigkeit“, sagt Herker. Wer Kinder erziehe, Angehörige pflege oder gesundheitlich eingeschränkt sei, übernehme Verantwortung.

Kritisch sieht die CDA vor allem den Ton der öffentlichen Debatte. Pauschale Vorwürfe würden den Alltag vieler Beschäftigter verkennen. „Solche Zuspitzungen lösen kein einziges Problem“, so Herker. Stattdessen würden sie gesellschaftliche Gräben vertiefen.

Die CDA Bochum spricht sich für eine sachliche Auseinandersetzung mit Arbeitszeitfragen aus. Aus ihrer Sicht braucht es bessere Rahmenbedingungen für Familien und pflegende Angehörige. Flexible Modelle sollen Teilzeit und Vollzeit sinnvoll miteinander verbinden.

Zudem fordert die CDA Anreize, damit sich Mehrarbeit für Beschäftigte tatsächlich lohnt. Entscheidend sei eine Politik, die sich an Fakten orientiere und die Lebensrealitäten vor Ort berücksichtige.

Dass die Kritik ausgerechnet aus Teilen der CDU kommt, sieht die CDA Bochum mit Sorge. Die Debatte dürfe nicht auf Kosten von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern geführt werden. Herker betont: „Bochum braucht eine Politik, die Menschen stärkt, statt sie gegeneinander auszuspielen.“

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