Beitrag: VfL Bochum „überwintert“ in der Tabellenmitte
Bochum vs. Karlsruhe

(c) Sebastian Sendlak

Am 17. Spieltag der 2. Bundesliga empfing der VfL Bochum heute den Karlsruher SC im VONOVIA-Ruhrstadion. Am Ende hat es nur für ein 2:2 gereicht.

In einer umkämpften ersten Halbzeit, in der beide Mannschaften „auf Augenhöhe“ spielten, erzielte Oneyka in der 35. Minute die Führung für den VfL. Kurz nach Wiederanpfiff erzielte KSC-Stürmer Wanitzek den Ausgleich. Als das Momentum für die Gäste vorbei war, erzielte Oneyka mit seinem zweiten Treffer die erneute VfL‑Führung – aber die hielt nur bis zur 86. Minute. Danach erzielte Fukuda den 2:2-Ausgleich. Bochum „überwintert“ damit in der Tabellenmitte mit 21 Punkten auf Platz 10, verpasste es aber, Tabellennachbarn Karlsruhe zu überholen und wurde selber noch von Nürnberg überholt.

Erste Chancen für den VfL Bochum 1848

Ein munterer Auftakt, bei dem der KSC früh anlief, der VfL die erste Chance nach nur 1:30 Minuten durch Mats Pannewig hatte. In den Anfangsminuten zeigte sich, dass beide Mannschaften auf ungefähr gleichem Niveau und mit einer ähnlichen Spielweise auftreten. Bochum überließ Karlsruhe den Spielaufbau und setzte auf schnelle Umschaltmomente.

In der 10. Minute prüfte Philipp Hofmann Hans Christian Bernat im KSC-Tor. Kurz danach versuchte es Kjell Wätjen mit einem wuchtigen Distanzschuss. Auf der Gegenseite musste Timo Horn erstmals bei einem Wanitzek-Schuss ernsthaft einschreiten. Beim anschließenden Konter verpasste Francis Oneyka die Hereingabe von Maximilian Wittek knapp. Aber auch Karlsruhe spielte mit offenem Visier und versteckte sich nicht.

Als das Spiel abflachte, schlug Bochum zu: Nach einer Ecke köpfte Hofmann auf Oneyka und dieser traf in der 35. Minute zum 1:0. Der KSC versuchte schnell zu antworten und die VfL-Abwehr hatte einige Probleme. Dass der VfL trotzdem ohne Gegentreffer in die Halbzeitpause ging, hat er Horn zu verdanken, der in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit stark vor Wanitzek klärte.

Knappe Halbzeitführung für Bochum

Die zweite Halbzeit begann mit einem Nackenschlag für die Heimmannschaft: Durch Wanitzek erzielten die Gäste den Ausgleich (1:1) auf Vorlage des eingewechselten Fukuda. Für Bochums Spielfluss war der Gegentreffer Gift. Bochum zog sich weit zurück und ein geordneter Spielaufbau gelang nicht mehr. Die VfL-Fans versuchten mit lautstarken Anfeuerungen, ihre Mannschaft wieder aufzubauen, die im Dauerdruck des KSC nur selten zu Entlastungsangriffen kam. Bochums Trainer Uwe Rösler reagierte in der 57. Minute und brachte Koji Myoshi für Farid Alfa-Ruprecht ins Spiel. Ein wenig später setzte der VfL ein Lebenszeichen durch Lenz’ Schuss in der 61. Minute. Dieser schien die Bochumer zu beflügeln, denn der VfL hatte jetzt mehr Spielanteile und das Momentum für die KSC-Führung war verstrichen.

Stattdessen erzielte Bochum in der 68. Minute durch Oneyka das 2:1 und somit die erneute Führung für die Gastgeber. Für den verletzten Leandro Morgalla kam Felix Passlack neu ins Spiel, ebenso wie Moritz Kwarteng für Wätjen. Das Spiel verflachte spielerisch und tempomäßig zu Beginn der Schlussviertelstunde, in der die Gäste hauptsächlich per Standards den Ausgleich suchten und sich die Hausherren wieder weit zurückzogen und auf Konter warteten. Im mit 26000 Zuschauern ausverkauften VONOVIA-Ruhrstadion begann jetzt das große Bangen und ein Spiel gegen die Uhr. Es sollte nicht reichen. In der 86. Minute erzielte Fukuda den 2:2-Ausgleich für den KSC.

In der Schlussminute hatte Bochum noch mal eine Doppelecke, dennoch gelang keiner der beiden Mannschaften der „Lucky Punch“. Trotzdem feierten die Bochumer Fans ihre Mannschaft vor der Tribüne.

Rösler: „Wir sind auf der letzten Rille“

In der Pressekonferenz nach dem Spiel analysierte VfL-Coach Uwe Rösler, warum seine Mannschaft am Ende nur einen Punkt mitnehmen konnte. „Die Aufstellung von Karlsruhe hat uns überrascht. Wir bekommen daher vorn nicht genug Druck auf den Gegner und sind dann anfällig bei Ballverlusten. Dazu kam eine unterirdische Passquote. Trotzdem haben wir alles hineingeworfen. Schließlich ist das Unentschieden aber verdient für beide Seiten und ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft.“

Zum Ende des Jahres 2025 bilanzierte Rösler, der die Bochumer Mannschaft mit nur drei Punkten als Tabellenletzter übernommen und jetzt mit 21 Punkten auf Platz 10 der Tabelle zur Winterpause „über den Strich“ gebracht hat: „Dass wir nach dem Unentschieden unzufrieden sind, zeigt, wie weit wir gekommen sind. Wir sind auf der letzten Rille, die Weihnachtspause kommt zur richtigen Zeit.“

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(Bilder: Sebastian Sendlak)

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