
Charlotte Schindler mit Leomax bei den Deutschen Meisterschaften auf dem Longines Balve Optimum 2025
Foto: Jenny Musall
Charlotte Schindler ist bei den deutschen Meisterschaften der Para-Dressurreiter auf dem Longines Balve-Optimum gestartet. Mit Leomax hat sich die Bochumerin Runde für Runde gesteigert.
Die Bochumerin Charlotte Schindler lässt sich von körperlichen Einschränkungen wie fehlendem Gleichgewichtssinn nicht stoppen und kann auf Erfolge im Viereck zurückblicken. Ihr Trainingsalltag ist straff organisiert, denn das tägliche Training mit dem gerade einmal neunjährigen Wallach Leomax erfordert Disziplin und Feingefühl. Zwischen Regelsport in der M-Dressur und internationalen Wettkämpfen in der Para-Dressur beweist sie, dass Parasport auf höchstem Niveau stattfinden kann.
Präzision im Viereck fordert selbst erfahrene Profis heraus
Wer glaubt, Parasport sei im Sattel ein Spaziergang, irrt sich gewaltig und unterschätzt die sportliche Härte dieser Disziplin. Charlotte Schindler erklärt dazu, dass die Anforderungen in Grade 4 und 5 enorm hoch sind und denen von schweren M- oder S-Dressuren in nichts nachstehen. „Die Linienführung erfordert blitzschnelle Reaktionen und ein extrem gut ausbalanciertes Pferd, da mir der fehlende Gleichgewichtssinn auf der rechten Seite gezielt ausgeglichen werden muss“ sagt Schindler. Ihr Partner Leomax bringt dafür die perfekten Voraussetzungen mit. Er steht der Legende nach sogar in exakt jener Box in Bochum-Stiepel, in der einst Bella Rose, die später unter dem Sattel von Isabell Werth im internationalen Sport erfolgreich gewesen ist, das Licht der Welt erblickte.
Das tägliche Pensum verlangt Mensch und Tier enorme Konzentration ab. Sieben Tage die Woche dreht sich bei Schindler am Stall alles um den perfekten Ritt. Während manche Reiter den Parasport fälschlicherweise belächeln, staunen Punktrichter regelmäßig über die chirurgische Präzision, mit der die Bochumerin ihre Aufgaben absolviert. „Das ist in den Protokollen zu lesen“, sagt Schindler dazu. Genau diese akribische Genauigkeit nimmt sie als wertvolles Plus mit in den Regelsport, wo sie sich längst erfolgreich in M-Dressuren platziert hat. Trotz kleiner Missgeschicke wie versemmelter Aufgaben bleibt der Ehrgeiz ungebrochen hoch.
Hohe Ziele in der Para-Dressur
Mit gerade einmal 21 Jahren und einem erst neunjährigen Nachwuchspferd blickt das eingespielte Duo einer verheißungsvollen sportlichen Zukunft entgegen. Nach dem ersten tollen internationalen Sieg in Stadl-Paura stehen weitere internationale Aufgaben ganz oben auf der Wunschliste für die kommenden Saisons. Die Paralympics in Ländern wie Los Angeles kommen zwar noch ein bisschen zu früh, doch spätere sportliche Meilensteine bleiben fest im Visier. Charlotte Schindler wünscht sich vor allem eins für ihre Leidenschaft: deutlich mehr mediale Aufmerksamkeit und Respekt für eine Sportart, die absolute Spitzenleistungen verlangt.
