
Kirche in Weitmar-Mark wird umgestaltet
(c) Sebastian Sendlak
Entwicklung mit Wohnraum, Kita und sozialer Nutzung geplant – Leuchtturmprojekt für Umgestaltung einer Kirche
Der Standort der Kirche im Quartier Weitmar-Mark soll nicht aufgegeben, sondern umfassend weiterentwickelt und in ein modernes, multifunktionales Leuchtturmprojekt für den Stadtteil transformiert werden. Das geht aus einem am 27. April 2026 vorgelegten Handout zur künftigen Entwicklung hervor.
Ziel der Planungen ist es, den kirchlichen Standort dauerhaft im Quartier zu verankern und zugleich neue Nutzungen für Bildung, Wohnen und Gemeinwesenarbeit zu integrieren. Dabei soll die Kirche weiterhin eine zentrale Rolle für das soziale und kulturelle Leben im Stadtteil spielen – etwa für Gottesdienste, Gruppenarbeit, Kinder- und Jugendarbeit sowie soziale und gemeinnützige Angebote.
Zweistufige Entwicklung vorgesehen
Die Umgestaltung soll in zwei Schritten erfolgen. In einer ersten Stufe ist der Umbau des vorderen Geländebereichs einschließlich des Kirchengebäudes vorgesehen. Nach Fertigstellung sollen die Gemeinde, die Kindertageseinrichtung sowie Gruppen der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit in die neu geschaffenen Räume einziehen.
Im zweiten Schritt soll im hinteren Bereich des Grundstücks Wohnbebauung entstehen. Damit wird das Gelände zusätzlich städtebaulich verdichtet und in das Quartier integriert.
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Kirche als Bildungs- und Sozialstandort
Ein zentrales Element der Planungen ist die Umnutzung des Kirchenraums in ein sogenanntes Raum-in-Raum-Konzept. Dort soll künftig unter anderem eine moderne Kindertageseinrichtung mit fünf bis sechs Gruppen Platz finden, die die bisherige kleinere Kita auf dem Gelände ersetzt. Der Übergang soll laut Konzept schrittweise erfolgen.
Ergänzt wird die Nutzung durch barrierefreie Räume für Gemeindearbeit sowie Flächen für weitere soziale und quartiersbezogene Einrichtungen. Auch die Jugendarbeit soll weiterhin räumlich verankert bleiben.
Besonderes Augenmerk liegt zudem auf dem Erhalt der historischen und denkmalgeschützten Substanz. Die Krypta bleibt als geschichtsträchtiger Ort erhalten, weiterhin für Gottesdienste nutzbar und künftig barrierefrei zugänglich. Auch die technische Infrastruktur soll im Zuge der Umbauten modernisiert werden.
Erhalt von Identität und neuer Nutzungsmischung
Nach Angaben aus dem Konzept bleibt der Standort ein Ort mit starker sozialer und christlicher Prägung. Gleichzeitig soll durch die Kombination aus Kita, Gemeinderäumen, Wohnbebauung und offenen Angeboten ein neues, gemischt genutztes Quartierszentrum entstehen.
Die Außenflächen sollen weiterhin für Gemeindeleben und Veranstaltungen wie St. Martin oder Gemeindefeste genutzt werden können. Alle Bereiche werden barrierefrei und nach modernen ökologischen und energetischen Standards geplant.
Finanzierung und Zukunftsperspektive
Hintergrund der Umstrukturierung ist die wirtschaftliche und strukturelle Neuausrichtung des Standorts. Durch sinkende Einnahmen sei der Erhalt in bisheriger Form langfristig nicht mehr möglich gewesen. Die Entwicklung sei daher in enger Abstimmung mit Gemeinde, Gremien und Beteiligten erfolgt.
Besonderer Wert wurde laut Konzept darauf gelegt, die Gemeinde frühzeitig einzubinden. Zwar sei der Abschied von bisherigen Strukturen mit Wehmut verbunden, zugleich werde jedoch ein deutlicher Aufbruch hin zu einem zukunftsfähigen Nutzungskonzept gesehen.
Eine öffentliche Vorstellung der Planungen für Gemeinde und Interessierte gab es am gestrigen Dienstag. Dort fanden sich zahlreiche Nachbarn und Gemeindemitglieder ein, die sich bei den Verantwortlichen über Details wie Baumbestand, Jugendarbeit der Gemeinde und Zuwegung erkundigten.
Nach einem regen Austausch bemerkte man deutlich die Erleichterung der Anwohner bei diesem Projekt. Das Feedback war durchweg positiv: „Weitmar Mark wird mit dem Projekt wachsen und sich weiterentwickeln, ohne etablierte Anlaufpunkte für die Gemeinschaft im Quartier einbüßen zu müssen“, so Sebastian Becker, Mitglied des Kirchenvorstandes Heilige Familie.
