Beitrag: Bochumer Projekte im Fokus: Beispiele aus der neuen RVR-Projektlandkarte
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Titanwurz im Botanischen Garten der RUB

Die neue Projektlandkarte des Regionalverbands Ruhr zeigt, wie aktiv Bochum an der Grünen Infrastruktur arbeitet. Mehrere kommunale, zivilgesellschaftliche und wissenschaftliche Initiativen sind vertreten. Sie verdeutlichen, wie breit das Spektrum lokaler Maßnahmen zur Klimaanpassung, Biodiversität und Nachhaltigkeit ist.

Gebäudebegrünung als Baustein der Klimaanpassung

Bochum setzt bei der Stadtentwicklung auf Dach-, Fassaden- und Vorgartenbegrünung. Diese Strukturen wirken gegen Hitze, mindern Starkregenfolgen und stärken die Artenvielfalt. Da sie wenig Platz benötigen, eignen sie sich besonders für dicht bebaute Stadtteile. Vorgartenbegrünungen und Entsiegelungen verbessern zudem die Bodenqualität und unterstützen einen naturnahen Wasserhaushalt. Ein städtischer Handlungsleitfaden richtet sich an Verwaltung, Architekturbüros, Bauherrinnen und Bauherren sowie Anwohnende. Er erläutert Kosten, Pflege und Voraussetzungen für dauerhaft funktionierende Lösungen. Seit 2024 werden die Maßnahmen in Neubau- und Bestandsbereichen umgesetzt.

Pilotanlagen im Rahmen der Bochum-Strategie

Sieben Park- und Grünanlagen werden seit 2022 als Pilotstandorte überarbeitet. Ziel ist es, attraktive und gut erreichbare Grünräume in der Stadt zu sichern und aufzuwerten. Dazu gehören eine bessere Pflege der Anlagen, mehr Biodiversität, barrierefreie Wege und die Sanierung von Freizeit-Infrastruktur. Das Programm ist Teil der „Bochum Strategie – Großstadt mit Lebensgefühl“ und soll die Aufenthaltsqualität in unterschiedlichen Stadtteilen erhöhen.

Gemeinschaftsgarten Hof Bergmann als Lern- und Erholungsort

Seit 2012 entsteht am Hof Bergmann ein ökologischer Gemeinschaftsgarten auf rund zwei Hektar Fläche. Er verbindet Nutz- und Ziergarten, Wildblumen- und Streuobstwiesen, Bienenhaltung und Tierhaltung. Das Projekt steht für Biodiversität, Bildung und soziale Begegnung. Für Bochumerinnen und Bochumer ist der Garten ein Ort der Erholung und für Veranstaltungen.

Die Hochschule Bochum nutzt den Standort für Forschung und Transfer zum Thema Pflanzenkohle. Der Garten ermöglicht praxisnahe Untersuchungen im Rahmen der Projekte „Carbon Sequestration @ NRW“ und „Regionaler Klimabund“. Zwei Versuchsflächen – ein langfristiger Acker und eine extensiv genutzte Wiese – dienen der Analyse klimarelevanter und ökologischer Effekte. Studierende und interessierte Bürgerinnen und Bürger erhalten Einblicke in Bodenkunde, Pyrolyseverfahren und Transformationsprozesse.

Nachhaltigkeitsallianz THALESruhr als Netzwerkplattform

Mit dem Projekt THALESruhr baut die Hochschule Bochum ein offenes Netzwerk für Nachhaltigkeit auf. Die „Nachhaltigkeitsallianz THALESruhr“ richtet sich an Kommunen, Unternehmen, Initiativen und Bürgerinnen und Bürger. Sie bietet Raum für Austausch, Wissensvermittlung und Kooperationen. Ziel ist es, die Transformation des Ruhrgebiets zu einer nachhaltigen Metropolregion gemeinsam voranzutreiben.

Formate wie „Nachhaltig am Nachmittag“ und das „Best Practice Breakfast“ vermitteln praxisnahe Einblicke in nachhaltige Lösungen. Beide Online-Angebote setzen auf kurze Inputs und offene Diskussionen. THALESruhr wird über die Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ gefördert.

Die Bochumer Beispiele auf der RVR-Projektlandkarte machen deutlich, wie vielfältig Klimaanpassung, nachhaltige Entwicklung und Ressourcenschutz in der Stadt bereits verankert sind. Sie zeigen, wie kommunale, gesellschaftliche und wissenschaftliche Akteure zusammenarbeiten, um das Ruhrgebiet schrittweise grüner und lebenswerter zu gestalten.

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