Beitrag: Streit um Bildung und Verteidigung
Dennis Radtke (MdeP)

(c) Sebastian Sendlak

Radtke fordert Milliarden-Ausbau von Erasmus+, Freie Wähler verteidigen Bundeswehr an Schulen

Während der CDU-Europaabgeordnete Dennis Radtke vor Kürzungen beim europäischen Austausch warnt und 47,4 Milliarden Euro verlangt, kritisiert Benjamin Grimm (Freie Wähler NRW) Pläne in Berlin zur Beendigung der Schul-Kooperation mit den Streitkräften.

Gleich zwei bildungs- und gesellschaftspolitische Initiativen sorgen in Nordrhein-Westfalen für Debatten: Auf europäischer Ebene drängt das Europäische Parlament auf eine massive Aufstockung des Mobilitätsprogramms Erasmus+, während auf Landes- und Bundesebene über den Stellenwert sicherheitspolitischer Aufklärung an den Schulen gestritten wird.

Europaparlament fordert 47,4 Milliarden Euro für Erasmus+

Das Europäische Parlament hat seine Positionierung für den Mehrjährigen Finanzrahmen 2028 bis 2034 verabschiedet. Vorgeschlagen wird ein Gesamtbudget von 47,4 Milliarden Euro, was annähernd einer Verdopplung der bisherigen Mittel entspricht. Ziel der Initiative ist es, mehr Menschen einen Auslandsaufenthalt zu ermöglichen und die Zielgruppen spürbar zu erweitern: Neben Studierenden sollen künftig Auszubildende, Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Aktive im Breitensport deutlich stärker gefördert werden. Zudem soll das Europäische Solidaritätskorps integriert werden, ohne Freiwilligendienste zu schwächen.

Der aus Bochum stammende CDU-Europaabgeordnete und sozialpolitische Sprecher der EVP-Fraktion, Dennis Radtke, mahnt verlässliche Zusagen der EU-Mitgliedstaaten an und kritisiert vorliegende Kürzungspläne der Ratspräsidentschaft, die hinter dem Entwurf der EU-Kommission zurückbleiben. Auslandserfahrungen dürften keine Frage des elterlichen Geldbeutels sein. Daher fordert Radtke eine stärkere Berücksichtigung der realen Lebenshaltungskosten vor Ort sowie spürbar schlankere Antragsverfahren, damit auch kleinere Vereine und Schulen partizipieren können. Erasmus+ sei eine Investition in den Zusammenhalt, die gerade jetzt ausgebaut und nicht klein gerechnet werden dürfe.

Freie Wähler NRW: Ende von Bundeswehr-Kooperationen an Schulen „völlig absurd“

Scharfe Kritik an bildungspolitischen Entwicklungen in der Bundeshauptstadt kommt unterdessen von den Freien Wählern Nordrhein-Westfalen. Anlass sind Sondierungsvereinbarungen von SPD, Grünen und Linken in Berlin, die im Juni 2026 geschlossene Kooperationsvereinbarung zwischen der Bildungsverwaltung und der Bundeswehr wieder aufzukündigen.

Benjamin Grimm, Landesvorsitzender der Freien Wähler NRW, bezeichnete diesen Schritt als völlig absurd und warnte davor, Schulleitungen den institutionellen Rückhalt zu entziehen. Grimm wies Vorwürfe der Berliner Linksfraktion zurück, wonach Jugendoffiziere für eine Militarisierung oder direkte Nachwuchswerbung stünden. Jugendoffiziere seien akademisch ausgebildete Soldaten, deren Auftrag in der sachlichen sicherheitspolitischen Bildungsarbeit und der Darstellung der Parlamentsarmee auf Basis des Grundgesetzes liege.

Gerade angesichts des Ukraine-Krieges, autoritärer Regime und hybrider Bedrohungen brauche es fundierte Aufklärung über Wehrformen und Sicherheitspolitik. Die Freien Wähler NRW sprachen sich ausdrücklich dafür aus, die bewährte Einbindung von Jugendoffizieren an nordrhein-westfälischen Schulen unter Wahrung der pädagogischen Verantwortung der Lehrkräfte und kontroverser Debatten uneingeschränkt beizubehalten.

Auf Social Media teilen