Beitrag: Ausstellung in Christ-König-Kirche zeigt Zukunftskonzepte für Sakralbauten
(c) Oliver Berns, TU Dortmund

30 Architektur-Absolventinnen und -Absolventen der TU Dortmund präsentieren ihre Masterarbeiten zur Umnutzung von fünf Gotteshäusern im Ruhrgebiet. Das Projekt von Baukultur NRW wird am 3. November eröffnet.

Was geschieht mit Sakralbauten, wenn ihre liturgische Bestimmung erlischt? Diese Frage betrifft im Zuge des demografischen und kirchlichen Wandels zahlreiche Gotteshäuser im Revier. Die Christ-König-Kirche am Steinring in Bochum dient dabei selbst als exemplarisches Vorbild: Das Bauwerk wird bereits seit 1998 nicht mehr für Gottesdienste genutzt, fungierte zwischenzeitlich als Kunstort sowie Manifesta-Standort und bildet nun die Kulisse für eine wegweisende Architekturausstellung. Vom 7. November bis 13. Dezember 2026 gastiert dort die Schau „Kirche weiterbauen – Kulturhaus Ruhr“.

Ateliers, Bibliotheken und Rechenzentren: Transformation im Geist der Umbaukultur

Die Ausstellung zeigt Pläne, detaillierte Modelle und Visualisierungen von 30 Absolventinnen und Absolventen der Technischen Universität Dortmund, die am Lehrstuhl für Massive Baukonstruktionen unter der Leitung von Prof. Anne Hangebruch entstanden sind. Als Kooperationsprojekt mit der Landesinitiative Baukultur NRW knüpft die Werkschau an die baukulturellen Impulse der Manifesta 16 Ruhr an.

Gegenstand der Masterarbeiten sind fünf entwidmete oder vor dem Funktionsverlust stehende Kirchenbauten der Region:

  • Bochum & Wattenscheid: Christ-König (Bochum), St. Albertus Magnus (Wiemelhausen), St. Paulus (Querenburg) und St. Johannes Baptist (Wattenscheid-Leithe)

  • Essen: Hl. Schutzengel (Frillendorf)

Statt auf Abriss und Neubau setzen die Konzepte auf das Prinzip des „Weiterbauens“. Die Entwürfe orientieren sich an den vorhandenen Raumproportionen, dem Lichteinfall, den Materialien und der spezifischen Geschichte der Orte. Das Spektrum reicht von behutsamen modularen Einbauten bis hin zu markanten baulichen Erweiterungen. Die Nutzungen spiegeln moderne gesellschaftliche Anforderungen wider: Sie reichen von Künstlerateliers unter Gewölbedecken und Sporthallen im Hauptschiff über öffentliche Bäder, Theaterbühnen und Quartiersbibliotheken bis hin zu begehbaren Rechenzentren, ohne dass die sakrale Identität und Grundatmosphäre der Bauten verloren geht.

Feierliche Eröffnung und Öffnungszeiten

Die offizielle Ausstellungseröffnung findet am Dienstag, 3. November 2026, um 19:00 Uhr in der Christ-König-Kirche (Steinring 34, 44789 Bochum) statt. Zur Einführung sprechen Prof. Anne Hangebruch und Daniel Leseberg (TU Dortmund), Dagmar Stallmann (Stadt Bochum), Maria Wagener (Regionalverband Ruhr, RVR) sowie Peter Köddermann und Felix Hemmers (Baukultur NRW).

Für das Publikum öffnet die Ausstellung ab Samstag, 7. November, jeweils mittwochs von 15:00 bis 20:00 Uhr sowie samstags und sonntags von 11:00 bis 17:00 Uhr. Der Eintritt ist während der gesamten Laufzeit bis zum 13. Dezember kostenfrei.

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