
Evangelische Stadtakademie
(c) Sebastian Sendlak
Ökonom Dr. Sven Rudolph referiert in der Evangelischen Stadtakademie
Am 27. Oktober beleuchtet der Klimaexperte der Evangelischen Kirche von Westfalen Sinn und Grenzen von CO2-Kompensationen. Der Vortrag hinterfragt kirchliche wie gesellschaftliche Instrumente auf dem Weg zur Klimaneutralität.
Trotz akuter weltpolitischer Krisen, wirtschaftlicher Umbrüche und gesellschaftlicher Spannungen bleibt der Klimawandel eine der drängendsten Aufgaben der Gegenwart. Die Evangelische Stadtakademie Bochum widmet sich dieser Thematik und lädt für Dienstag, 27. Oktober, zu einem Vortrags- und Diskussionsabend an den Westring 26c ein. Ab 18:30 Uhr referiert der renommierte Wirtschaftswissenschaftler Dr. Sven Rudolph über die Kernfrage: „Ablasshandel oder nachhaltiger Klimaschutz? Was Kompensationslösungen im (kirchlichen) Klimaschutz wirklich leisten können“.
Kompensation von Restemissionen auf dem Prüfstand
Ob zur Einhaltung europäischer Klimaziele, in kirchlichen Klimaschutzgesetzen oder als Ausgleich für den privaten CO2-Fußabdruck: Die finanzielle Kompensation sogenannter „unvermeidbarer Restemissionen“ wird weithin als pragmatischer Weg zur rechnerischen Klimaneutralität beworben. Doch wie tragfähig sind diese Modelle in der Praxis? Der Vortrag analysiert kritisch, was unter unvermeidbaren Emissionen überhaupt zu verstehen ist, wie belastbar und transparent Zertifikateprojekte arbeiten und worauf Institutionen wie Privatpersonen bei der Inanspruchnahme achten müssen. Akademie-Leiterin Dr. Anja Nicole Stuckenberger, die sich auch im Klima-Beirat der Evangelischen Kirche von Westfalen engagiert, betont die Notwendigkeit einer ehrlichen Debatte über die Wirksamkeit solcher Maßnahmen.
Fundierte Expertise aus Forschung und kirchlicher Praxis
Mit Dr. Sven Rudolph spricht ein ausgewiesener Fachmann auf diesem Gebiet: Er ist Referent für Klimapolitik am Institut für Kirche und Gesellschaft (IKG) der Evangelischen Kirche von Westfalen. Zuvor war der Ökonom mehr als zwei Jahrzehnte in Forschung und Lehre aktiv, unter anderem als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Assistent sowie als Associate Professor an den Universitäten Kassel und Kyoto. Zu seinen aktuellen Forschungsschwerpunkten zählen Fragen der sozialen Gerechtigkeit in der Klimatransformation, insbesondere im Bereich marktwirtschaftlicher Instrumente wie der CO2-Bepreisung.
Die Teilnahmegebühr für den Abend beträgt regulär 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Für Studierende sowie Personen, die Grundsicherung beziehen, ist der Eintritt frei.
