Beitrag: VfL Bochum verpasst Heimsieg gegen Arminia Bielefeld knapp
Choreo der VfL Fans

(c) Sebastian Sendlak

Der VfL Bochum verliert im eigenen Stadion gegen Bielefeld mit 0:1. Die Elf von Uwe Rösler kontrolliert das Spiel, bleibt aber in der Offensive ohne Durchschlagskraft.

In einer zerfahrenen Partie muss sich der VfL Bochum 1848 im Ruhrstadion der Arminia aus Bielefeld geschlagen geben. Im ersten Durchgang ist die Rösler-Elf zwar das bessere Team, agiert vor dem Kasten der Gäste jedoch nicht zwingend genug. Hochkaräter gibt es auch nach dem Seitenwechsel zunächst auf beiden Seiten nicht. Am Ende bleibt es bei der bitteren 0:1-Niederlage für die Gastgeber an der Castroper Straße. Die Blau-Weißen müssen somit weiterhin auf den ersten ersehnten Heimsieg warten.

Bittere Heimpleite für den VfL Bochum im Ruhrstadion

Ohne Tore und ohne Höhepunkte geht die Begegnung nach verhaltenen 45 Minuten in die Kabine. Bochum erweist sich als die aktivere Mannschaft und zeigt sich offensiv durchaus bemüht, doch es wird einfach zu selten gefährlich vor dem Tor. Bielefeld verteidigt gut und kompakt, setzt nach vorne aber ebenfalls kaum nennenswerte Akzente. So erleben die Zuschauer zunächst eine zähe Vorstellung mit reichlich Luft nach oben. Nach dem Wiederanpfiff ändert sich wenig am Geschehen, da der finale Pass auf den Außenbahnen fehlt.

Uwe Rösler analysiert das Geschehen gewohnt nüchtern und hadert mit der Durchschlagskraft seiner Mannschaft: „Bielefeld hat das Spiel über ihre defensive Stabilität gewonnen. Wir hatten heute Ballbesitz, haben aber viel zu wenig daraus gemacht. Wir haben zu langsam und zu behäbig gespielt. Bielefeld hat die Box mit ihren drei zentralen Verteidigern überragend verteidigt und Hoffi aus dem Spiel genommen.“ Lobende Worte findet Rösler für Gerrit Holtmann: „Er war richtig aktiv und gut, er hat immer wieder für gefährliche Momente gesorgt.“ Bislang sei jedes Spiel gegen Bielefeld ein 50/50-Duell gewesen, bei dem Rösler als Trainer dabei war. Bielefeld hat eine gute physische Verfassung und presst hoch und hat ein hohes Tempo. Aus Sicht des Vf‑Trainers hätte Bielefeld nach der Aktion an Maxi Wittek aber in Unterzahl spielen müssen. „Wir dürfen in der Situation aber auch nicht auf Abseits spielen, das hatte uns auch schon gegen Fürth Punkte gekostet. Zwei gute Torchancen waren in der Summe insgesamt zu wenig.“

Joker Benjamin Boakye schockt die Bochumer Defensive

Die Entscheidung fällt schließlich in der 78. Spielminute nach einem langen Ball hinter die Bochumer Abwehrkette. Benjamin Boakye profitiert von der Vorarbeit durch Grodowski und spitzelt den Ball mit der Pike rechts unten ins Netz. Zuvor hat der eingewechselte Torschütze Glück, dass er nach einem harten Einsteigen überhaupt noch auf dem Rasen steht. Zwar hat Taz wenig später noch die Ausgleichschance auf dem Fuß, vergibt diese Möglichkeit jedoch knapp. Der Treffer besiegelt den ersten Auswärtssieg der Gäste in dieser Spielzeit.

Oliver Kirch freut sich auf der Gegenseite sichtlich über die geschlossene Defensivarbeit seines Kaders. „Wir sind erst einmal glücklich über den Sieg. Es wurde viel darüber berichtet, dass wir auswärts nicht mehr gewinnen können. Fakt ist, heute haben wir bewiesen, dass es doch geht. Die Art und Weise haben wir uns genau so vorgestellt. Wir haben eine große defensive Stabilität an den Tag gelegt und uns über Kleinigkeiten definiert. Bei jedem abgefangenen Ball haben wir einander abgefeiert, um uns ein gutes Gefühl für das Spiel zu bekommen. Wir hatten nicht viele Torchancen, aber entscheidende, und eine haben wir genutzt. Für Benni freut es mich persönlich total, weil er bislang keine gute Quote hatte. Heute hat er sich belohnt und uns diesen Sieg beschert.“

Pannewig: „Am Ende hakt es oft an Kleinigkeiten.“

In der Kabine herrscht anschließend Ernüchterung über die verpassten Punkte vor heimischer Kulisse. Mats Pannewig fasst das Grundproblem seiner Elf zusammen. „Unser Spiel war auch heute nicht so schlecht. Es ist aktuell jede Woche dasselbe Thema bei uns. Wir haben eigentlich eine gute Spielanlage, bewegen den Gegner gut, im letzten Drittel kommt dann aber einfach zu wenig zustande. Wenn wir aktuell nur zwei, drei Torchancen im Spiel herausspielen, müssen wir diese eben auch nutzen. Das fehlt uns aktuell. Wir müssen weiter daran arbeiten. Am Ende hakt es oft an Kleinigkeiten.“

Auch Torhüter Timo Horn sieht das Manko im Angriff. „Wir haben auch heute wieder eine gute Spielanlage gezeigt. Wir spielen in dieser Saison viel besser als noch in der vergangenen Saison hinten raus. Wir haben viel mehr Kontrolle über das Spiel. Das merken die Gegner und stellen sich dementsprechend hinten rein. Dagegen müssen wir Lösungen finden. Ich kann keinem der Jungs einen Vorwurf machen, was den Einsatzwillen angeht. Aber wir haben zu wenig Ertrag im letzten Drittel. Der Bielefelder Keeper musste nicht allzu viele Bälle halten, daran müssen wir arbeiten. Bielefeld hat gut verteidigt, wir haben uns schwergetan, das auszuspielen.“

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